Keine Lust auf Geschichte??? Na gut... gleich weiter zu den Bildern

Geschichte Südafrikas

Von der fast 10000-20000jährigen Besiedlung der Südspitze Afrikas vor dem Besuch der ersten Europäer sind außer wenigen Höhlenzeichnungen der sogenannten Buschmänner (Volk der San) kaum Spuren verblieben. Erst mit dem Eintreffen portugiesischer Seefahrer im 15. nachchristlichen Jahrhundert beginnt eine Geschichtsschreibung und damit die historische Zeit Südafrikas, das in jener Zeit von schwarzafrikanischen Stämmen bewohnt wird, welche man später die Hottentotten nennen wird.
Die ersten in Südafrika aus Europa landenden Schiffe haben an diesem Land selbst gar kein Interesse, sondern suchen lediglich den Seeweg nach Indien. So betrachtet und erkundet der eigentliche Entdecker der Südspitze Afrikas, der portugiesische Kapitän Bartholomeu Diaz, bei seinem Eintreffen 1488 das Land um das "Kap der guten Hoffnung" lediglich als erfolgversprechendes Etappenziel und Trinkwasserreservoir für eine Weiterreise von Handelsschiffen nach Indien. Mit Hilfe der so gesammelten Kenntnis vollendet 10 Jahre später Vasco da Gama tatsächlich den Seeweg nach Indien und wird dort erster portugiesischer Vizekönig.
Im 17. Jahrhundert ist auch die neue Weltseemacht Holland längst erfolgreich am florierenden Ostindienhandel beteiligt. Im Jahre 1652 landet der Angestellte der Holländisch-Ostindischen Gesellschaft, Jan van Riebeeck, mit ca. 100 Männern und Frauen in einer Bucht wenige Kilometer nordwestlich des Kaps mit dem Auftrag seiner Gesellschaft, hier einen befestigten, ständig besetzten und sich weitgehend selbstversorgenden Stützpunkt für die passierenden holländischen Schiffe zu errichten, womit die Geburtsstunde von Kapstadt, der Kapkolonie und des späteren Staates Südafrika schlägt. Diese Entwicklung war aber im 17. Jahrhundert weder beabsichtigt, noch absehbar, denn als Kolonie und Siedlungsgebiet war der private Handelsstützpunkt nie gedacht gewesen. Vielmehr findet Ende des 17. und im Laufe des 18. Jahrhunderts eine eher ungeplante Besiedelung der Kapregion mit holländischen, deutschen und französischen Bauern-Familien statt, die den einst kleinen Handelstützpunkt zu einer großen Siedlung und landwirtschaftlichen Region mit mehreren tausend Einwohner machen.
Noch bis Ende des 18. Jahrhunderts stellt die (inzwischen abgewirtschaftete) Holländisch-Ostindische Gesellschaft unter Aufsicht der Kolonialverwaltung in Batavia die Gouverneure dieses de-facto-Gemeinwesens, wenn auch diese Gouverneure längst nicht mehr Holländer aus dem Mutterland sind, sondern im Lande geborene Männer, die sich selbst stolz "Afrikaans" (Afrikaner) und "Boers" (Buren, Bauern) nennen und die Ureinwohner als "Swarts" ("Schwarze") bezeichnen und für absolut minderwertig erachten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Buren die Hottentotten ohne große Gegenwehr längst aus dem größeren Umland der Kapkolonie vertrieben und deren Grenzen gesichert.
Als Holland 1795 von Napoleon überrannt und als Marionettenstaat "Batavische Republik" Frankreich praktisch angegliedert wird, bietet dieses dem Frankreich verfeindeten England die günstige Gelegenheit, dem einstigen Konkurrenten um die Weltseeherrschaft und jetzt wehrlosen Holland noch im gleichen Jahr diesen strategisch günstigen Stützpunkt an der Südspitze Afrikas am Seeweg nach Indien zu entreißen. Indien war ja inzwischen längst britische Handelskolonie (1858 Kronkolonie), der Suezkanal konnte aber erst 74 Jahre später vollendet werden.
Unter englischer Herrschaft wurde das Land am Kap erstmals offiziell eine - der britischen Regierung wichtige - Kolonie. Durch eine zum Teil aggressive britische Einwanderungspolitik wird eine schnelle Anglikanisierung erfolgreich betrieben, was sehr bald zu großen Differenzen mit der burischen Bevölkerung führt, besonders als die liberale englische Regierung die schwarzen Ureinwohner vor dem Gesetz gleichstellt und 1833 die Sklaverei aufhebt. Die strenggläubigen, bäuerlichen Buren, für welche damit ihr Weltbild einzustürzen droht, da sie von der Gott gegebenen Überlegenheit der weißen Rasse überzeugt sind, werden vollends vor den Kopf gestoßen und erkennen nun die Kapkolonie nicht mehr als ihre Heimat an. Im Jahre 1836 beginnen daher im legendären, bis 1854 andauernden Großen Trek 16000 Buren die Auswanderung in Richtung Nordosten auf der Suche nach Unabhängigkeit von England und einem Leben nach ihrer eigenen Tradition. Damit überschreiten sie allerdings auch die von England gut gesicherte Grenze zum vor wenigen Jahrzehnten von Norden eingefallenen Kriegervolk der Zulu, so daß die Gründung der unabhängigen Burenstaaten Natal (1838, Hptst. Pietermaritzburg), Freistaat Oranje (1854, Hptst. Bloemfontein) und Transvaal (1856, Pretoria) unter großen Kämpfen und Verlusten stattfindet. Berühmteste Schlacht aus der Zeit des Großen Trek ist die Schlacht vom Blood River (1836), in welcher sich wenige hundert Siedler unter Führung von Martinus Pretorius in ihrer Wagenburg erfolgreich gegen eine 20fache Übermacht an Zulu zur Wehr setzen.
Lange währt die hart erkämpfte Freiheit nicht. Schon bald hat der unerbitterliche britische Imperialismus die Buren wieder eingeholt. Bereits 1843 annektieren die Engländer Natal, in den beiden großen Anglo-Buren-Kriegen 1899 und 1902 werden auch Oranje und Transvaal britische Kolonie, wenn auch eher nur formell und unter großen Zugeständnissen an die Buren unter ihrem charismatischen Führer und Präsidenten von Transvaal, Paul Krüger.
Das Ende des britischen Imperialismus Anfang des 20. Jahrhunderts führt 1910 zu einer mehr oder weniger gütlichen Vereinigung von Kapkolonie, Natal, Oranje und Transvaal zur Südafrikanischen Union und Abnabelung vom englischen Mutterland, wenn auch Südafrika bis 1961 Mitglied des Commonwealth bleibt und die englische Krone als Staatsoberhaupt anerkennt. Schnell gewinnen nach 115 Jahren britischer Herrschaft wieder burische Lebensweise, Tradition und Sprache (Afrikaans) die Oberhand in Südafrika, damit jedoch auch die Diskriminierung und Ausgrenzung der Schwarzen und aller anderen nicht-weißen Rassen. Schon 1913 werden die ersten getrennten Wohngebiete für Schwarze errichtet, damit beginnt nun für ganz Südafrika das leidvolle Kapitel der staatlichen Rassentrennung. 1936 endet das Wahlrecht für Schwarze, 1956 auch für alle anderen Nichtweißen. In den 60er und 70er Jahren verschärfen sich die Probleme weiter, die Rassentrennung hat nun fast schon absurde Formen angenommen, Proteste werden mit Gewalt und vielen Todesopfern niedergeschlagen. In den 80er Jahren setzt auf Grund der immer größeren sozialen Probleme und auf internationalen Druck ein Umdenken im Lande ein. Endlich tritt 1989 mit Präsident de Klerk und nach Volksabstimmungen eine entscheidende Wende in der Innenpolitik ein und finden 1994 die ersten freien Wahlen statt, in welchen der 1990 aus der Haft entlassene Rechtsanwalt und Schwarzenführer Nelson Mandela zum Staatschef gewählt wird.
Die weitere Zukunft der Südafrikanischen Republik ist ungewiß. Es gibt im Lande gute Chancen für eine Fortführung der modernen Wirtschaftspolitik ohne Verstaatlichungen, mit angemessenen aber maßvollen Sozialprogrammen, was dem Lande den Wohlstand sichern, aber die ökonomische Vorherrschaft der Weißen mittelfristig notgedrungen aufrechterhalten würde. Auf der anderen Seite fordern starke Stimmen Sozialismus mit Enteignungen und großen Umverteilungen, was das Land in kurzer Zeit dem ökonomischen und sozialen Untergang weihen würde. Welche dieser politischen Tendenzen sich letztendlich durchsetzen wird, ist noch nicht abzusehen.



 

Bilder

Keine Zeit zum Lesen von vorn bis hinten? Hier die Schnellverbindung zu den einzelnen Reiseetappen:
Johannesburg/Pretoria |  Krüger-Park |  Drakensberge (Royal Natal Park) |  Bloemfontein |  Gartenroute |  Südspitze Afrikas |  Kapstadt/Weinstraße

Wenn man die Reiseroute verfolgen will (oder sich einfach nur einen Überblick über die Geographie Südafrika verschaffen will), ist es zu empfehlen, die Südafrika-Karte zu benutzen und in einem separaten Fenster offen zu lassen, um immer wieder nachschauen zu können. Alle Hauptreiseziele, welche in der folgenden Bildbeschreibung als große Überschriften erscheinen, sind in der Karte rot markiert.

Achtung! Alle nun im Text folgenden Miniaturbilder öffnen auf Klick das zugehörige Bild im Vollbildmodus. Dieses Vollbild läßt sich durch einfaches Anklicken wieder schließen, wodurch man zur vorherigen Stelle im Text zurückkehrt.

Und nun viel Spaß mit den Fotos!

 
zurück nach oben zum Menü

Johannesburg/Pretoria

Das einzige und gigantische Ballungszentrum Südafrikas, das aus den Millionenstädten Johannesburg und, nur 40 Minuten entfernt, Pretoria sowie den umliegenden Orten und Townships (Schwarzenviertel) besteht, beherbergt mit rund 10 Millionen Menschen fast ein Viertel der Einwohnerschaft Südafrikas. Diesen unglaublichen Boom verdankt die Region nicht etwa dem südafrikanischen Regierungssitz in Pretoria, welcher auch als Hauptstadt von Transvaal immer eine Kleinstadt war, sondern dem mit dem Goldfund von 1886 einsetzenden Goldrausch. Das ganze Gebiet ist über einer der größten Goldadern der Welt entstanden, und bis heute bestimmen die gelblichen Abraumhalden das gesamte Stadtbild. Zu allem Überfluß befinden sich in der näheren Umgebung gleichzeitig die größten Diamantenminen der Welt. Auf 1700 m Höhe gelegen, ist Johannesburg die größte Stadt der Welt, die nicht an einem Fluß oder See liegt.
Und seit dem Ende der staatlichen Rassentrennung ist diese Metropole auch zur Welthauptstadt der Kriminalität geworden. Die Innenstädte werden von Gangs und illegalen Einwanderern beherrscht, nirgendwo sonst gibt es soviele Morde und Überfälle. Täglich werden hier mehrere Autos überfallen und geraubt. Ein Besuch der Innenstädte von JHB und Pretoria sowie besonders der (ehemaligen) Townships birgt für Touristen ein enormes Risiko und kann, wenn überhaupt, nur im Rahmen einer geführten Tour erfolgen.

Pretoria


Fährt man von Johannesburg nach Pretoria, trifft man 6 km vor der Stadt auf das bedeutendste burische Nationaldenkmal, das sogenannte Voortrekker-Monument. Es wurde 1949 errichtet zum Gedenken an die oben erwähnte legendäre Schlacht der Voortrekker (Teilnehmer des Großen Treks) gegen die Zulu am Blood River von 1836 unter Führung von Martinus Pretorius, auf den auch die Stadtgründung und Namensgebung Pretorias zurückgeht.


Das Denkmal besteht aus einem von einer Relief-Nachbildung der zur Verteidigung errichteten Wagenburg gebildeten Innenhof...


... sowie einem begehbaren Zentralturm, der in Wandreliefs die Geschichte des Großen Treks erzählt und von dessen Dach aus man einen...


... guten Blick auf Pretoria werfen kann. Auf dem Bild erkennt man die Autobahn nach JHB, die City von Pretoria sowie am Hügel rechts der Innenstadt das langgestreckte...


... Regierungsgebäude (Union Building). Bei der Bildung der Südafrikanischen Union 1910 verlangten die mächtigen Burenstaaten Transvaal und Oranje von den Briten eine auch örtliche Beteiligung an der Staatsgewalt, und so blieb nur der Parlamentssitz des jungen Staates im dominierenden Kapstadt, während die Sitze der Regierung nach Pretoria und des Obersten Gerichts nach Bloemfontein abgegeben wurden.
Da in der Innenstadt von Pretoria das Sicherheitsrisiko die Anzahl der Sehenswürdigkeiten bei weitem übertrifft, haben wir auf einen dortigen Besuch tunlichst verzichtet und unsere Zeit lieber den viel ungefährlicheren Löwen im Lion Park gewidmet.

Lion Park


In dieser Attraktion 20 km nordwestlich von JHB kann man mehrere große Freigehege mit fast 100 Löwen mit dem (gut geschlossenen) Auto selbständig befahren und nirgends anderswo in Südafrika diese imposanten Tiere so zahlreich und aus solcher Nähe beobachten. Für den Umstand, daß die Löwen hier in einer nur halbwegs natürlichen Umgebung leben, wird man belohnt mit herrlichen Fotos sowie mit...


... einem einzigartigen Erlebnis: einem "Löwen-Streichelzoo". Eigentlich ist dies der hauseigene Kindergarten des Parks, in welchem die zu ihrer eigenen Sicherheit von den Eltern getrennten neugeborenen Löwen-Welpen betreut werden. Da diese von Menschen aufgezogenen Tiere bis zu einem Alter von ca. 5 Monaten absolut zahm und ungefährlich sind, ist es den Parkbesuchern erlaubt, sie unter Aufsicht eines Rangers zu streicheln.

Soweto


Einen Höhepunkt der staatlichen Maßnahmen zur Rassentrennung stellte die in den 50er Jahren verfügte Trennung der Wohngebiete und die damit einhergehenden Zwangsumsiedlungen dar. Ergebnis dieses Vorgehens waren abgeschlossene Wohngebiete der Schwarzen, die sogenannten (und später pseudo-selbstverwalteten) "Townships". Berühmteste und größte aller südafrikanischen Townships war und ist der Verbund von 32 JHB-nahen Townships zur South Western Township, kurz Soweto, auch in Europa in den 70er und 80er Jahren in aller Munde als Zentrum und Symbol der Anti-Apartheit-Bewegung mit Massen-Demonstrationen und Todesopfern sowie als Herkunfts- und Wohnort berühmter schwarzer Südafrikaner wie Nelson Mandela und Erzbischof Tutu. Heute leben in Soweto 3 Millionen Schwarze, natürlich zum aller größten Teil in ärmlichsten Verhältnissen, d.h. in Wellblechhütten ohne Strom- und Wasseranschluß; nur einige besitzen ein Steinhaus (meist aus sozialem Wohnungsbau). Trotzdem wohnen in Soweto nach wie vor Prominente und Millionäre, gibt es hier eine Universität und In-Lokale.


Hier z.B. stehen wir in einem besseren Viertel Sowetos vor dem Haus Nelson Mandelas - schon zu seinen Lebzeiten eine Gedenkstätte.


Und hier sieht man unseren treuen und äußerst redseligen Führer, der uns mehrere Stunden sicher durch die Township begleitete.


Die überwiegenden Eindrücke von Soweto zeugen natürlich bis heute von Armut und Trostlosigkeit.

Johannesburg


Zum Abschluß unseres Aufenthalts im Großraum Johannesburg haben wir es auf der Rückfahrt von Soweto zu unserem Hotel am JHB-Flughafen doch noch gewagt, mit unserem Führer durch die City von JHB zu fahren. Auf den ersten Blick sieht dies aus wie das moderne Zentrum einer Metropole, erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, daß viele der noch schick aussehenden Wolkenkratzer und Bürokomplexe leerstehen, weil sie aus Sicherheitsgründen von den Firmen verlassen wurden. JHB City heute: eine Geisterstadt...

 
zurück nach oben zum Menü

Krüger-Nationalpark

Endlich haben wir JHB verlassen und sind nun...


... auf dem Wege zu lohnenswerteren Zielen, wegen denen der Tourist nach Südafrika kommt und kommen sollte: Tiere, Tiere, Tiere. Nirgends auf der Welt kann man so einfach und selbständig faszinierende Wildtiere beobachten. Wer deshalb Südafrika bereist, wird mehr auf seine Kosten kommen, als er sich vorstellen kann.
Und gleich als Erstes steuern wir ein Naturschutzgebiet an, daß weltweit sprichwörtlich für Tierreservate steht: den Krüger-Nationalpark. Der Park entstand auf persönliche Initiative des Transvaal-Präsidenten Paul Krügers, der 1881 unter dem Unverständnis und Entsetzen der Öffentlichkeit mit der Abschaffung des allgemeinen Jagdrechts begann (damals ein ungeheuer mutiges und ungewöhnliches Vorgehen) und 1898 das heute Krügerpark genannte Gebiet unter Naturschutz und die Obhut von Wildhütern stellte.
Der staatliche Krüger-Nationalpark liegt ca. 300 km nordöstlich Johannesburgs an der Grenze zu Mocambique und ist mit 20000 Quadratkilometern Fläche so groß wie ein Kleinstaat wie Belgien. Seine vollständige Besichtigung braucht Tage oder Wochen, in der Regel sind die Besucher hier mit dem eigenen Auto unterwegs und übernachten im oder am Rande des Parks. Der Park offeriert auch geführte Touren, diese bieten aber kaum mehr als Erkundungen auf eigene Faust und lassen das Erfolgsgefühl beim Entdecken eines sehenswerten Tieres vermissen.
Trotz aller bei vielen Besuchern vorhandener Fauna-Kenntnis und ausführlichen Karten und Hinweisen sind allerdings ohne geschulten Führer Raubkatzen, die immer noch den ganz besonderen Reiz solcher Parks ausmachen, äußerst selten und nur mit viel Glück zu beobachten - nicht weil diese Tiere etwa selten wären, sondern weil sie im Gegensatz zu Pflanzenfressern, die ständig auf Futtersuche sind, den ganzen Tag in ihrem Versteck schlafen oder auf Beute lauern und meist nur in der Nacht jagen. Man tut daher - besonders wenn man nur wenige Tage Zeit mitbringt - gut daran, trotz unverschämter Preise von 150 bis 500 und mehr Euro pro Kopf und Tag sich einem der privaten Wildreservate rund um den Krügerpark anzuvertrauen. Diese wesentlich kleineren (aber trotzdem für europäische Vorstellungen gigantischen) Naturparks leben von durch ausgebildete Ranger geführte Touren und kennen ihr überschaubares Gebiet und deren "Bewohner" wie ihre Westentasche. Raubtiererlebnisse, aber auch Tier-Wissen aus erster Hand und Tips zum Wildaufspüren, sind damit sozusagen garantiert. Außerdem sind nur hier abendliche oder Nachttouren möglich (im Krügerpark streng verboten!).

Kapama Game Reserve


Einer dieser privaten Parks, Zaun an Zaun mit dem Krügerpark, ist das Kapama Game Reserve (Kapama-Wildreservat), wo den Gästen mehrere gepflegte Unterkünfte geboten werden, wie z.B. hier die wildromantischen Baumzelte des Buffalo Camps. Ein eintägiger Aufenthalt beinhaltet 2 Touren (abends/nachts und vormittags) sowie Unterkunft und Vollverpflegung.


Und auf geht's zur Abend-/Nacht-Tour (im typischen Safari-Jeep für 4 bis 9 Gäste)!


Giraffen sind schon faszinierende Lebewesen, wenn man ihnen Auge in Auge gegenübersteht, doch was ist das gegen...


... einen echten Löwen in freier Wildbahn! Hier sind wir gleich nach der Abfahrt auf ein junges Bruder-Schwester-Löwenpäarchen getroffen, das sich gemeinsam zur Tränke begibt.


Nicht weniger eindrucksvoll und gefährlicher sind Nashörner, allerdings viel leichter zu beobachten (Pflanzenfresser!).


Der Hornbill ist einer der häufigsten und auffälligsten Vögel im Krügerpark, hier ist ein Yellow Hornbill oder Gelbschnabeltoko zu sehen.


Schon schwieriger zu beobachten sind die zumindest hier im Krügerpark seltenen, wunderschönen Perlhühner.


Zu den spannensten Momenten in einem Nationalpark gehört sicherlich die nächtliche Suche nach Tieren, wenn bei spärlichem Licht der Ranger sich nur an den arttypischen Geräuschen der Tiere orientieren kann. Elefanten z.B. brechen mit Rüssel und Stoßzahn große Äste von den Bäumen ab, um anschließend die Rinde zu verzehren. Das weithörbare Krachen solcher Tätigkeit führte uns auf die Spur dieser Dickhäuterherde mit Jungtieren.
Elefanten sind äußerst wehrhafte Tiere, lassen sich dennoch aus nächster Nähe bei gebotener Vorsicht ohne größeres Risiko betrachten, da sie bei empfundener Bedrohung immer erst Warnrufe ("Trompeten") und -Gesten vollführen, bevor sie zur Verteidigungsattacke übergehen. Diese Tiere hier ließen sich jedenfalls durch den Suchscheinwerfer unseres Jeeps nicht weiter stören.


Unsere Vormittagssafari am nächsten Tag führt uns zu wesentlich gefährlicheren Tieren: Büffel. Diese Wesen gehen unvermutet und ohne Vorwarnung zum Angriff auf potentielle Bedrohungen über und sollten nur aus großer Distanz beobachtet werden.
Bei genauer Betrachtung des zweiten Fotos sieht man, daß die Büffel mit einer Vogelart in Symbiose leben: den Rotschnabel-Madenhackern, auf englisch kurz und treffend: Oxpecker (Ochsen-Picker).


Hier läuft uns noch einmal der König der Tiere über den Weg. Da er auf der anderen Seite des Zaunes, der das Kapama Game Reserve vom Krügerpark trennt, liegt, können wir uns ihm ungefährdet nähern. Es ist ein Exemplar der vom Aussterben bedrohten Rasse der nordafrikanischen Berberlöwen, von der es zur Zeit nur noch ca. 70 Tiere weltweit gibt.


Noch seltener als einen Löwen bekommt man einen Geparden zu Gesicht. Diese Entdeckung ist ein großer Glücksfall. Der Gepard ist eines der elegantesten Wildtiere, mit bis zu 120 km/h das schnellste laufende Lebewesen sowie die einzige Katze, die ihre Krallen nicht einziehen kann.


Weitere aufregende Tiere: Nashorn, Giraffe und - Schakal (unsere einzige Beobachtung dieses schwer zu findenden Tiers).


Jetzt heißt es Abschiednehmen vom Kapama Game Reserve. Von nun an müssen wir auf eigenen Beinen stehen. Auf in den:

Krügerpark (1. Tag)

Die Entdeckung von Wildtieren ohne ausgebildeten Führer ist eine anstrengende aber lohnende Sache. Im Krügerpark bewegt man sich dazu mit dem eigenen, gut geschlossenen Auto langsam auf den angelegten Asphalt- und Sandstraßen, versucht, alle überflüssigen Geräusche zu vermeiden, und schaut aufmerksam in alle Richtungen, um eines der in der Regel gut an seine Umgebung angepaßten Tiere zu entdecken.


Und schon sind wir fündig geworden: eine Hyäne ist selten und schwer zu entdecken.


Auch wilde Strauße sieht man nicht oft.


Dieses Tier ist eines der auffälligsten und häufigsten im Krügerpark und immer wieder hübsch anzusehen: die Impala (Schwarzfersen-Antilope). Die Ranger bezeichnen sie auch scherzhaft als "Lion Food" (Löwenfutter), denn zusammen mit dem Warzenschwein bildet sie die Hauptnahrungsquelle für die Raubtiere des Parks.


Hier treffen wir auf eine der zahlreichen Zebra-Herden im Park.


Das Nilpferd ist eines der gefährlichsten Tiere überhaupt. Obwohl es kein Raubtier ist, gibt es in Afrika mit Nilpferden um vieles häufiger tödliche Unfälle als z.B. mit Haien, Krokodilen oder Raubkatzen. Hauptgrund dafür ist sicherlich, daß das Nilpferd als Pflanzenfresser und durch sein gutmütiges, harmloses Aussehen und behäbiges Benehmen stark unterschätzt wird. Es verbringt den ganzen Tag im Fluß und kommt am Abend zum Grasen ans Ufer, wo es einen 100 bis 200 m breiten Streifen als sein Revier ansieht, welches es auch am Tage gegen jeden Eindringling aggressiv verteidigt. Es kann daher stets nur aus großer Entfernung beobachtet werden. Der Kiefer des Nilpferdes ist unglaublich stark und zertrennt jeden menschlichen Störenfried mit einem einzigen Biß.


Auch Krokodile läßt man tunlichst in Ruhe und beobachtet sie lieber mit dem Fernglas von einem sicheren Platz.


eine Gnu-Herde


ein Kudu


In dieser idyllischen Flußlandschaft kann man Paviane, Nilpferde und Elefanten entdecken.

Drakensberge

Heute machen wir einen Tag Pause vom anstrengenden Tieresuchen. Der Krügerpark liegt in landschaftlich sehr reizvoller Umgebung, nämlich im zur mocambikanischen Küste abfallenden Hinterland der Drakensberge, welche Südafrika als auffälligstes Gebirge von Nordost nach Südwest durchzieht und (in der Enklave Lesotho) eine Höhe von fast 3500 m erreicht. Das Gebirge ist mit seiner wildromantischen zerklüfteten Erscheinung mit vielen Schluchten, Flüssen, Stromschnellen und Wasserfällen ein ideales und sehr beliebtes Wander- und Erholungsgebiet.


Lone-Creek-Wasserfall (70 m)


Mac-Mac-Wasserfall


God's Windows-Aussichtspunkt


Lissabon-Wasserfall (92 m)


Die Drakensberge-Wasserfälle sind für die zahllosen Souvenirverkäufer ein lohnendes Touristenjagdgebiet. Hier haben sie ein neues Opfer gefunden.


Für die Kinder der Souvenirverkäufer bedeutet das: ganztägiger Familienausflug!


Berlin-Wasserfall


Burke's Luck Potholes: An der Stelle, wo vor gut 100 Jahren ein Mann Namens Burke Riesenglück mit einem Goldfund hatte, schuf die Flußerosion ein einzigartiges Naturwunder, indem sie durch rotierende Steine in Jahrmillionen zylindrische Löcher in die rote Erde bohrte.


Landschaftlichen Höhepunkt dieser Landschaft bildet jedoch der Blyde River Canyon, eine 26 km lange und 800 m lange, ebenfalls durch Flußerosion entstandene Schlucht mit interessanten Felsformationen, wie z.B. ...


... den Drei Rondells (rechts oben), die tatsächlich den typischen afrikanischen Rundhütten sehr ähnlich sehen.

Krügerpark (2. Tag)


Und wieder sind wir im Krügerpark unterwegs und sehen gleich einmal dieses schöne Nashorn aus nächster Nähe.


Endlich ist uns auch mal ein Foto der Warzenschweine gelungen, die zwar zu den häufigsten größeren Säugetieren des Parks zählen, aber so unglaublich scheu sind, daß man sie in der Regel leider nur rennend und von hinten vor die Linse bekommt.


Elen-Antilopen


Ein Wildreservat wie der Krügerpark ist kein Zoo, hier gibt es das normale Leben und Sterben. Dieser Elefant hat den Überlebenskampf verloren.


Diese Elefanten-Herde erfreut sich dagegen noch ihres Lebens und hat offensichtlich großen Spaß bei Plantschen an der Wasserstelle.


Paviane (Mama mit Kind)


Dieser hübsche Vogel heißt Gabelracke.


Na, wie viele Elefanten sind zu sehen?    (Lösung: 3)


Selbst dieser kleine Piepmatz kann sich vor uns nicht verstecken!


Flußlandschaft


Giraffen werden den ganzen Tag von Vögel begleitet, die ihnen Ungeziefer aus dem Fell picken.


Auch beim zwanzigsten Treffen behält eine solche Zebraherde für den Besucher ihre Faszination.


noch ein paar hübsche Fotos von den schwer zu beobachtenden Büffeln


Dies ist ein Ground Hornbill oder Hornrabe.


Der Tag geht zu Ende, und damit auch unser unvergeßlicher Besuch im vielleicht erstaunlichsten Tierparadies der Welt. Mit einem letzten Blick auf diesen Fluß und die dort lebenden Nilpferde verabschieden wir uns vom Krüger-Nationalpark.

 
zurück nach oben zum Menü

Hluhluwe / St. Lucia

Vom Krügerpark aus umfahren wir nun das Swaziland und begeben uns zum nördlichsten Teil der südafrikanischen Indik-Küste, wo sich weitere interessante Wildreservate, rund um die Küstenstadt St. Lucia gelegene bedeutende Mangrovengebiete und nebenbei auch das Hauptstammesgebiet der Zulu befinden, des größten Stammes im heutigen Südafrika.


Abends sind wir in der Nähe des Hluhluwe-Parks (sprich: Schlu-schlu-e) angekommen und in einem riesigen Landhotel abgestiegen. Hier wird den Gästen als abendliche Unterhaltung einer der beliebten Zulu-Tänze vorgeführt, wobei es nicht ausreicht, einfach nur zuzusehen (siehe letztes Bild!).

Hluhluwe-Wildreservat


Auf unserer Selbst-Fahrt (geführte Touren werden hier wie überall auch angeboten) durch den Hluhluwe-Park haben wir gleich am frühen Morgen eines der faszinierendsten Tiererlebnisse der ganzen Reise: eine gigantische Elefanten-Herde von schätzungsweise über hundert Tieren kreuzt vor uns die Straße! Das dürfte auch für die einheimischen Tierfreunde, die häufig ihre Naturreservate aufsuchen, ein selten schöner Anblick sein. Da im ganzen Park nur etwa 200 Elefanten leben, treffen wir hier also mit einem Male gleich auf gut die Hälfte von ihnen.


Für diese faszinierenden Kreaturen ist der Hluhluwe-Park in Südafrika eigentlich berühmt: Nashörner. Der Bestand dieses Parks ist der größte im ganzen Lande.


Endlich finden wir auch mal die Gelegenheit, von den eigentlich häufigen, aber scheuen Nyala gute Fotos zu machen, hier sogar von zwei Böcken im Kampf.


ein Ibis-Pärchen


Hier können wir endlich einmal Warzenschweine in Ruhe fotografieren.


Von einer Vogelwarte aus bewundern wir die beeindruckende Netzbautechnik dieser Maskenweber.


Mit viel Glück haben wir auch diesen Waran entdeckt.


noch ein namenloser, aber süßer Piepmatz :-)


Mit diesem letzten schönen Blick auf mehrere Giraffen beenden wir unseren Besuch des Hluhluwe-Wildreservates.

St. Lucia

St. Lucia ist ein an sich unbedeutender und unscheinbarer kleiner Ort am Indischen Ozean, jedoch umgeben von sehenswerten Naturparks und Touristenattraktionen, wie z.B. dem Crocodile Centre. Der Grund für den Reiz dieser Region liegt in der bemerkenswerten aus Mangrovensümpfen bestehenden Küstenlandschaft mit interessanter Flora und Fauna.


Nicht unbedingt traumhaft und einladend ist der Strand im Umkreis der Stadt, dazu kommt noch ein gehöriges Sicherheitsrisiko, da dieser Landstrich Südafrikas hauptsächlich von armen Schwarzafrikanern bewohnt wird.

Pflichtteil eines jedes St.-Lucia-Besuchs ist dagegen eine Bootsfahrt durch die St. Lucia Wetlands, den staatlichen Feuchtgebiet-Nationalpark, der praktisch direkt in der Stadt beginnt. Auf diese Weise kann man den besten Blick auf...


... die Sümpfe werfen, welche durch Mangroven (eine Pflanze, die sowohl in Süß- als auch Salzwasser leben kann und deshalb in warmen Ländern typisch für meeresnahe Feucht- und Überschwemmungsgebiete ist) dominiert werden. Gleichzeitig kann man vom sicheren Bootsdeck aus aller nächster Nähe wundervoll...


... Krokodile beobachten und...


... Nilpferd-Herden mit Jungtieren. Dazu haben wir übrigens hier glücklicherweise die Ebbe-Periode erwischt, in welcher der Fluß für die Nilpferde nicht tief genug ist, um sich - wie sie es normalerweise tun - im Wasser zu verstecken und nur mit den periskopartig herauschauenden Augen die Umgebung argwöhnisch zu beobachten. Die Nilpferde auf den ersten beiden Fotos stehen (!) auf dem Grunde des Flusses.

Crocodile Centre

Für Reptilienfreunde stellt das wenige Kilometer vor der Stadt gelegenen Crocodile Centre eine sehenswerte Attraktion dar. Hier kann man regelrechte Krokodilstudien betreiben, da die weltweit wichtigsten Arten alle vertreten sind:


Nilkrokodile (am ganzen Nil und im südlichen Afrika beheimatete, vom Aussterben bedrohte Krokodilart) mit...


... Aufzuchtstation (zur Rettung dieser Spezies);


Langschnauzen-Krokodile (mit Aufzuchtstation);


Zwerg-Krokodile sowie


die nordamerikanischen Alligatoren.


Daneben beherbergt das Crocodile Centre auch andere Reptilienarten wie Schlangen (hier eine Boa) und Schildkröten sowie...


... interessante Flora wie diesen Palmfarn.

 
zurück nach oben zum Menü

Drakensberge (Giant's Castle und Royal Natal Park)


Von St. Lucia fahren wir Richtung Nordwesten auf das Zentralmassiv der südafrikanischen Drakensberge zu, das sich entlang der Grenzen des Hochgebirgs-Staates Lesotho windet. Wir wollen in den nächsten 2 Tagen die alpine Seite Südafrikas kennenlernen, die man vor lauter Tiersafaris nicht übersehen sollte. Schon auf der Hinfahrt bieten sich diese beindruckenden Blicke in die Bergwelt.


Zugleich lernen wir hier in Kwazulu-Natal eines der ehemaligen schwarzen Homelands, also eine der während der Apartheid den Schwarzen mit Pseudo-Selbstverwaltung zugewiesenen Provinzen, kennen, wo diese bis heute in ärmlichsten Verhältnissen leben.

Giant's Castle


An Tag 1 führt unsere Wanderung durch die Bergwelt des Giant's Castle Game Reserve, einem Naturschutzgebiet rund um den Berg, der an die Burg eines Riesen erinnert. Seltene alpine Tiere wie Bergantilopen haben wir zwar leider nicht gesehen, dafür aber einen...


... fantastischen Blick auf Lesotho mit seiner geschlossenen Kette von 3000er (Zentrum dieses Panoramafotos) genossen.


Auf unserer weiteren Wanderung treffen wir auch auf bemerkenswerte Pflanzen wie diese...


Natal-Zylinderputzer,


Mittagsblumen und diesen...


Protea.

Royal-Natal-Nationalpark


Nun steuern wir auf die vielleicht größte Sehenswürdigkeit der Drakensberge zu: das Amphitheater im Royal Natal National Park. Das Amphitheater (Hintergrund, Bildmitte) ist eine 8 km breite, über 3000 m hohe und in der Mitte 850 m steil abfallende halbrundförmige Felsformation, links und rechts von 2 Bergen abgeschlossen.


Auch auf dieser Fahrt durchqueren wir ärmliche schwarzafrikanische Siedlungen mit (hier zu erkennender) "zentraler Warmwasserversorgung", teilweise vor...


... fantastischer Bergkulisse. Hier ist das Amphitheater schon wesentlich näher gekommen.


Der Weg zum Amphitheater ist lang und steinig. Der Nationalpark ist riesig, im Inneren zählt als einziges Verkehrsmittel Schusters Rappen. Vom letzten Parkplatz bis ins Zentrum des Amphitheaters, wo der Wanderer von herrlichen Wasserfällen von vielen hundert Metern Höhe belohnt wird, und zurück ist es eine Tagestour, die man mit Sonnenaufgang beginnen muß, um rechtzeitig zurück zu sein. Da wir soviel Zeit leider nicht haben, bleibt uns nur eine Stichwanderung in Richtung Amphitheater.


Der uns begleitende philippinische Fotoreporter nutzt diesen kleinen Ausflug, um sämtliche südafrikanischen Blumen und Sträucher zu katalogisieren wie diesen Natal-Zylinderputzer,


verschiedene Protea-Arten,


eine Faserrinde,


verschiedene Farn-Arten, sowie diese...


... Felsen-Aloe.


Und Heuschrecken gibt es hier natürlich last but not least auch.

 
zurück nach oben zum Menü

Bloemfontein

Die Stadt Bloemfontein ist zwar nicht unbedingt etwas Besonderes, liegt aber auf unserer längsten Fahrstrecke von den nördlichen Drakensbergen zu unserem nächsten Hauptziel, der von Port Elizabeth nach Kapstadt führenden weltberühmten Gartenroute. Da der kürzere Weg dorthin durch das südöstlich von Lesotho gelegene ehemalige Homeland Transkei führen würde, welches aus Sicherheitsgründen gemieden werden sollte, nehmen wir die nördliche Passage um Lesotho herum und haben damit die Gelegenheit, die Hauptstadt des ehemaligen Buren-Freistaates Oranje kennenzulernen.
Die Stadt ist seit Gründung der Südafrikanischen Union 1910 Sitz des Obersten Gerichtshofs und somit heute sozusagen "3. Hauptstadt" Südafrikas (nach Pretoria und Kapstadt), macht aber einen eher unbedeutenden, trostlosen und heruntergekommenen Eindruck. Nur in der Präsident-Brand-Straße im City-Center atmet noch der Hauch der Geschichte, hier befinden sich alle wichtigen Gebäude der Stadt:


das Rathaus (1935),


der Vierte Ratssaal (1893), bis 1900 (britische Okkupation) Sitz des Oranje-Volksrates,


das Alte Regierungsgebäude (1875) der ehemaligen Burenrepublik,


der Oberste Gerichtshof (1906),


die Feuerwache sowie das älteste Gebäude der Stadt:


der Ou Raadzaal (Alte Ratssaal), 1849 als Schule erbaut und 1849 bis 1852 als Tagungsort des Ältestenrates der im Entstehen begriffenen Burenrepublik benutzt. 1854 wurde hier bei der eigentlichen Gründung des Oranje-Freistaates der 1. Präsident der jungen Republik vereidigt.


Auf unserer nun über 500 km langen Fahrstrecke zum Meer und zur Gartenroute bewegen wir uns entlang der Ostgrenze der Großen Karoo-Wüste, welche 1000 km nördlich in die Kalahari übergeht.

 
zurück nach oben zum Menü

Gartenroute


Es wird langsam dunkel und wir haben die Gartenroute fast erreicht. In einem Vorort von Port Elizabeth, genannt Uitenhagen, entdecken wir diese schöne alte Stadtkirche im viktorianischen Stil.

Tsitsikamma-Nationalpark


Die 130 m hohe Paul-Sauter-Brücke über den Storms River bildet den östlichen Abschluß der sogenannten Gartenroute. Ihren Namen erhielt die Gartenroute nicht etwa von den Touristen, sondern von den burischen Siedlern, welche diesen praktisch immergrünen schmalen Streifen zwischen Meer und gegen Wüstenwinde schützendem Küstengebirge als paradiesisch fruchtbar empfanden.
Wir befinden uns nun schon inmitten des Tsitsikamma-Parks, welcher dem Laufe des im Küstengebirge entspringenden Storms Rivers folgt.


Die Sehenswürdigkeiten dieses Parks bestehen in den bis zu 800 Jahre alten Bäumen (und den Hunden auf dem Besucherparkplatz) sowie - als Hauptattraktion - der...


... rauhen Mündungs- und Küstenlandschaft mit abenteuerlich anmutenden Wanderwegen und wie immer interessanter Flora und Fauna, wie z.B.


dieser Afrika-Lilie,


großen Tausendfüßlern (ca. 10 cm lang),


Berg-Sukkulenten und


riesigen Möwen.

Wilderness-Nationalpark


Der ca. 80 km weiter westlich auf der Gartenroute liegende Wilderness-Park besteht ebenfalls aus urwüchsiger Küstenlandschaft, vom Meer abgeschnürten, nur bei Flut überschwemmten Lagunen (Das zweite Foto entstand übrigens auf der auf dem ersten Fotos ganz links zu sehenden Landzunge.) sowie prächtigen Seen, die zu Ruderausflügen einladen und zum...


... Blumen-Fotografieren. Hier sind Namaqua-Gänseblümchen zu sehen.


Hier sieht man Zylinderputzer,


einen Echino-Kaktus,


einen Cleisto-Kaktus,


wilden Pfeffer sowie


Paradiesvogelblumen.

Oudtshoorn (Straußenfarmen)


Über das Küstengebirge machen wir jetzt einen kurzen nördlichen Abstecher nach Oudtshoorn, dem Weltzentrum der Straußenzucht, in welchem am Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts zur Zeit der Straußenfedermode so einige Züchter über Nacht zu Millionären wurden, deren Villen noch immer in der Stadt zu sehen sind. Heute ist die Straußenzucht in Oudtshoorn und Südafrika ein ganz normaler agrarischer Industriezweig, der sehr leichte weiche große Federn für Gebrauchsgegenstände wie Staubwedel und das typisch genarbte Leder für Schuhe, Taschen und Bekleidung produziert sowie die Restaurants im Land und in aller Welt mit schmackhaftem, fettarmem Straußenfleisch beliefert, das man in Südafrika zum gleichen Preis wie Rinder- oder Schweinefleisch erhält.
Straußenfarmen bedecken das Gebiet in und um Oudtshoorn soweit das Auge reicht, die großen und bekannten bieten Touristen Führungen an. Die Tiere brauchen sehr viel Platz, oft beherbergt ein hektargroßes Gatter nur ein einziges Straußenpärchen.


Jede Farm hat dazu ihre eigene Aufzucht mit Brutkästen und Jungtiergehegen.


Auch das in der Paarungszeit rotgefärbte Beinkleid der Männchen wird als Leder weiterverwendet.


Straußeneier sind genauso groß wie stabil und werden auch als kunstvoll oder einfach nur kitschig verzierte Behälter oder Lampen unters Volk gebracht.


Obligatorischer Abschluß jeder Straußenfarm-Führung ist das Straußenreiten der Gäste, wobei man sich ohne Sattel mit einem Griff in die kräftigen Flügel der Tiere auf deren Rücken hält (oder auch nicht), sowie...


... ein vorgeführtes Straußenrennen.

Knysna


Von Oudtshoorn fahren wir noch einmal nach Knysna zurück, das wir auf der Hinfahrt bei großem Unwetter leider unbesichtigt beiseite lassen mußten. Da diese hübsche Küstenstadt doch einen Blick wert ist, sind wir noch einmal umgekehrt. Durch wunderschöne Landschaft entlang der großen Bucht fährt hier der berühmte Dampfzug von Knysna.


Noch bekannter sind die "Heads of Knysna", zwei gegenüberliegende Felsen, durch welche eine nur sehr enge Meeresstraße in die geschützte Bucht von Knysna führt. (Diese Naturerscheinung erinnert alle Besucher des antiken Griechenlands sofort sehr stark an die Schlagenden Felsen der Odyssee, das Tor des Bosporus in das Schwarze Meer.)


Die Landzunge, die zum östlichen "Head" (Kopf) führt, ist ein Naturschutzgebiet mit beachtenswerten Pflanzen wie z.B. dieser Gerbera.


Der Dampfzug von Knysna fährt die Küste entlang weiter Richtung Westen nach...


... Mossel Bay.
In diesem kleinen historischen Ort, indem sich zur Zeit der Indienfahrer im 15. und 16. Jahrhundert ein wichtiges Trinkwasser-Reservoir und ein "Postbaum" zum Hinterlassen von Nachrichten befand und wo die Reise von "Südafrika-Entdecker" Bartholomeu Diaz endete, ist die westliche Grenze der Gartenroute erreicht. Im historischen Ortskern (Mitte links) befinden sich noch alte kapholländische Häuser aus dem 18. Jahrhundert.

 
zurück nach oben zum Menü

Die Südspitze Afrikas

Von der Mossel Bay aus ist es nicht mehr weit bis zum südlichsten Punkt von Afrika. Und das ist nicht (wie oft irrtümlich angenommen) das Kap der Guten Hoffnung, sondern das östlicher gelegene, landschaftlich unauffällige Kap Agulhas. Ab hier beginnen auch die einfach unglaublichen Walbeobachtungsmöglichkeiten, für die vor allem der nahe Kap Agulhas gelegene Küstenort Hermanus legendär ist.

Kap Agulhas und Hermanus


Hier also, 300 m hinter dem Leuchtturm, stehen wir nun auf dem wahrhaft südlichsten Punkt Afrikas, noch fast 200 km vom viel berühmteren Kap der Guten Hoffnung entfernt, das wegen seiner beindruckenden Ausformung, den aufeinandertreffenden Meeresströmen und Winden den seefahrenden Entdeckern viel beeindruckender und als wichtigster Passierpunkt auf dem Weg vom Atlantischen zum Indischen Ozean erschien.


Tja, und da sind sie schon, die Wale. Kaum fahren wir in Hermanus an die Uferstraße, sehen wir noch beim Einparken große Flossen aus dem Wasser ragen. Die Faszination eines solchen Anblicks ist unbeschreiblich. Zusammen mit hunderten anderen Besuchern (die besten Aussichtspunkte und "Sitzfelsen" sind den ganzen Tag gut besetzt) lehnen wir uns zurück und genießen den Anblick der hier vom flachen Meeresgrund äsenden riesigen Tiere.
Die Wale, die hier am Kap zu beobachten sind, gehören zur Art der Glattwale und werden 14 m lang und 45 t schwer. Man kann ihnen stundenlang zusehen und starrt meist so lange aufs Meer, daß man irgend wann überall Wale zu sehen glaubt und sich selbst "schnellbewegende Steine" in Meeressäuger verwandeln. :-)

 
zurück nach oben zum Menü

Kapstadt/Weinstraße

Von Hermanus steuern wir in Richtung Nordwesten der letzten Etappe unserer Reise zu: Kapstadt und die Kaphalbinsel. Touristisch interessant ist diese Region nicht nur wegen der wohl reizvollsten Stadt Südafrikas und der herrlichen Küstenlandschaft des Kaps, sondern auch als eines der weltweit bedeutendsten Weinanbaugebiete.

Stellenbosch


Stellenbosch ist die nach Kapstadt zweitälteste Stadt Südafrikas und bietet die landesweit besten Einblicke in die kapholländische Architektur und Lebensweise des 18./19. Jahrhundert und damit als einzige südafrikanische Stadt ein wenig (burischen) Hauch der Geschichte. Hier sind ganze historische Straßenzüge erhalten geblieben und zum Teil liebevoll und weiträumig in sehenswerte Museen umgewandelt worden.


Das Umland von Stellenbosch besteht aus Weinbergen soweit das Auge reicht. Die Stellenbosch-Weinstraße, ein Zusammenschluß aus 28 nahegelegenen Weingütern, ist die bekannteste und erfolgreichste in Südafrika. Die Weingüter Südafrikas leben nicht nur vom reinen Weinverkauf, sondern auch von den Besucherströmen, die hierher zu Weinproben, Besichtigungen und Souvenirkauf kommen - was durch die Nähe (48 km) der "Touristenhauptstadt" Kapstadt noch begünstigt wird. Besonders deutsche Reisende geben sich hier die Klinke (bzw. die Weinprobe-Gläser) in die Hand.

Kaphalbinsel

Wir verlassen jetzt Stellenbosch, fahren weiter Richtung Westen und lassen Kapstadt erstmal rechts liegen, um entlang der Nordküste der False Bay auf die Kaphalbinsel südlich von Kapstadt zu gelangen.


Erster und wichtigster Ort hier ist Muizenberg als Badeort der Kapstädter am Indischen Ozean. Obwohl Kapstadt selbst am Meer liegt, ist das halt nur der ganzjährig kühle (unter 20 Grad Celsius) und stürmische Atlantik. Auf der anderen Seite der Kaphalbinsel dagegen liegen der besonders im hiesigen Sommer viel wärmere Indische Ozean und die geschützten False Bay, und hier ist eben Muizenberg der von Kapstadt aus nahegelegenste (35 km) Badeort und hat entsprechend mondäne Zeiten hinter sich (siehe viktorianische Badehäuschen!). Heute ist vom alten Glanz nicht viel geblieben, der Ort wirkt heruntergekommen wie die meisten südafrikanischen Städte.
Kleiner historischer Exkurs: In Muizenberg landeten vor 200 Jahren die ersten britischen Kriegsschiffe zum Angriff auf die Kapkolonie und bestand 10 km südlich in Simon's Town bis 1957 die wichtigste britische Garnison; hier starb auch der "britische Cortez", der berühmt-berüchtigte Abenteurer, Diamantenmagnat, Kapgouverneur und Rhodesien-Eroberer Cecil Rhodes.


Auch das 10 km südlicher gelegene Simon's Town ist ein Badeort und nicht der Rede wert, wäre hier nicht eine zoologische Sehenswürdigkeit des unbedingten Anschauens wert: eine Kolonie freilebender Brillen-Pinguine. Der Strandbereich, wo diese Tiere leben, wurde zum Naturpark umgewandelt und führt die Besucher über Holzstege behutsam in Beobachtungsnähe.


Nun sind wir am Ziel: Das berühmte Kap der Guten Hoffnung, der Punkt, der ozeanographisch Atlantik und Indik trennt und wohl durch die Schwierigkeit der Umschiffung (Das Kap ist ein Paradies für Wrack-Taucher!) sowie den abrupten Strömungs- und Temperaturwechsel an dieser Stelle die früheren Seefahrer davon überzeugte, hier den entscheidenden Wegpunkt auf der Reise nach Indien erreicht zu haben. Von hier ab waren sie "guter Hoffnung", den Rest der Fahrt glücklich zu überstehen, da die größten seefahrerischen Widrigkeiten hinter ihnen lagen.
Auf der Karte der Kaphalbinsel kann man sehen, daß sich die Spitze der Kaphalbinsel gabelt. Auf diesen Bilder sieht man das westliche dreifingerförmige eigentliche Kap der Guten Hoffnung, ...


... hier dagegen den östlichen Cape Point, der die eigentliche äußerste Spitze der Kaphalbinsel bildet und mit seinen hohen, steilen, wellenumtosten Klippen um vieles dramatischer erscheint.


Fantastischer Blick vom Cape Point nach Norden: links sieht man den Atlantischen, rechts den Indischen Ozean, dazwischen die Kaphalbinsel, hinter deren Bergen in 50 km Entfernung (Luftlinie) Kapstadt liegt.


Die Kaphalbinsel ist auch berüchtigt für die hier freilebenden Paviane, welche durch die gedankenlosen Fütterungen durch Besucher auf den Parkplätzen aggressiv und gefährlich geworden sind.


Nun steuern wir nordwestlich quer über die Kaphalbinsel die Atlantikküste an. Diese schroffe Landschaft ist fast vollständig Naturschutzgebiet. Hier findet man freilebende Antilopen und Schildkröten. Und ein Blick auf die Küste mit dem auf Grund gelaufenen Schiff verrät, wie gefährlich dieser Teil des Atlantiks auch heute noch für die Seefahrt ist.

Kapstadt (Victoria-Alfred-Waterfront)


Ein Besuch in Kapstadt, der ältesten und heute zweitgrößten Stadt Südafrikas, bei welchem es erstaunlich wenig zu sehen gibt, beginnt für die meisten Fremden an der Victoria-and-Alfred-Waterfront (kurz VAW), dem touristischen Zentrum der Stadt. Diese ehemaligen Hafenanlagen, von Queen Victoria gesponsert und Prinz Albert 1860 eingeweiht, wurden in den 30er, 40er und 50er Jahren zunehmend zum neuen Handels- und Geschäftszentrum Kapstadts ausgebaut und mit Beginn der 90er Jahre unter großem Investitionsaufwand und liebevoller Restauration aller historischen Bauten zu einer Flanier-, Einkaufs-, Kunst- und Unterhaltungsmeile umgestaltet. Zentraler Punkt an der VAW ist das gigantische Einkauf- und Vergnügungszentrum Victoria Wharf mit über 200 Geschäften, Galerien, Kinos, Restaurants, Hotels und Kneipen.
Hier die Erklärung des von der Victoria-Wharf-Promenade gemachten 200-Grad-Panorama-Fotos (unteren Rollbalken benutzen!) von links nach rechts: Frachter- und (im Hintergrund) Passagier-Kai; Hafenbecken; Tafelberg (wolkenverhüllt), davor ebenfalls VAW, ganz im Vordergrund Jacht- und Ausflugs-Kai; ganz rechts Victoria-Wharf-Promenade, im Hintergrund der Signal Hill


Blick von der VAW-Uferpromenade zum Victoria Wharf

Das Two-Oceans-Aquarium ist eigentlich die einzige Pflicht-Sehenswürdigkeit an der VAW. Es wurde 1995 eröffnet und bietet als größtes Meereskundemuseum der südlichen Hemisphäre faszinierende Unter- und Überwasser-Einblicke, z.B. auf:


Quallen,


Seeschlangen,


Zebrafische,


Shrimp-Fische (erinnern in ihrer Form eher an Krabben als an Fische),


Clown-Fische,


Kugelfische (extrem giftig!) und Steinfische (Na, wo ist der Meister der Tarnung versteckt?),


Riesenkrabben (leider gibt das Foto kaum einen Eindruck von der wahren Größe dieser gruselig anmutenden Kreaturen),


Hummer,


Kinder (man fühlt sich durch die Größe und Häufigkeit der Schulklassen in diesem Aquarium fast wie im Fernen Osten),


Königs-Protea (rote Blütenblätter) und Nadelkissen-Protea (kleiner, auch auf dem ersten Bild zu sehen),


Pinguine und den


Kelpwald mit Stierhaien (Das ist die größte und zentrale Attraktion des Aquariums. Für dieses 10 m hohe Becken, das man unten in einer Glasröhre durchqueren kann, kann man sogar Tauchexkursionen buchen. Daher sind witziger Weise auch ständig Taucher zu sehen, welche die Fische füttern.).


Was kann man noch machen an der VAW? Eine Hafenrundfahrt! Hier hat man noch mal einen Überblick auf die VAW (mit Tafelberg und Signal Hill im Hintergrund) und kann die Seehunde beobachten, die am Kap heimisch sind.

Kapstadt (Historisches Zentrum)

Seit sich das geschäftliche und touristische Treiben von Kapstadt in den 90er Jahren eher zur 2 km entfernten VAW verlagert hat, geht es im historischen Zentrum Kapstadts zwischen...


... Rathaus (1905) und Tafelberg mit seinen...


... viktorianischen Straßenzügen "beschaulicher" zu. Fast erinnert dies ein wenig schon an den heutigen Zustand der Innenstadt Johannesburgs und lädt nicht unbedingt zum entspannten Verweilen ein...


Am sehenswertesten ist hier (direkt am Rathausplatz) das Kastell der Holländisch-Ostindischen Gesellschaft als ältestes Gebäude Südafrikas und Keimzelle von Stadt und Staat. Die geräumige, großflächige Festung mit 5 Kanonen-Bastionen wurde 1666 von 3000 Matrosen in nur einem Jahr als Residenz für Gouverneur Van der Steel und Garnison erbaut. Noch im 19. Jahrhundert nutzte auch der britische Gouverneur dies als seinen Sitz.


Von den Bastionen hat man einen recht guten Überblick auf Rathausplatz und Stadtzentrum. (Achtung, Panoramabild! Bitte nach Aufruf unteren Rollbalken benutzen!)


Im Inneren des Forts befindet sich ein recht interessantes Museum, z.B. mit Uniformen der Söldner der Holländisch-Ostindischen Gesellschaft oder späteren britischen Kapkolonie-Truppen.

Kapstadt (Signal Hill und Tafelberg)


Zu Unrecht hat der Tafelberg seinem kleinen Bruder Signal Hill den Rang abgelaufen. Ein Blick vom Signal Hill, der seinen Namen von dem von hier abgegebenen Zeitzeichen (früher per Mittagskanone, heute ein elektronischer Knall) erhielt, ist nicht weniger beeindruckend und hat sogar zusätzliche Reize, da er dichter an Stadt und Meer liegt, nicht zu hoch ist (350 m) und fast schon einen Geheimtip darstellt, wodurch hier im Gegensatz zum Tafelberg romantische Beschaulichkeit herrscht.
Das große Panoramafoto zeigt von links nach rechts die Bucht und Häuser von Kapstadt, den Tafelberg und...


... das langgestreckte Tal entlang der Bergkette "Zwölf Apostel", das südwärts zum Indischen Ozean und nach Muizenberg führt.


Blick auf die City von Kapstadt


Blick auf Meer und Robben Island (die ehemals berüchtigte Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela sein halbes Leben verbringen mußte, ist heute wieder ganz in der Hand der Robben - und Touristen)


Auf der Rückfahrt in die Stadt erleben wir diesen wunderschönen Doppel-Regenbogen.


Nach Einbruch der Dunkelheit zieht es uns noch einmal auf den Signal Hill. Dieser nächtliche Blick auf Kapstadt (Panoramafoto) war die Mühe wert!


Und nun sind wir nach 1 Stunde Schlangestehen an der Seilbahn auch endlich auf dem legendären Tafelberg angelangt, dessen Besteigung nur bei (seltenem) wolkenfreien Wetter lohnt und daher nicht jedem Touristen vergönnt ist. Das heute 1080 m hohe Plateau besteht aus Sandstein und Schiefer und war vor einigen Millionen Jahren ca. 5 Mal so hoch. Der Tafelberg bietet einen atemberaubenden Blick über Kapstadt, den Atlantik und die Kaphalbinsel und wurde schon 1503 von den ersten portugiesischen Seefahrern bezwungen.
Erklärung des Panoramas von links nach rechts: Seilbahn-Bergstation, Lion Head (670 m), Signal Hill (350 m, dahinter im Meer Robben Island), Stadt und Bucht von Kapstadt sowie die nach Norden führende Atlantikküste, Devil's Peak (1000 m)


Blick auf die Ortschaften "hinter" (von Kapstadt aus gesehen) dem Lion Head


Zoom-Foto auf die City von Kapstadt (in der Mitte halbrechts ist gut das ockerfarbene Pentagon des Kastells zu erkennen)


Faszinierender Blick auf die Kaphalbinsel (links sind der Indische Ozean und die False Bay, rechts der Atlantische Ozean im Bild)


Der Tafelberg ist nicht nur ein toller Aussichtspunkt für Touristen, sondern vor allem ein besonders schöner Nationalpark mit herrlichen Wanderwegen und einer beeindruckenden Flora (hier: Protea-Blüten) und Fauna, wobei letztere in Form der genauso niedlichen wie frechen Klippschliefer durchaus eine Gefahr für die Nahrungsmittelreserven in den Taschen der Wanderer darstellt. :-)

Umgebung von Kapstadt

Die Umgebung von Kapstadt ist voll von landschaftlichen und touristischen Sehenswürdigkeiten. Wenn man sich südlich (in Richtung Indik) bewegt, durchfährt man das große Tal am Fuße der Zwölf Apostel, einer Bergformation, die mit ihren aneinandergereihten Felsvorsprüngen wie ein gigantisches "Abendmahl" erscheint. In diesem Tal befinden sich mehrere alte und berühmte Weingüter, aber auch ein einzigartiger Tierpark: die World of Birds, kurz Wörldofbörds. :-) Das Besondere an diesem "Vogelspezialzoo" ist vielleicht nicht einmal die Vielfalt an gefiederten Schützlingen, sondern die Tatsache, daß man fast alle Gehege von innen begehen kann und dadurch hervorragende Beobachtungs- und Fotografiermöglichkeiten erhält sowie in (durchaus wörtlich zu verstehenden) hautnahen Kontakt mit den (zum Teil riesigen, furchteinflößenden) Tieren kommt, die im Gegensatz zu üblichen Zoos hier nicht still im Käfig sitzen, sondern sehr lebhaft sind und die Besucher so manches Mal umkreisen oder sogar verfolgen. Selbst der strömende Regen, bei dem die folgenden Aufnahmen entstanden sind, konnte unsere Begeisterung für dieses umwerfende Tiererlebnis nicht schmälern.


Helmturako


Gaukler


schwarzer Schwan


Goldfasan


roter und weißer Ibis


Holzenten


amerikanischer Glattkopfadler


Raubadler


Sekretärsvogel


trockener und nasser Fleckenuhu :-)


mannsgroßer Pelikan


Rosa-Flamingo


weißer (!) Aasgeier


Erdmännchen (??? Was macht ihr denn hier?)


Pfau


Roter Maskenweber


Kronenkranich


Professorenvogel


Gelbmaskenläufer


Saphirhaubenmarabu


Ara


riesiger Hornbill


Nahe der World of Birds befindet sich mit der Groot Constantia das älteste und renommierteste Weingut Afrikas. Das Gut gehörte einst dem Gouverneur der Holländisch-Ostindischen Gesellschaft und besteht bis heute aus hübschen Gebäuden des kapholländischen Stils.


Den eigentlich schönsten Blick auf Kapstadt hat man von der Atlantikküste nördlich von Kapstadt. Diesen imposanten Anblick von Tafelberg und Lion Head bewunderten schon vor Jahrhunderten die aus Europa aufs Kap zusteuernden Seeleute.


Und nur die ganz Harten stürzen sich hier in die eiskalten Fluten des Atlantik, um anschließend wie die begossenen Pudel fürs Foto zu posieren.


Hier nördlich von Kapstadt hatten wir auch unser Quartier für den Besuch von Kapstadt und Kaphalbinsel aufgeschlagen. Im gemütlichen Guesthouse "Ethnic Waves" (hat sogar eine eigene Webseite!) haben wir von der Terrasse diesen herrlichen Blick...


... und diesen stimmungsvollen Aufenthaltsraum.


Hier schießen wir auch unsere Anschiedsfotos, bevor...


... das Flugzeug uns einen letzten Blick auf die Atlantikküste vergönnte und über Johannesburg zurück nach Europa bringt.

zurück nach oben zum Menü