Tenerife 2006

Teneriffa (span. Tenerife) ist die größte der Kanarischen Inseln und gehört seit dem 15. Jahrhundert zu Spanien. Die Insel ist 80 km lang und 50 km breit, sie entstand vor etwa 7 bis 5 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Die geologisch ältesten Teile der Insel sind das Anagagebirge im äußersten Nordosten, das Tenogebirge im Nordwesten sowie kleine Gebiete (Bandas del Sur) im äußersten Süden. Jünger ist das Vulkanmassiv im Zentrum der Insel, das in der Mitte von der weltgrößten Caldera (Magmakammereinbruchs-Krater) eingenommen wird. Aus ihr erhob sich später ein neuer Vulkan als heute höchster Berg Spaniens: der 3718 m hohe Teide.

Teneriffa weist wie alle anderen Inseln des Kanarenarchipels ganzjährig milde Temperaturen auf. Die südlich der Rossbreiten entstehenden Nordost-Passatwinde nehmen Feuchtigkeit aus dem relativ kühlen Kanarenstrom auf und halten die heiße Saharaluft fern. Die Insel weist eine vielfältige Vegetation auf – zahlreiche Pflanzenarten sind nur auf den Kanaren oder sogar nur auf Teneriffa heimisch. Die Kanarische Pinie (Pinus canariensis) bildet riesige Wälder. Im trockenen Süden der Insel sind sukkulente Wolfsmilchgewächse (Euphorbia canariensis) beheimatet. Eine weitere charakteristische Pflanzenart ist der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco). Neben den einheimischen Pflanzen prägen auch viele Pflanzen aus der ganzen Welt die Insel. Aus Amerika stammen verwilderte Kakteen, sowie die riesigen Büsche des Weihnachtssterns. Die aparte Blüte der südafrikanischen Strelitzie ist ein beliebtes Souvenir für Touristen. In der Tierwelt gibt es kaum Säugetiere – am Teide ist die Waldkatze zu Hause, es gibt außerdem ausgewilderte Kaninchen. Reich ist dagegen die Vogelwelt – es gibt auch einige für Teneriffa und für die Kanaren typische Arten, etwa den Teidefink oder die Wildform unseres Kanarienvogels, den Kanarengirlitz. Zu erwähnen sind ferner die Eidechsen, die in großer Zahl auf Teneriffa vorkommen. Eine Besonderheit sind die Wale, die in großer Zahl in der bis zu 3.000 m tiefen Meerenge zwischen Teneriffa und Gomera anzutreffen sind. An kaum einem anderen küstennahen Ort der Welt sind so viele Wale (und Delfine) beheimatet.

 Costa Adeje / Playa de las Americas / Los Christianos

Das Gemeinde-Konglomerat Costa Adeje / Playa de las Americas / Los Christianos am klimatisch angenehmsten Küstenstreifen im Südwesten der Insel stellt das Touristikzentrum Teneriffas dar. Entlang einer ca. 10 km langen Strandpromenade befindet sich hier an schönen Stränden lückenlos (und etwas eintönig) der massive Großteil der Hotels und zugehörigen anderen touristischen Einrichtungen wie Restaurants, Ausflugshäfen, Wassersportmöglichkeiten etc. Hier kann man wunderbar entspannt wohnen, im Souvenirladen tolle Hüte kaufen, schöne Küstenspaziergänge unternehmen, mit dem Leihwagen einen Kamelpark (mit zahmen Hühnern?) oder eine Quadbikeanlage unsicher machen oder auch die durchaus ansehnlichen Abendshows genießen.

 Teide / Caldera

Landschaftlicher Höhepunkt und größte Sehenswürdigkeit der Insel ist zweifellos die weltweit größte bekannte Caldera (spanisch "Kessel"; kesselförmige Einbruchsstruktur beim Kollaps einer oberflächennaher Magmakammern eines Vulkans, die zuvor durch Ausbrüche entleert worden sind; kann durch ausströmende Lava wieder gefüllt werden und ist oft wie beim Teide und Vesuv Entstehungsort eines neuen Vulkankegels) der Welt sowie des höchsten Berges Spaniens, des fast 4000 m hohen Teide. Das Innere der von hohen Wänden kreisrund umgebenen Caldera ist eine wildromantische "Mondlandschaft" mit äußerst abwechslungsreichen und bizarren Gesteinsformationen und exotischer Flora sowie Aufstiegs- (und Auffahr-) Möglichkeiten zur Teidespitze (siehe letzte 6 Bilder). Es ist ein traumhaftes Wandergebiet mit spektakulären Blicken auf bunteste geologische Varianten, tiefliegende Wolkenbänke und den aufragenden Teidekegel.

 Masca / Los Gigantes

Für die meisten Wanderfreunde steht aber noch vor der Caldera und dem Teide das Gebiet um das kleine Bergdorf Masca im Nordwesten Teneriffas, von welchem aus steilabfallende tropische Täler direkt zur Steilküste der "Los Gigantes" (und durch dies "hindurch") führen. Masca liegt hoch oben in stürmischer Berglandschaft (da kann es einem beim Aussteigen schon mal das Hemd ausziehen), die Häuser verteilen sich auf kleine Plateaus und Bergrücken. Eine ca. dreistündige Wanderung hinab zur Küste durch wunderschöne Berg- und üppige exotische Pflanzenwelt ist ein unvergessliches Erlebnis.
In der malerisch von den Bergriesen umgebenen kleinen Hafenstadt Los Gigantes sollte man auf jeden Fall eine Bootstour unternehmen, denn Los Gigantes ist einiger der wenigen Orte auf der Welt, wo sich praktisch ständig Walherde (oft von Delphinen begleitet) in Ufernähe aufhalten und von kleinen Booten aus wenigen Metern Entfernung wunderbar zu beobachten sind. Die Pilotwale folgen dabei riesigen Schwärmen kleiner Tintenfische, von denen sie sich ernähren.

 La Orotava / Puerto de la Cruz / Loro Park

Die die Nordküste Teneriffas erreicht man vom Süden am schönsten auf einer Fahrt mitten durch die Insel hindurch am Teide vorbei und hinab durch die immergrünen Regenwälder der nördlichen Gebirgsmassive (Bild 1 u. 2). Kurz vor Erreichen der Küste bei Puerto de la Cruz (3 . Bild) gelangt man in die schönste altspanische Kolonialstadt der Insel: La Orotava. Ein Rundgang durch die engen, unübersichtlichen Altstadtgassen mit Abstechern in Kirchen und schönen Innenhöfe ist zwar ohne Karte schwierig, aber trotzdem lohnend.
Die Attraktion der Hafenstadt Puerto de la Cruz ist der Loro Park. Entstanden aus einer kleinen Papageiensammlung eines deutschen Zoologen, ist daraus ein immer noch kleiner überschaubarer aber einzigartiger Tierpark entstanden mit einigen Weltsehenswürdigkeiten wie dem Haifischtunnel und der größten und besten Pinguinanlage der Welt. Es sind aber vor allem auch die vielen Kleinigkeiten und das durchdachte Konzept, die/das den Loropark so faszinierend machen, wie z.B. die wunderschön gestalteten Wege und botanischen Anlagen sowie die immer hervorragenden Beobachtungsmöglichkeiten an der Tiergehegen.

 La Laguna / Las Mercedes / Punta Roja

Auch der äußerste Nordosten Teneriffas ist ein Tagestour wert. Hier befindet sich die kleine Kolonialstadt La Laguna (ist allerdings weniger sehenswert als ihr Ruf und ihre hochfliegende Einstufung als "Weltkulturerbe") und vor alle die faszinierende Bergwelt der "Zauberwälder von Las Mercedes". In den wahrhaft zauberhaften Hohlwegen hinter dem kleinen Ort Las Mercedes fallen einem alle Märchen der Kindheit ein und liegen die Gedanken an einen verwunschenen Wald ständig auf der Hand. Und immer wieder trifft man unerwartet auf einen Aussichtspunkt, der einen wunderschönen Blick freigibt auf das Umland und das Meer.
Fährt man über die Autobahn die Küste entlang zurück Richtung Los Christianos, kommt man am neuen Flughafen vorbei. Hinter diesem erhebt sich direkt am Meer die Punta Roja (rote Spitze) - ein 171 m hoher roter Felsen. Hier ist die See sehr stürmisch und ein Paradies für Surfer und Windsurfer.