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Geschichte Siziliens

Die frühesten Einwohner der mit 25738 km2 größten und vorwiegend gebirgigen Insel des Mittelmeeres sind die iberischen Sikaner im Westen, die indoeuropäischen Sikuler im 0sten, die aus Italien eingewandert sind und der Insel den Namen gegeben haben, und die Elymer, eine mediterrane Restbevölkerung im äußersten Westen um die Stadt Segesta.
Die simitischen Phöniker entdecken im 1. Jt. v. Chr. für sich die Insel mit den sehr fruchtbaren Küstenebenen und der für diese im Mittelmeerraum dominierenden seefahrenden Händler ideale strategische Lage und gründen im Westen Siziliens und auf den vorgelagerten Inseln zahlreiche Handelsniederlassungen, von denen jedoch nach ständigen Kriegen mit den nachfolgenden griechischen Einwanderern (bis zum Untergang Karthagos im 3./2. Jh. v. Chr.) nur Panormos (Palermo), Motye (Mozia) und Soloeis (Solunto) verbleiben. (Die Gebietsverteilung zwischen Phönikern und Griechen zeigt sehr übersichtlich diese Geschichtsatlas-Karte.)

Seit der Mitte des 8. Jh. v. Chr. kolonisieren die Griechen sehr erfolgreich vor allem das östliche und südliche Sizilien, und zwar zuerst die (attisch-euböisch-kleinasiatischen) Ionier, dann vor allem die (südpeloponnesischen) Dorer. Poetisch nennen sie die Insel Trinakria (die "Dreieckige").
Die bedeutendsten Städte sind Syrakus, Akragas (Agrigent), Selinus (Selinunt), Gela, Leontinoi, Himera und Messana. Sie nehmen einen schnellen Aufschwung und stehen dem Mutterland an kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung nicht nach. Vor allem Syrakus kann sich sowohl an Macht als auch an kulturellem Einfluß mit Athen messen.
Ein Versuch der Karthager, sich der griechischen Städte zu bemächtigen, scheitert 480 v. Chr. durch den Sieg der Tyrannen Gelon von Syrakus und Theron von Akragas in der Schlacht von Himera, welche fast zeitgleich mit dem endgültigen Sieg Athens über die Perser bei Platäa stattfindet und nun für über 300 Jahre die griechische Vorherrschaft im Mittelmeerraum begründet. Gelon (und sein Nachfolger Hieron I.) von Syrakus beherrschen nun ganz Ost-Sizilien, Syrakus unter Hieron I. sogar bereits Teile Süditaliens. 461/60 versucht Duketios, die Streitigkeiten der Griechen für die Gründung eines sikulischen Staates auszunutzen, scheitert jedoch. Sizilien wird fortan ein herausragender Mittelpunkt der griechischen Kultur und Wissenschaft. Archimedes, bedeutendster Wissenschaftler der Antike, ist der berühmteste Sohn Syrakus', Aischylos führte am Theater von Syrakus und Gela seine bis heute weltberühmten Dramen ("Die Perser", "Sieben gegen Theben") auf, Platon besuchte mehrfach Sizilien, pflegte gute Beziehungen zum syrakusischen Hof und versuchte (vergeblich), seine politischen Theorien zum idealen Staat (Hauptwerk: "Politeia") unter Dionysios II. umzusetzen.

Auch auf Sizilien zerstört bald der Erzkonflikt zwischen Ioniern und Dorern, der im Mutterland als Kampf zwischen den athenischen Demokraten und spartanischen Oligarchen im vernichtenden Peloponnesischen Krieg (431-404) mündet, den Frieden und ein langfristiges wirtschaftliches und politisches Wohlergehen. Der Hilferuf Segestas an Athen gegen die Bedrohung durch die spartafreundlichen Tyrannen von Syrakus und Akrigas führt zum Wiederaufleben des Peloponnesischen Krieges und zu einer vernichtenden Niederlage Athens (und des Attischen Seebundes) erst auf Sizilien (415-413), dann im Mutterland (bis 404). 7000 athenische Überlebende gehen als Sklaven in syrakusischen Steinbrüchen zu Grunde.
Die Karthager nutzen die Schwächung der Griechen aus und unternehmen von 409-405 einen weiteren großen Krieg, der mehr oder weniger erfolglos bleibt, aber Syrakus mit seinem unbesiegbaren Kriegsheer zur griechischen Alleinherrscherin auf Sizilien erhebt. Die weitere Geschichte von Sizilien ist nun praktisch die von Syrakus. Der bedeutendste Herrscher des antiken Siziliens, Tyrann Dionysios I. von Syrakus (405-367), versucht in mehreren Kriegen, die Karthager von Sizilien zu vertreiben, was allerdings nicht vollständig gelingt. Aber er schafft ein mächtiges Reich mit großem Territorium beiderseits der Straße von Messina; die Stadt Syrakus hat nun eine Stadtmauern von 33 km Länge und eine halbe Million Einwohner.

Eine erneute Bedrohung durch die Karthager kann das von Exil-Syrakusern gegen den grausamen Dionysios II. (344 gestürzt und verbannt) zu Hilfe gerufene korinthische Heer unter Timoleon 339 abwehren. Es folgen weitere Auseinandersetzungen mit den Phönikern unter dem Tyrannen Agathokles (311-306) und dem kurzzeitig (278-276) Sizilien beherrschenden thessalischen Eroberer und Militärgenie König Pyrrhos.
Im 1. Punischen Krieg (264-241) zwischen Rom und Karthago erobern die Römer ganz Sizilien bis auf das verbündete Syrakus. Als sich im 2. Punischen Krieg Syrakus plötzlich gegen Rom stellt, wird es nach 2jähriger Belagerung 212 erobert (Tod des Archimedes) und ganz Sizilien römisches Proprätorat. Rom macht die Insel zur Kornkammer Italiens, doch führt die zunehmend schlechtere wirtschaftliche Lage auf der Insel, bedingt durch die einseitige Ausbeutung durch riesige, von Sklavenmassen bewirtschaftete monokulturelle Latifundien, zu den großen Sklavenkriegen 136-132 und 104-99. Cicero ist hier 75 v. Chr. Quästor; Sextus Pompeius macht Sizilien von 43-36 zu einem Zentrum des Widerstandes gegen Cäsars Erben.

440 n. Chr. erscheinen die Vandalen auf Sizilien, 453 die Ostgoten. 535 durch Kaiser Justinians legendären Feldherren Belisar byzantinisch geworden, wird Sizilien 827 von den Sarazenen erobert, denen 1061 die Normannen folgen und 1130 Sizilien mit Süditalien zum mittelalterlichen Königreich Sizilien und Neapel vereinigen.

Im Jahre 1194 erobert der staufische Kaiser Heinrich VI. (in Durchsetzung seiner Erbechte aus seiner Ehe mit Konstanze, Tante des schon 1189 sohnlos verstorbenen normannisch-sizilianischen Königs Wilhelms II.) das sizilianisch-neapolitanische Reich und läßt sich im Dom von Palermo zum König von Sizilien krönen. Es folgt eine skrupellose Fremdherrschaft deutscher Ritter und Amtsträger; eine Rebellion des eingeborenen Adels, in welche vermutlich sogar seine zur Regentin bestimmte sizilianische Gattin verwickelt ist, wird vom grausamen König (er läßt seinem vorgesehenen "Nachfolger" in Konstanzens Gegenwart eine glühende Krone aufs Haupt nageln) blutig beendet.
Als Heinrich VI. 1197 in Messina stirbt, läßt Konstanze ihren 4jährigen Sohn Friedrich 1198 in Palermo zum König von Sizilien krönen und stirbt kurz darauf. Friedrich wächst unter schwacher Obhut päpstlicher Vormundschaft als machtloser, junger König in Palermo auf. Dies ändert sich rasch, als sich der Papst zu einer Restauration des staufisch-römischen Königtums entschließt und 1211 den 17jährigen Friedrich II. (schon als 3jähriger rechtmäßig zum deutschen König gewählt, aber durch den frühen Tod des Vaters Heinrich VI. nie gekrönt) zum Gegenkönig zum herrschenden Welfenkaiser Otto IV. macht; 1212 verläßt Friedrich erstmals Sizilien, tritt unter vielen Kämpfen in Deutschland sein römisches Königsamt an und kehrt - nun als mächtiger römischer Kaiser - 8 Jahre später nach Sizilien zurück. In wenigen Jahren wird die königliche Macht komplett restauriert und Sizilien-Neapel der modernste Staat Europas und uneingeschränkte Hausmacht Friedrichs.

Nach dem Tode Friedrichs II. (1250) kann sein Sohn Konrad IV. noch für 4 Jahre die staufische Herrschaft in Sizilien sichern, stirbt jedoch mit 26 Jahren am Fieber. Symbolträchtig verbrennt sein Leichnam bei der Aufbahrung im Dom zu Messina zusammen mit dem ganzen Gotteshaus durch Blitzschlag. Sein halbwüchsiger Sohn Konradin macht sich mit einem kleinen Heer auf den Weg nach Sizilien, um sein Erbe zu sichern, wird aber vom (durch den stauferfeindlichen Papst 1266 zum König von Sizilien und Neapel gekrönten) Bruder des französischen Königs, dem grausamen Karl von Anjou, gestellt und in Neapel 1268 hingerichtet.

Schon 14 Jahre später entledigen sich die Sizilianer der Schreckensherrschaft der Anjou, die die Hauptstadt von Palermo nach Neapel verlegt haben, durch einen Volksaufstand ("Sizilianische Vesper"), in welchem alle Franzosen auf der Insel getötet werden. In der Folgezeit kommt das Königreich Sizilien und Neapel unter die Herrschaft der spanischen Vizekönige aus dem Hause Aragon und ab 1735 unter die Bourbonen, bis es 1860 von Garibaldi und seiner "Schar der Tausend (Alpenjäger)" befreit und 1861 mit dem neuerschaffenen Königreich Italien vereint wird.

Glücklichgeworden ist Sizilien aber anscheinend auch mit Italien nicht. Bis heute behält es seine (relative) Autonomie - und seine Armut, was beides erklärt, warum der sizilianische "Staat im Staate", die Cosa Nostra (bekannt als Mafia) als kriminelles Machtinstrument der Mittelschicht aus Feudalzeiten heute immer noch mächtiger ist als jeder Politiker und jede Behörde.



 

Bilder

Keine Zeit zum Lesen von vorn bis hinten? Hier die Schnellverbindung zu den einzelnen Reiseetappen:
Palermo |  Segesta |  Erice |  Mozia |  Selinunt |  Agrigent |  Syrakus |  Pantalica |  Taormina |  Enna |  Villa Romana |  Aci Castello |  Ätna |  Catania |  Messina |  Äolische Inseln |  Tyndaris |  Cefalu |  Palermo | 

Wenn man die Reiseroute verfolgen will (oder sich einfach nur einen Überblick über die Geographie Siziliens verschaffen will), ist es zu empfehlen, die Sizilien-Karte zu benutzen und in einem separaten Fenster offen zu lassen, um immer wieder nachschauen zu können. Alle Hauptreiseziele, welche in der folgenden Bildbeschreibung als große Überschriften erscheinen, sind in der Karte rot markiert.

Achtung! Alle nun im Text folgenden Miniaturbilder öffnen auf Klick das zugehörige Bild im Vollbildmodus. Dieses Vollbild läßt sich durch einfaches Anklicken wieder schließen, wodurch man zur vorherigen Stelle im Text zurückkehrt.

Und nun viel Spaß mit den Fotos!

 
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 Palermo

Panormos (Palermo) ist ca. 3000 Jahre alt, wurde von den Phönikern als Hauptstützpunkt auf Sizilien gegründet und bis zur römischen Eroberung im 1. Punischen Krieg von ihnen behauptet. Danach teilte es die Geschichte ganz Siziliens unter Rom, den Germanen, Byzanz und den Arabern und wurde zur glänzenden hochmittelalterlichen Hauptstadt der Normannen und des Staufischen Reiches in Italien.
Durch die reizvolle landschaftliche Lage in der Bucht von Palermo, umgeben von hohen Bergen, riß es Goethe auf seiner Italienischen Reise zu Begeisterungsstürmen hin.


Blick durch eine der zum Teil sehr schönen, nur am Wochenende nicht hoffnungslos vom Dauerstau verstopften Straßen der heute sehr heruntergekommenen Hauptstadt


An Aussehen und Enge der typischen Seitengäßchen hat sich seit Jahrhunderten nichts Wesentliches geändert.


San Domenico (14 Jh., 1640 barock umgestaltet) mit Madonnensäule (1726)


Der Quattro Canti ("Vier Ecken") ist der mit barocker Kunst (1609) ausgestaltete Verkehrsmittelpunkt der Altstadt. In den 4 Nischen findet man Statuen von sizilianisch-spanischen Königen und Schutzheiligen.


Die größte Sehenswürdigkeit Palermos ist der Palazzo dei Normanni, der auf die Römer und Sarazenen zurückgehende, von den nordischen Herrschern dann festungsartig und prunkvoll umgestaltete Königspalast der Normannen und Staufer. Berühmtester Bewohner war der junge Friedrich II. von Hohenstaufen, der in diesen Mauern aufwuchs und fast seine gesamte Jugend verbrachte.


Eigentlicher und überwältigender Höhepunkt (und praktisch einziger für Besucher zugänglicher Teil, da der Palast heute Sitz des sizilianischen Parlamentes ist) ist die Capella Palatina (Palastkapelle), erbaut unter König Roger II. von 1132 bis 1140. Es ist die wohl schönste erhaltene mittelalterliche Palastkapelle der Welt und zugleich einzigartig in der Harmonie verschiedenster Kunststile des Abend- und Morgenlandes. Über/hinter einem lateinischen Langhaus wölbt sich eine byzantinische Kuppel und Chor-Apsis, überspannt von einer maurischen Kassettendecke. Die Wände sind über und über mit von Künstlern aus Byzanz gestalteten prachtvollen Goldgrund-Mosaiken mit Szenen aus Altem und Neuem Testament und lateinisch-griechischen Inschriften überzogen.


Dem Chor gegenüber befindet sich ein prachtvoller Thron der Normannenkönige.


In den schönen Grünanlagen vor dem Normannenpalast, welche die Ruinen der ehemaligen römischen Stadt überdecken, befindet sich ein Denkmal des spanischen Bourbonen-Königs Karls V.


Hinter dem Normannenpalast befinden sich die Reste der (zur gleichen Zeit wie die Capella Palatina) im normannisch-maurischen Stil auf den Mauern einer Moschee erbauten Kirche San Giovanni dei Eremiti mit schönem Kreuzgang.


Gegenüber dem Normannenpalast wurde 1170 mit der Errichtung der Kathedrale Santa Rosalia im normannisch-romanischen Stil begonnen. Die Kirche wurde später laufend umgebaut; die schöne maurische Fassade mit eindrucksvollem Portikus und orientalischen abstrakten Ornamenten stammt größten Teils aus dem 14./15. Jh., die Kuppel erst von 1801.
Es ist die Krönungskirche der Könige von Sizilien; als Erster ließ sich hier der Staufer Heinrich VI. am Weihnachtstage 1194, einen Tag vor der Geburt seines Sohnes Friedrich (II.), krönen.


Das Innere des Doms birgt die Porphyr-Sarkophage der bedeutendsten sizilianischen Könige, hier das Grab Kaiser Friedrichs II., welches der Kaiser schon zu Lebzeiten für sich anfertigen ließ, ...


... daneben der Sarg seines Vaters Kaiser Heinrichs VI.


Hinter den Grabstellen der beiden Kaiser finden sich Gräber der normannischen Könige sowie der Gemahlin Friedrichs II., Konstanzes von Aragon. Im Domschatz befinden sich Krone und originale Grabplakette der Imperatrix.


Im Lieblingsjagdgebiet der Normannenherrscher, acht Kilometer südlich von Palermo, befindet sich der Ort Monreale mit der Kathedrale (1172-1182), der prächtigen Grabeskirche der Normannenkönige Wilhelm I. und II. Sie gilt als bedeutendstes normannisches Bauwerk Siziliens. Ihr Inneres schmücken 18 antike Säulen mit prunkvollen Kapitellen sowie herrliche byzantinisch-arabische Mosaikflächen mit Szenen aus der Heiligen Schrift und Inschriften in Latein und Griechisch.


Vom Dach der Kathedrale hat man einen Einblick in den vermutlich schönsten existierenden romanisch-normannischen Kreuzgang, welcher noch aus dem alten Benediktinerkloster, auf dessen Mauern die Kathedrale errichtet wurde, stammt und von Wilhelm II. mit 216 Säulen mit jeweils verschiedenen Kapitellen geschmückt wurde.


Der Hausberg von Palermo ist der 13 km westlich gelegene Monte Pellegrino, von wo man einen herrlichen Blick auf die Bucht von Palermo (2. Bild) genießen kann.


Eine schaurige Kuriosität bietet das am Stadtrand Palermos gelegene Kapuzinerkloster. Es birgt in seinen verwesungshemmenden Katakomben ca. 8000 gut erhaltene und bekleidete Tote aus dem 18.-19. Jh., darunter diese fast vollständig erhaltene Kinderleiche.

 
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 Segesta

Segesta zählt zu den ältesten Städten Siziliens. Sie war die wichtigste Stadt der eingeborenen Elymer, welche in ständigem Streit mit dem dorischen Selinus (Selinunt) lagen. Ihr Hilferuf an Athen gegen die sizilianischen Dorer führte 416/415 v. Chr. zum unglücklichen Sizilienfeldzug Athens, der in einer Katastrophe endete. Ab 409 war Segesta vom phönikischen Parnormos abhängig, bis es 241 im 1. Punischen Krieg wie fast ganz Sizilien römisch wurde. In der Spätantike zerstörten die Vandalen, später endgültig die Araber die Stadt.


Der ca. 430/420 begonnene, aber durch den Peloponnesischen Krieg unvollendet gebliebene Tempel im dorischen Stil ist einer der schönsten und besterhaltensten der Insel. Giebel, Gebälk und Säulen sind komplett erhalten, dafür fehlen Naos (griechisch für Cella) und Fußboden völlig.


das hellenistisch-römische Theater (3./2. Jh. v. Chr.)

 
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 Erice

Die elymische Stadt Eryx wurde in der Mythologie vom gleichnamigen Helden, einem Sohn der Venus, gegründet, von Herkules erobert und von Dädalus mit einer Stadtmauer versehen. Unter den Phönikern, welche auch die eigentlichen Erbauer der zyklopischen Mauern sind, existierte hier ein in der ganzen antiken Welt bekanntes Venusheiligtum, welches die Römer später neu errichteten.


Auf den Resten des römischen Venustempels steht heute die mittelalterliche Burgruine Castello di Venere.


Die phönikische Zyklopenmauer aus dem 8.-6. Jh. v. Chr. ist in Teilen sehr gut erhalten.


Erice hat auch einen sehenswerten Dom aus dem 13./14. Jh. mit neogothischem Inneraum.

 
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 Mozia

Die Insel Mozia liegt gegenüber von Marsala, hieß in der Antike Motya (oder Motye) und war eine im 8. Jh. v. Chr. gegründete phönikische Handelsiedlung. Als das gegenüber an Land gelegene Lilybaeum (später von den Araber Marsala genannt) an die Griechen fiel, evakuierten die Phöniker alle Einwohner nach Motya und konnten sich dort noch für lange Zeit behaupten. Als wichtiger Umschlag- und Verarbeitungsplatz für die wertvollen Purpurschnecken, welche die Phöniker in ihrer Urheimat entdeckt hatten, wurde Motya überaus reich und berühmt. Erst im Jahre 397. v. Chr. eroberte und zerstörte Dionysios I. von Syrakus die bedeutende Inselstadt, welche den Phönikern oft als Brückenkopf für militärischen Operationen auf Sizilien diente.


Hier sieht man ein phönikisches Gräberfeld aus dem 8. Jh., welches später aufgegeben und im 6. Jh. von der Stadtmauer (Hintergrund) durchzogen wurde. Die vielen Kinderurnen und einzelne Inschriften deuten darauf hin, daß im 8. Jh. dem Gott Baal Hamman, für den ein Heiligtum auf der Insel existierte, noch Kinderopfer dargebracht wurden.


Der Hafen von Motya entstand im 6. Jh. und besitzt eine enge Einfahrt und eine Fahrrinne mit gemauertem Boden, was vermuten läßt, daß die Schiffe im flachen Wasser mit Seilen in das Hafenbecken geschleppt wurden.


Auf dem Plan kann man erkennen, wie man sich die alte Hafeneinfahrt und ihre Kombination mit Stadtmauer und Südtor (6. Jh.) im Hintergrund vorstellen darf.


Schönster erhaltener Teil der 2375 Meter langen Ringmauer aus dem 6. Jh. ist das Nordtor, an dessen Mauern sich auch der Baal-Tempel befand. Besonders auf dem letzten Bild erkennt man sehr gut die zweispurige Ein-/Ausfahrt (in welcher heute noch das Pflaster und die Fahrspuren der Wagen sichtbar sind), von der eine Straße über eine Landzunge bis zum Festland führte (noch heute auf dem flachen, nur 1 Meter tiefen Meeresgrund sichtbar). Gut erhalten sind auch die Basen der beiden das Tor nach außen flankierenden quadratischen Wachtürme.
Zusammen mit der Stadtmauer von Eryx (Erice) stellt das Nordtor von Motya eines der schönsten und aufregendsten verbliebenen Zeugnisse der Phöniker auf Sizilien dar.

 
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 Selinunt

Selinus, welches die Römer später Selinuntum nannten, wurde um 650 Jh. v. Chr. von megarischen Dorern gegründet und war in der Entscheidungsschlacht von Himera (480 v. Chr.) als einzige Griechenstadt mit den Phönikern verbündet. Später lag es in ständigem Kampf mit dem elymischen Segesta, welches es nach dessen Niederlage im Peloponnesischen Krieg und der gescheiterten athenischen Expedition 413 zerstörte. Vier Jahre später wurde es wie Segesta von den Phönikern im großen syrakusisch-phönikischen Krieg erobert und zerstört.


Heute ist das direkt am Meer gelegene Selinunt die wohl reizvollste Ruinenstätte Siziliens, geteilt in eine östliche alte Stadt und eine, durch ein Tal davon getrennte, westliche Akropolis, mit herrlichen dorischen Tempeln aus dem 6. und 5. Jh. ...


... und unzähligen Säulenresten und Trümmerfeldern, welche zum "Erobern" und "Spazierengehen" einladen.

 
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 Agrigent

Die griechische Stadt Akragas (lat. Agrigentum) stand nach Syrakus an Bedeutung und Größe an zweiter Stelle der Griechenstädte Siziliens, jedoch an erster Stelle bezüglich der Schönheit seiner Lage und Tempel. Es wurde 582/581 v. Chr. von dorischen Siedlern aus Gela und Rhodos gegründet. Der syrakusische Dichter Pindar nannte sie im 5. Jh. die "schönste Stadt der Sterblichen". Akragas liegt malerisch auf mehreren am Meer gelegenen Bergrücken; auf dem nördlichsten, an Stelle der heutigen Stadt Agrigento, lag die Akropolis (auf den Mauern des Zeustempels steht heute der Dom), auf den südlichen, zum Meer abfallenden Hügeln die antike Stadt - heute eines der schönsten Ruinenfelder der Welt ("Tal der Tempel"). Unter dem Tyrannen Theron (488-473) hatte Akragas seine größte Blütezeit. Die Stadt war durch den Handel mit Karthago und Produktion und Export von Getreide, Wein, Öl, Schwefel und Pferden reich geworden und zählte vermutlich ca. 200.000 Einwohner, welche in verschwenderischem Luxus lebten und die zum Teil bis heute erhaltenen prachtvollen Tempel errichteten. Im großen syrakusisch-phönikischen Krieg wurde Akragas 409/408 von den Phönikern erobert und mitsamt seiner herrlichen Tempel niedergebrannt. 340 v. Chr. konnte Akragas die Phöniker besiegen und zu alter Blüte gelangen. Im 2. Punischen Krieg wurde es römisch und erlangte - nun unter dem Namen Agrigentum - erneut große Bedeutung, welche erst in der spätantiken und byzantinischen Zeit sank. Die Normannen jedoch erhoben Agrigentum zu ihrem schönsten und reichsten Bistum.


Der Herkulestempel aus dem 6. Jh. gilt als ältester Tempel der Stadt. Acht seiner durch Erdbeben gefällten Säulen wurden 1923 ausgegraben und wiedererrichtet. Im Hintergrund sieht man den Akropolishügel mit dem heutigen Agrigento.


Der Concordiatempel (so benannt nach einer römischen Inschrift - die ursprüngliche griechische Weihung ist unsicher und galt vermutlich den Dioskuren Kastor und Pollux), erbaut im 5. Jh. vermutlich unter Theron, gilt als einer der besterhaltendsten und stilreinsten dorischen Tempel weltweit. Alle 34 Säulen, beide Giebel und der größte Teil des Naos sind erhalten geblieben.


Der sog. Junotempel (5. Jh.) ist der am höchsten und schönsten gelegene Tempel und wurde - ebenfalls im dorischen Stil - zwischen 500 und 480 gebaut. Von hier aus bietet sich ein grandioser Blick über das "Tal der Tempel".


Abschied von Agrigent (am Herkulestempel)

 
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 Syrakus

Mit Syrakus ist nach Palermo der zweite große Höhepunkt jeder Sizilienreise erreicht. Während Palermo als Symbol für eine prächtige mittelalterliche Geschichte Siziliens steht, verkörpert Syrakus die großartige antike Vergangenheit der Insel.

Syrakus wurde 734 v. Chr. von korinthischen Kolonisten auf der Insel Ortygia (siehe antiker Stadtplan von Syrakus auf der Geschichtsatlas-Karte) an Stelle einer Sikuler-Siedlung gegründet und erlangte ob seiner herausragenden Lage in einem der größten Naturhäfen des Mittelmeeres schnell große Bedeutung. Der schillernde Reiterführer Gelon, Gründer von Gela (491) und Olympiasieger von 488 im Wagenrennen, wurde hier 485 (bis 478) Tyrann und machte Syrakus - vor allem durch seinen legendären Sieg über die Phöniker 480 bei Himera (mit Hilfe des genialen Theron von Akragas) - zu einer der wichtigsten mediterranen Städte. Sein Bruder und Nachfolger Hieron I. (478-466) erweiterte das Herrschaftsgebiet von Syrakus auf ganz Ostsizilien und Teile Unteritaliens (474 siegreiche Schlacht von Cuma über die Etrusker). Syrakus wird zu einem Zentrum griechischer Kultur. Aischylos, der älteste bekannte Dramatiker der Weltliteratur, führte am Hofe von Syrakus und Gela seine bis heute weltberühmten Dramen ("Die Perser", "Sieben gegen Theben") auf.
Die erfolgreiche Abwehr der athenischen Belagerung 415-413 im Peloponnesischen Krieg und der vollkommene Sieg im syrakusisch-phönikischen Krieg 409-405 mit einem übermächtigen Landherr machen Syrakus zur neuen Großmacht im Mittelmeer. In seinen Marmorsteinbrüchen siechen 7000 athenische Kriegsgefangene dahin. Der bedeutendste Tyrann von Syrakus, Dionysios I. (405-367), versucht in mehreren Kriegen, die Karthager von Sizilien zu vertreiben, was allerdings nicht vollständig gelingt. Aber er schafft ein mächtiges Reich mit großem Territorium beiderseits der Straße von Messina; die Stadt Syrakus hat nun eine Stadtmauer von 33 km Länge und eine halbe Million Einwohner und ist die mächtigste griechische Stadt.
Von 367 bis 344 herrscht der Tyrann Dionysios II. grausam über das syrakusische Reich und wird vergeblich von Platon zur Umsetzung idealistischer Staatsziele gedrängt. Ein zu Hilfe gerufenes korinthisches Heer unter Timoleon kann den Usurpator stürzen und verbannen und 339 einen karthagischen Angriff erfolgreich abwehren. Es folgen weitere Auseinandersetzungen mit den Phönikern unter dem Tyrannen Agathokles (311-306) und dem kurzzeitig (278-276) Sizilien beherrschenden thessalischen Eroberer und Militärgenie König Pyrrhos.
Im 1. Punischen Krieg (264-241) steht der friedfertige und kunstsinnige Tyrann Hieron II. (268-215), an dessen Hofe Archimedes und Theokrit wirken und der freundschaftliche Beziehungen zu Rom und zum ptolemäischen Ägypten unterhält, auf der Seite Roms und kann dadurch Syrakus als einzigen selbständigen Staat auf dem nun römischen Sizilien bewahren. Als sich im 2. Punischen Krieg Syrakus nach dem Tode Hierons gegen Rom auf die Seite der Phöniker stellt, wird es nach 2jähriger Belagerung 212 erobert (Tod des Archimedes) und dem römisches Proprätorat Sizilien als dessen Hauptstadt einverleibt. Cicero ist hier 75 v. Chr. Quästor. In Spätantike und Mittelalter versinkt Syrakus schließlich in die Bedeutungslosigkeit.


Am Theater von Syrakus, dem größten griechischen Theater der Welt, leitete 472 Aischylos in Anwesenheit Hierons I. die Uraufführung seiner "Perser" und führen alle anderen großen griechischen Dichter der Antike ebenfalls ihre Werke auf.


Gleich neben dem Theater befinden sich (mitten im Stadtgebiet) die 30 bis 40 m tiefen Steinbrüche. Da nur der wertvollste Stein abgebaut wurde, entstanden künstliche Höhlen in den Wänden. Die berühmteste davon ist das sog. "Ohr des Dionysios", welches zum einen die Form eines menschlichen Ohres, zum anderen großartige akustische Verstärkerwirkung besitzt, so daß die Legende berichtet, hier habe Dionysios I. die athenischen Kriegsgefangenen im Steinbruch ausgehorcht.


Die tiefen Steinbrüche von Syrakus sind heute ein Pflanzenparadies. Hier kann man einen viele hundert Jahre alten Gummibaum bewundern.


Dieses prunkvolle römische Amphitheater (um 200 n. Chr.) ist das schönste und größte in Sizilien. Hier fanden nicht nur die üblichen Gladiatorenkämpfe, sondern auch Naumachien ("Seekämpfe") statt.


Dieser Komplex in der spätrömisch-byzantinischen Gräberstraße wird heute fälschlicher Weise "Grab des Archimedes" genannt.


Der Jupiteraltar Hierons II. (3. Jh. v. Chr.) war eines der gigantischsten Bauwerke von Syrakus und ist der größte bekannte griechische Altar des Altertums überhaupt. Hier wurden angeblich jedes Jahr 450 Stiere zu Ehren des Gottes geopfert. Selbst die wenigen verbliebenen Basisstufen vermitteln noch heute einen guten Eindruck von der Kolossalität des 200 m langen, 22 m breiten und über 10 m hohen Gebäudes, welches an das "Gebiß von Rom" (das Viktor-Emanuel-Monument der italienischen Hauptstadt) erinnert und erst von den Spaniern zerstört wurde.


Um Syrakus gegen Angriffe von der Landseite abzusichern, entstand auf und um das verwundbar gelegene nordwestliche Epipolai-Plateau schon unter Gelon Anfang des 5. Jh. v. Chr. ein Mauersystem, welches Dionysios I. 402 - 397 auf der höchsten Stelle mit der Festung Euryelos (ital. Castello Eurialo) krönte, eines der komplexesten und besterhaltendsten Festungswerke der Antike. Im 2. Punischen Krieg soll von hier aus Archimedes mit riesigen Brennspiegeln die Segel der römischen Kriegsschiffe entzündet haben.
Von diesem idyllischen, von den Touristenströmen verschmähten Platz hat man (vorletztes Bild) einen guten Ausblick auf das Meer und (rechter Bildrand) die Insel Ortygia und den Naturhafen von Syrakus.


Besonders gut erhalten sind die weitläufigen Kasematten der Festung Euryelos.


Die Basilica di San Giovanni alla Catacombe entstand im 12. Jh. unter den Normannen über den alten Katakomben, welche schon um 300 v. Chr. als Begräbnisstätte benutzt und von den Christen später weiter ausgebaut und mit Kapellen versehen wurden, welche heute als die ältesten Kirchen Siziliens gelten.


Inmitten der Altstadt, im Zentrum der Insel Ortygia steht der älteste dorische Tempel der Stadt und ganz Siziliens, der Apollontempel aus dem Beginn des 6. Jh. v. Chr., der zu großen Teilen (vor allem das Gebälk) noch aus Holz bestand. Er ist nur erhalten, weil er in mittelalterliche Gebäude integriert war und 1933-1940 "herausgeschält" werden konnte.


Barocker Mittelpunkt von Altstadt und Ortygia ist die Piazza Archimede mit ihren alten Palästen und dem Artemisbrunnen. Der Sage nach wird die Nymphe Arethusa vom Flußgott Alpheios auf die Insel Ortygia verfolgt und zu ihrem Schutze von Artemis hier in eine Quelle verwandelt, welche wenige Schritte weiter seit der Antike gezeigt wird und schon von Pindar und Vergil besungen wurde.


Der Dom in der Altstadt von Syrakus ist eine bemerkenswerte Symbiose aus dem alten dorischen Athenatempel (um 480 v. Chr.), von dem alle seitlichen Außensäulen erhalten sind, und einer im 7. Jh. n. Chr. hineingebauten und unter den Normannen und im Barock erweiterten Kirche.


das schöne normannische Taufbecken des Doms (13. Jh.)


Mit letzten Blicken in die Gäßchen und auf die Südspitze der Insel Ortygia verabschieden wir uns von Syrakus.

 
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 Pantalica


Fährt man von Syrakus in die nahegelegenen Berge, ...


... gelangt man zur Nekropole von Pantalica. In diesem Tal (heute ein abgelegenes reizvolles Wandergebiet) haben vor 3000 Jahren (13. - 8. Jh. v. Chr.) die Sikuler ihre Toten in kleinen Höhlen begraben, die sie in den weichen Tuffstein schlugen.


Auf diesem Plateau über den Höhlen befand sich eine große Sikulerstadt, von der noch Reste einer Fürstenresidenz gefunden wurden.

 
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 Taormina

Auf einem Plateau 200 m hoch über dem Meer liegt in äußerst reizvoller Lage die alte ionische Stadt Tauromenion, gegründet im 4. Jh. v. Chr., aber erst im Mittelalter zu Ruhm und Reichtum gelangt. Byzanz machte es zu seiner sizilianischen Provinzhauptstadt; im 15. Jh. tagte hier zeitweilig das Parlament des Königreichs Siziliens.
Zusammen mit Cefalu gehört Taormina heute zu den beiden einzigen angenehmen, gepflegten unter den in aller Regel ärmlichen, heruntergekommenen Städten Siziliens und zu den schönsten Urlaubsorten Italiens und des Mittelmeeres überhaupt - dementsprechend hoch ist hier aber auch das Touristenaufkommen.


mittelalterlicher Palast


Der Barockbrunnen im Zentrum der Altstadt ist ein beliebter Treffpunkt und wird (wie im Sommer 2002 die ganze Insel beim Jahrestreffen der Veteranen der Alpini, der italienischen Alpenjäger) von den (hotelverstopfenden) Alpini belagert.


Architektonischer Höhepunkt Taorminas ist das unter Hieron II. erbaute griechische Theater aus dem 3. Jh. v. Chr., im 2. Jh. n. Chr. von den Römern weiter prachtvoll ausgebaut, wie die Rekonstruktionsskizze (letztes Bild) zeigt. Es war damals (nach dem syrakusischen) das zweitgrößte Theater Siziliens und immer noch größer als das größte Theater von Athen. Unübertroffen ist es wohl in seiner Lage. Man hat von hier aus einen beeindruckenden Blick aufs Meer und bei schönem Wetter wird das Panorama imposant vom nahen schneebedeckten Ätna gekrönt.

 
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 Enna

Mitten im Herzen und Zentrum der Insel liegt Enna, der "Nabel Siziliens", auf fast 1000 m hohem Berge wie ein Adlerhorst über dem Land. Bei guter Sicht kann man von hier alle Küsten Siziliens sehen, die jeweils nur ca. 100 km entfernt sind. Schon die Sikuler oder Sikaner gründeten in prähistorischer Zeit an dieser hervorragenden Stelle die (später griechische, dann römische) Stadt Henna mit einem in der ganzen Antike sehr bedeutsamen Demeter-Tempel. Byzanz machte aus dem Ort eine fast uneinnehmbare Festung, welche die Araber erst nach 20jähriger Belagerung einnehmen konnten. Im Hochittelalter war Enna dann eine wichtige Pfalz der Könige aus den Häusern Hohenstaufen und Aragon.


Enna selbst ist von unterhalb schlecht einsehbar. Einen schönen Eindruck von der reizvollen umgebenden Landschaft und Lage Ennas gibt jedoch das fast gleichhoch, nur 3 km entfernt gelegene Calascibetta, welches solch traumhafte Fotomotive bietet.


Im Dom aus dem 14. Jh. (später zum Teil barock umgestaltet) im Zentrum der Stadt findet gerade eine Trauung statt.


In seiner Sakristei befinden sich wunderschöne geschnitzte Wandschränke.


Auf der höchsten Stelle von Berg und Stadt steht das staufische Castello di Lombardi aus dem 13. Jh., das noch 6 seiner ursprünglich 20 Türme bewahren konnte.


In der Innenstadt gelang diese schöne Gruppenaufnahme von Männern.


Ebenfalls in der Innenstadt, genauer: dem Stadtpark, trifft man auf den typisch staufisch-frederikanischen Stadtturm aus dem 13. Jh., der füher vermutlich Teil einer weiteren Burganlage war.

 
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 Villa Romana del Casale

Gut 30 km südlich von Enna, unterhalb der Stadt Piazza Armerina, liegen in schöner fluß- und waldreicher Landschaft die Reste der sog. Villa Romana del Casale, eines römischen (vermutlich kaiserlichen) Luxuslandsitzes aus dem 3.-4. Jh. n. Chr. Diese Villa Romana von Piazza Armerina enthält die bedeutendsten Fußbodenmosaiken, welche je aus der römischen Zeit gefunden wurden und in ihrer Größe, Schönheit und Kunstfertigkeit weltweit ohne Gleichen sind; vermutlich wurden sie von bedeutenden nordafrikanischen Künstlern angefertigt.
Bis heute konnten die Wissenschaftler nicht eindeutig den Besitzer (und die genaue Bauzeit) der Villa ermitteln. Klar scheint nur, daß es sich um einen Kaiser handelte, denn Prunk und Größe der Villa sind unerhört und zeigen zudem Ausstattungsmerkmale, die nur an einen Kaiser denken lassen: Triumphbogeneingang, Basilika (als Audienz- und Gerichtshalle), kostbarste Marmortäfelungen und -statuen, Mosaikdarstellungen des Circus Maximus Romanus (dargestellt aus Sicht der Kaiserloge!) sowie des Hausherrn in Purpurgewändern. Die Historiker vermuten dahinter den Kaiser Maximian (zahlreiche Münzfunde in der Villa mit Bildnis dieses Kaisers, typische Szenen aus Kultur und Alltag des späten 3. Jh.), der als treuer Freund des Diokletian 286 zu dessen Mitregenten erhoben wurde und den Westen des Reiches regierte (bis zur Abdankung 305). Zusammen mit seinem Sohn Maxentius kämpfte er seit 306 gegen Konstantin den Großen und wurde von diesem 310 in den Selbstmord getrieben (2 Jahre später unterlag sein Sohn bei der Schlacht an der Mulvischen Brücke und ertrank im Tiber - Ende der römischen Tetrachie). Diese sizilianische Villa nutzte er zur Jagd, Erholung und Abgeschiedenheit.
Die Villa war lange, auch noch in nachrömischer Zeit, bewohnt und existierte vermutlich noch zur Normannenzeit (komplette, schnelle Zerstörung durch einen großen Brand).


Mit der Rekonstruktionszeichnung erhält man einen guten Überblick über das vermutliche ursprüngliche Aussehen des Komplexes (v.l.n.r. die wichtigsten Einrichtungen): Thermal- und Massagebad (links hinten) und Haupteingang (links vorn), Garten mit Peristyl (Säulenumgang; Mitte), Privatgemächer mit ovalem Hof (Mitte vorn), Wandelhalle der Großen Jagd (quer hinter dem Peristyl), durch welche man vom Peristyl in die Basilika (ganz rechts) trat.


Durch diese Öfen wurden die Thermen beheizt, welche auch der Öffentlichkeit zugänglich waren und einen entsprechenden Hintereingang besaßen.


im Frigidarium, dem Kaltwasserbad der Therme, mit Meeresszenen als Fußbodenmosaik


Die Säulen im Hof hinter dem Eingang trugen ein halbrund umlaufendes Dach.


Fußbodenmosaik mit Darstellung des Circus Maximus in Rom


Fußbodenmosaik mit Darstellung eines Tigerkopfes


In der kleinen Halle, die von den Privatgemächern der Hausfrau zu den Bädern führt, sieht man ein Fußbodenmosaik mit der Darstellung der Hausfrau mit ihren Kindern und Dienerinnen. Hier handelt es sich vermutlich um die Kaiserin Europia (Frau des Maximians) mit ihren Kindern Maxentius (zur Rechten) und Fausta (zur Linken). Die Dienerinnen tragen zum einen frische Kleider und Handtücher, zum anderen Badeutensilien in einem Behälter.


Fußbodenmosaik mit Jagdszenen und Jagdopfer an einem Diana-Altar


Diese Fußbodenmosaiken (zum größten Teil aus der sog. Wandelhalle der Großen Jagd) zeigen die Jagd und Verschiffung von exotischen Tieren im Beisein des Kaiser (mit 2 Leibgarden).


Fußbodenmosaik mit 10 turnenden Mädchen (mit Sportgeräten) aus dem späten 4. Jh. (in Überbauung/Änderung eines ursprünglichen Dienerschaftsraums mit lediglich geometrischem Bodenmosaik)


Blick in die Wandelhalle der Großen Jagd (dahinter Garten mit Peristyl)

 
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 Aci Castello


Im kleinen romantischen Küstenstädtchen Aci Castello, wo der Sage nach der Kampf Odysseus' und seiner Männer mit dem Kyklopen Polyphem stattfand, thront auf 70 m hohem Felsenriff majestätisch eine Normannenburg aus dem 11. Jh., auf welcher es sich...


... die Alpini nicht nehmen lassen, zu ihrer und unserer Belustigung ihre Flagge zu hissen.

 
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 Ätna

Der Ätna ist der höchste (ca. 3300 m, ständige Änderung der genauen Höhe durch Ausbrüche) aktive Vulkan Europas. Seit der Antike ist eine ununterbrochene Aktivität bezeugt. Die Griechen hielten den Aitne für die Schmiede des Hephaistos. Der 6 Monate pro Jahr schneebedeckte Gipfel ist ständig mit Rauch verhangen.


Beeindruckend und lohnend ist eine Rundfahrt um die 40 km Durchmesser große Basis des Vulkans mit fruchtbarer, schöner Landschaft.


Bei der Anfahrt zum Gipfel sieht man hier frische Lavafelder des großen Ausbruchs von 2001.


Am Rande des Gipfels (Auf Grund der hohen Gefährdung sind die ca. letzten 400 m zum Gipfel und Hauptkrater gesperrt.) trifft man in einer Mondlandschaft ständig auf Nebenkrater und siedendheiße, dampfende Öffnungen, an denen man sich wie an einem Lagerfeuer wärmen kann.


Dies sind die Rest der Seilbahn, welche im letzten Jahr der Lava zum Opfer fiel.


einer der großen Nebenkrater

 
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 Catania

Die zweitgrößte Stadt Siziliens (nach Palermo) am Fuße des Ätna wurde 729 v. Chr. als Katane von Siedlern aus Naxos gegründet und mehrfach in ihrer Geschichte komplett durch Lava zerstört - zuletzt 1669 (und anschließend durch das große Erdbeben von 1693), was dazu führte, daß sie als barocke Reißbrettstadt mit schnurrgeraden Straßen und durchdachtem Stadtbild völlig neu entstand.


Auf dem Domplatz findet man einen Granitobelisken mit einem Lavaelefanten, einem Geschenk des ägyptischen Diadochenkönigs Ptolemaios I. an den syrakusischen Tyrannen Agathokles.


Im Dom aus dem 18. Jh. befindet sich das Grab des in Catania geborenen Komponisten Bellini sowie aragonischer Könige.


Blick zurück zum Domplatz


Die Piazza Mazzini wurde aus 32 Säulen einer antiken römischen Basilika errichtet.


Das Castello Ursino wurde um 1240 von Friedrich II. errichtet und diente im 14 Jh. den aragonischen Königen als Residenz.


San Francesco d'Assisi (18 Jh.)

 
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 Messina

Messina wurde um 730 v. Chr. von griechischen Kolonnisten an Stelle einer alten Sikulerstadt gegründet. Mit dem Hilferuf ihrer Bewohner an die Römer um Unterstützung gegen Karthago begannen die Punischen Kriege.
Erst im Mittelalter unter den Normannen, die von hier aus die Araber von Sizilien vertrieben, gelangte die Stadt durch ihre strategisch günstige Lage an der Meeresenge zwischen Sizilien und Kalabrien zu hoher, langandauernder Blüte. Im Erdbeben von 1908 wurde in 30 Sekunden 91 % der Stadt zerstört und 60.000 Menschen getötet, den Rest erledigte der 2. Weltkrieg; davon hat sich Messina bis heute nicht erholt und bietet kaum Sehenswertes.


Sehenswert ist die nur 3 km breite Straße von Messina und der herrliche Blick auf Kalabrien in diesem Panoramabild.

 
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 Äolische Inseln

In 30-80 km Entfernung von der Nordküste Siziliens liegen die Äolischen Inseln (oder auch Liparischen Inseln nach der Hauptinsel Lipari). Vom Meeresgrund aufragende Vulkangipfel bilden hier einen zur Provinz Messina gehörenden Archipel aus 7 größeren bewohnten (am bekanntesten: Lipari, Vulcano, Panarea, Salina und Stromboli) und 10 unbewohnten Eilanden.
Die größeren Inseln waren schon in der Jungsteinzeit und dann seit der Bronzezeit (bedeutende Funde im Museum von Lipari) durchgehend besiedelt, im 6. Jh. v. Chr. landeten hier auch Griechen aus Knidos und Rhodos. Ihren Namen erhielten die Inseln vom griechischen Windgott Aiolos, der hier auf der sagenhaften Insel Aiolia (Stromboli) lebte und die Winde in einer Höhle eingeschlossen hielt; er half dem Odysseus auf seiner Heimfahrt, indem er ihm in einem Schlauch die Winde übergab.
Später waren die Äolischen Inseln besonders ein Hauptstützpunkt der Phöniker; in ihren Gewässern tobten die größten Seeschlachten der Punischen Kriege. Im Mittelalter wurde die Hauptstadt Lipari ein bedeutender Bischofssitz.
Heute sind die (am besten von Milazzo aus erreichbaren) Inseln, einst ein Verbannungsort für Verbrecher, in ihrer Abgeschiedenheit und Beschaulichkeit in wunderschöner maritimer und vulkanischer Landschaft ein touristischer Geheimtip Siziliens.


Auf der romantischen abendlichen Überfahrt mit der Autofähre von Milazzo nach Lipari passieren wir hier für einen kurzen Zwischenhalt die Insel Vulcano.


Blick von der spanischen Zitadelle auf den Hafen von Lipari, der mit 38 km2 Fläche und 11000 Einwohner größten und wichtigsten Insel des Archipels


Blick von Lipari zur Nachbarinsel Salina (27 km2, 2000 Einw.)


Eine Fahrt von Lipari...


... zum gut 900 m hohen Stromboli (12,5 km2, 400 Einw.) ist zwar bei ca. 40 km Entfernung eine ganze Tagestour, aber in der Regel sehr lohnenswert, da der Stromboli der aktivste Vulkan Europas ist und praktisch täglich Feuer spuckt, was besonders in den Abendstunden Schiffe und Touristen aus weitem Umkreis anlockt. Heute aber haben wir Pech: der Vulkan hüllt sich in dichte Wolken und bleibt stumm.


Die vor dem Stromboli liegende 56 m hohe Basaltklippe Strombolicchio erinnert an eine mittelalterliche Burg.


Garantiert immer lohnenswert ist dagegen die kurze Fahrt von Lipari (mit schönen Blicken auf den Hafen der Hauptstadt und die schönen Felsen und Grotten an der Küste Liparis)...


... zur Nachbarinsel Vulcano (21 km2, 400 Einw.), dem sagenhaften Geburtsort des Gottes Aiolos. Hier kann man an bestimmten Uferabschnitten nicht nur in vulkanischem Wasser (schwefelig und zum Teil siedend heiß) zu jeder Jahreszeit herrlich baden, sondern auch ohne Gefährdung...


... den Vulcanello bis zum Krater erklimmen. Der Hauptkrater liegt 390 m hoch und läßt sich in 30-40 min ersteigen.


Oben wird man nicht nur durch herrliche Blicke auf den Archipel verschwenderisch belohnt, sondern vor allem durch...


... den 80 m tiefen und 140 m (unten) bzw. 200 m (oben) im Durchmesser großen Hauptkrater, an dem aus unzähligen Stellen beißende, heiße Schwefelgase austreten. So haben wir uns immer einen Vulkan vorgestellt!!! :-)

 
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 Tyndaris

Die Stadt, die heute Tindari heißt, ist die jüngste griechische Kolonie auf Sizilien. Sie wurde 396 v. Chr. vom syrakusischen Tyrannen Dionysios I. nach seinem Sieg über die Karthager gegründet.


Größte antike Sehenswürdigkeit ist heute das griechische Theater aus dem 4. Jh. v. Chr. hoch über dem Meer.


Gleich neben dem Theater befinden sich die guterhaltenen Reste eines römischen Gebäudes, vermutlich eine dreischiffige Basilika (Markthalle oder Amt) oder ein Prunk-Eingangstor zu Theater oder Stadt, deren Grundmauern sich unterhalb von Tor und Theater befinden.


An höchster Stelle der Stadt steht das Heiligtum der Schwarzen Madonna, eine prachtvolle moderne Kirche mit herrlichen Wandmosaiken, die die Geschichte einer wundersamen schwarzen Madonnenfigur aus dem 15. Jh. erzählen, welche der Altar der Kirche birgt.

 
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 Cefalu

Die zwischen Messina und Palermo liegende Stadt Cefalu hat keine besonders bemerkenswerte Geschichte, wurde aber unter den Normannen zu einem städtebaulichen Schmuckstück des Mittelalters verzaubert. Dieses zur Freude der vielen Touristen bis heute bewahrte Flair und die angemessen gepflegten Straßen und Gebäude erlauben einen angenehmen, beschaulichen Aufenthalt - eine echte Seltenheit in sizilianischen Städten.


Schönstes und sehenswertestes Gebäude der Stadt ist am zentralen Domplatz der normannische Dom, erbaut unter Roger II. Mitte des 12. Jh. mit strenger, klarer Linienführung und Raumgliederung sowie herrlichen byzantinischen Mosaiken im Inneren.


Die hübschen mittelalterlichen Gassen der Stadt laden zum Spazieren und Entdecken ein.


Das Puppentheater hat in Sizilien eine lange Tradition und lebt in aller Regel von unzähligen mittelalterlichen Ritterabenteuern. Die dazu passenden Marionetten sind bei den Touristen ein beliebtes Souvenir und überall erhältlich.


Dies ist nicht etwa ein Obst-, sondern ein Marzipangeschäft. Die kunstvollen Stücke sind zum Verwechseln ihren Vorbildern ähnlich.


Das Schmutzwasser des in den Fels gehauenen mittelalterlichen öffentlichen Waschplatzes floß direkt durch die Stadtmauer (rechts) ins Meer, an welchem...


... der romantische Fischerhafen der Stadt liegt - ein bei Malern und Fotografen sehr beliebtes Motiv.

 
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 Palermo

Eine Flugreise nach Sizilien beginnt gewöhnlich in Palermo - und endet in aller Regel auch wieder dort. Am Abreisetag kann man die verbleibenden Stunden nutzen, um...


den Park der Villa Guilia mit Botanischem Garten (beides leider sehr heruntergekommen und verwildert, meilenweit entfernt von Goethes Beschreibung als "feenhafter Wundergarten") und...


... das sizilianische Archäologische Nationalmuseum an diesem Platz mit schöner barocker Kirche zu besuchen. Das Museum selbst (nicht im Bild) ist sehr reizvoll in den Gebäuden und Gängen eines ehemaligen Klosters aus dem 17. Jh. untergebracht. Seine sehenswertesten Exponate sind...


... ein vollkommener Bronzewidder aus Syrakus (3. Jh. v. Chr.) von außergewöhnlichem Realismus, ...


... Metopen und Triglyphen von den dorischen Tempeln aus Selinunt, ...


... Wasserspeier vom Dach des Tempels von Himera, ...


... griechische Skulpturdarstellungen von Aphrodite und Eros und...


... Dionysos (mit "Samurai-Zopf") sowie...


... ein prachtvolles römisches Bodenmosaik mit der Darstellung des singenden Orpheus, dem die Tiere lauschen.

Damit endet unsere Reise - und dieser Reisebericht. Ciao, Sicilia!

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