Bilder aus Sachsen

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 Görlitz

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und nach Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen die sechstgrößte Stadt Sachsens; geografisch gehört sie zur niederschlesischen Oberlausitz. Der östliche, wesentlich kleinere Teil der Stadt wurde durch die Westverschiebung Polens nach dem 2. Weltkrieg und die Neiße als neue deutsch-polnische Staasgrenze abgetrennt und ist nun das eigenständige, polnische Zgorzelec.
Görlitz wurde 1071 erstmals als Ort der Markgrafschaft Oberlausitz erwähnt und gehörte ab dem 14 Jh. dem Oberlausitzer Sechsstädtebund an. Ab 1520 wurde schrittweise die Reformation eingeführt. Die Stadt litt an der Nahtstelle zwischen Sachen, Österreich und dem späteren Preußen stark unter dem Dreißigjährigen und dem Siebenjährigen Krieg. 1635 kam die Stadt zu Sachsen. Im Wiener Kongress wurde die Stadt Preußen zugeschlagen und kam so am 1. Juni 1816 zu Schlesien. Hier wurde sie Sitz des gleichnamigen Kreises innerhalb des Regierungsbezirks Liegnitz. Am 31. Dezember 1867 wurde die Eisenbahn nach Berlin (zum dortigen Görlitzer Bahnhof) eröffnet.
Glücklicherweise wurde die Görlitz, die "Perle der Oberlausitz", im 2. Weltkrieg von Zerstörungen verschont, so dass die Stadt heute zu den schönsten Deutschlands zählt und über knapp 4.000 sehr gut restaurierte Baudenkmäler verfügt. Die Innenstadt unterteilt sich in die Altstadt mit fast komplett erhaltener Mittelalter- und Renaissance-Bebauung und die sich anschließenden Gründerzeitviertel mit vollständig geschlossenen Gründerzeit- und Jugendstil-Straßenzügen.


Viele Görlitzer Gäste bekommen als Erstes den schönen Jugendstil-Bahnhof der Stadt zu Gesicht.


Im sehenswerten Gründerzeitviertel zwischen Bahnhof und Postplatz (am Südwestrand der Altstadt) befinden sich schöne Einkaufspassagen.


Kleinod der späten Gründerzeit und Jugendstilepoche ist das Karstadt-Kaufhaus (1913), der älteste existierende (und schönste) Kaufhausbau Deutschlands.


Mit dem Dicken Turm (um 1300; auch "Frauenturm" oder "Dicke Bertha") erreicht man dann die ehemalige Stadtbefestigung und den Marienplatz als Vorplatz zur Altstadt.


Vom Reichenbacher Turm führen in Nordostrichtung erst Ober- und dann Untermarkt - getrennt voneinander durch die Brüderstraße mit der spätgotischen Dreifaltigkeitskirche (14./15. Jh.) - zur Neiße.


Im Reichenbacher Turm (14./15. Jh.) findet man ein kleines aber feines stadtgeschichtliches Museum (z.B. auch diese alte Karte/Stadtansicht von Görlitz mit Reichenbacher Turm und Kaisertrutz links im Bild)...


... und einen schönen Ausblick auf den barocken Obermarkt und die Kaisertrutz (1490 in die Stadtbefestigung eingefügt).


Für weitere Erklärungen und anregende Unterhaltung steht der aufgeschlossene Turmwächter zur Verfügung. Die Wohnung seiner bis 1911 hier im Turm sesshaften Vorgänger kann man bis heute bestaunen.


Als schönster Profanbau der deutschen Renaissance gilt der Schönhof in der Brüderstraße 8 am Untermarkt. Er wurde 1526 unmittelbar nach dem großen Stadtbrand von 1525 von Ratsbaumeister Wendel Roskopf dem Älteren erbaut. Typisch für den frühen Renaissancebau sind die Fensterbänder in Sandstein, die hier besonders aufwendig gestaltet sind. Auch im Inneren ist der Renaissancestil noch zu finden. An den Holzbalkendecken und Wänden sind farbenprächtige Vögel und Früchte, zahlreiche Blütenmotive und Ornamente zu sehen. Durch die topographische Lage begünstigt, diente das im 15. und 16. Jahrhundert komfortabel ausgestattete Repräsentationsgebäude oft als fürstliches Gästehaus. Hier übernachteten u.a. König Wenzel IV. von Böhmen und Kurfürst Johann Georg von Sachsen.


Dieses schöne Bürgerhausportal findet man in der Brüderstraße (Ecke Schwibbogen).


Der Untermarkt beherrscht das Rathaus - ein wundervolles Bauensemble aus Mittelalter (Spätgotik) und Neuzeit (Gründerzeit/Historismus).


Der "Flüsterbogen" am gotischen Hauseingang schräg gegenüber eignet sich auch als "Beichtstuhl für Zwischendurch". :-))


In der Neißstraße, die vom Untermarkt zur Neiße und Richtung St.-Peter-und-Paul-Kirche führt, befinden sich hübsche Renaissancehäuser (z.B. das "Bibel"-Haus von 1570 mit Reliefs, die Passagen der heiligen Schrift darstellen) und Gässchen.


Hoch am westlichen Neiße-Ufer thront die Pfarrkirche St. Peter und Paul aus dem 15 Jh. (Türme: 19. Jh.). Von hier ist es nur noch ein Katzensprung nach Polen.


Eine architektonische und religiöse Einzigartigkeit stellt das Heilige Grab von Görlitz dar: Das ganze Mittelalter hindurch waren die Christen aller Stände und Völker von der Sehnsucht erfüllt, dem Ort der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi möglichst nahe kommen zu können. Wer dazu in der Lage war, machte sich auf den Weg ins Heilige Land, nach Jerusalem. Und wo es auch immer ging, schufen Nachbildungen des Heiligen Grabes eine Verbindung zur zentralen Geschichte des christlichen Glaubens. Zwischen 1481-1504 entstand auf Initiative des reichen Kaufmanns und Jerusalempilgers Georg Emmerich (1422-1507) außerhalb der Nikolaivorstadt der einzigartige Komplex des Heiligen Grabes nach dem Muster der mittelalterlichen heiligen Stätten Jerusalems. Seine drei (im Gegensatz zur heutigen Grabeskirche in Jerusalem baulich getrennten/freistehenden) Kapellen sind in einen Landschaftsgarten eingebettet, der Teile der Topographie Jerusalems mit Via Dolorosa, Golgatha, Kidrontal, Jüngerwiese und Ölberg nachzeichnet. Die zweigeschossige Heilig-Kreuz-Kapelle stellt im Untergeschoss die Adamskapelle der Grabeskirche nach, im Obergeschoss wird der Golgathafelsen und der Abdruck des Kreuzes wie in Jerusalem gezeigt. Die Heiliggrab-Kapelle folgt als verkleinerte Kopie dem Grab Christi in seiner mittelalterlichen Gestalt.


Mehrere Brücken führen heute wieder in Görlitz über die Neiße. Der Eisenbahnviadukt, der einst Berlin über Görlitz mit Breslau, d.h. dem Herz Schlesiens, verband, ist allerdings heute kaum mehr in Benutzung.


Im polnischen Zgorzelec auf der anderen Neißeseite zeugt nur noch die Ruhmeshalle (1898 - 1902) vom einstigen Glanz der Stadt (2. Bild: historisches Photo). Heute dient sie nur noch als "Dom Kultury" ("Kulturhaus") von Zgorzelec.


Daneben ist nur noch das ehemalige Wohnhaus der Familie Matysik in der Coubierestraße von Zgorzelec für Insider :-) interessant.


Das Wahrzeichen (und legendäres Ausflugsziel) von Görlitz ist die Landeskrone, der Hausberg der Stadt Görlitz - ein vor 30 Mill. Jahren erloschener Vulkan. Der Basaltberg liegt in westlicher Richtung unweit der Stadt. Obwohl die Landeskrone nur 420 m hoch ist, bietet sich von ihrem Gipfel ein schöner Blick auf Görlitz (2.+3. Bild) und über das Oberlausitzer Bergland bis hin zum Zittauer Gebirge, und sogar - bei guter Sicht - bis zum Riesengebirge mit der Schneekoppe. Vorzugsweise hocken die Matysiks bei ihren Beobachtungen auf dem berühmten Teufelssitz (6.+7. Bild) - kein Kommentar! :-))
Die Besiedlung der Landeskrone lässt sich bis zum Beginn des 10. Jahrhunderts zurückverfolgen. Zwei Wallanlagen, die durch Rudolf Virchow 1870 erstmals genauer erforscht wurden, werden in die Zeit der westslawischen Besiedlung dieses Gebietes eingeordnet. Der erste ständige Sitz und somit der Bau der ersten Burganlage geht zurück in das Jahr 952. Sie bildete später wahrscheinlich den Mittelpunkt eines Burgwardes der Besunzane. Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Anlage als „urbs businc“ (Biesnitz) Anfang des 10. Jahrhunderts. Bei Thietmar von Merseburg wird im Zusammenhang mit einem Heereszug, den König Heinrich II. im Sommer 1015 gegen Boleslaw I. Chrobry unternahm, auch die Eroberung einer großen urbs Businc durch böhmische Truppen erwähnt. Mit einiger Sicherheit kann diese mit der Befestigungsanlage auf der Landeskrone identifiziert werden. Auch der Name der unterhalb des Berges liegenden Orte Klein und Groß Biesnitz (um 1300 "Bisencz"), heute Ortsteile von Görlitz, gehen höchstwahrscheinlich noch auf die Bezeichnung Besunzane zurück.
Der Name "Landeskrone" tauchte 1268 als "castrum landischkrone" auf und stammt vom Rittergeschlecht "derer von Landskron". Der Stammsitz dieser Ritter befand sich im Siebengebirge, von wo aus eine Erhebung zu sehen war, die der Form und Größe nach dem Görlitzer Hausberg gleich kam. Im Hochmittelalter wurde auf der Landeskrone eine wichtige Burg angelegt. Sie gehörte längere Zeit den in Böhmen und der Lausitz reich begüterten Herren von Bieberstein und war Teil des böhmischen Verwaltungs- und Verteidigungssystems, das die "Hohe Straße" (Via Regia), die wichtige königliche Handelsstraße im Mittelalter von Erfurt über Bautzen nach Görlitz, kontrollierte. Als die Burg um 1440 in den Besitz der Stadt Görlitz gelangt war, wurde sie auf Geheiß des Rats niedergerissen. 1620 nutzte Herzog Johann Georg von Jägerndorf die Landeskrone als Beobachtungswarte. 1758 stationierte der österreichische General Esterhazy zwei Husarenregimenter auf dem Gipfel und 1866 besetzte die preußische Heeresführung den Berg im Zug des Krieges gegen Österreich. Ende des 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte man in der Zeit der Dichter und Denker den romantischen Reiz von Berg und Landschaft. 1796 baute man den heute noch stehenden Aussichtsturm; auf dem Südgipfel entstand ca. 100 Jahre später die 13 m hohe Bismarcksäule (4.+5. Bild) zu Ehren von Fürst Otto von Bismarck, der Ehrenbürger der Stadt Görlitz ist.


Fährt man von Görlitz die Neiße entlang in Richtung Zittau, kommt man auf halber Strecke zum Kloster Marienthal, gestiftet von Königin Kunigunde (Gemahlin des Königs Wenzel von Böhmen) im Jahr 1234, und damit das älteste Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland. Es besteht seit seiner Gründung ununterbrochen, entging Anfang des 19. Jh. durch Schutz des sächsischen Königs der Säkularisation sowie durch Einflussnahme hoher SED-Führer der "Bodenreform" (Landenteignung) des DDR-Regimes.
Der weitläufige Klosterkomplex ist kulturhistorisch bedeutsam und durch und durch vom Barock geprägt. Er umfasst die Konventsgebäude mit der Abtei als Wohnsitz der Äbtissin, die Klosterkirche, die Propstei (früher Wohnung des Propstes), die Kreuzkapelle und Nebengebäude wie Bäckerei, ein Sägewerk mit Wasserantrieb, eine ehemalige Mühle und eine Brauerei. 1992 wurde ein Internationales Begegnungszentrum mit zwei Gästehäusern eingerichtet, das Hotelübernachtungen anbietet und auch Seminargästen eines klosterzugehörigen Bildungswerks zur Verfügung steht. Der Konvent von St. Marienthal besitzt umfangreiche landwirtschaftliche Nutzflächen, die zum größten Teil verpachtet sind - der dazugehörige Weinberg ist der östlichste Deutschlands.


Mit diesem Schnappschuss aus dem Garten unserer lieben Gastgeber verabschieden wir uns von Görlitz - jetzt ruft das Zittauer Gebirge nach uns!

 
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 Zittau / Oybin

Zittau liegt am Fuße des Zittauer Gebirges im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck "Deutschland - Polen - Tschechien". Schon wenige Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1238 umreitet König Ottokar II. von Böhmen 1255 symbolisch die Stadt zur Festlegung der Stadtmauer und verleiht ihr das Stadtrecht. Bis zum 14. Jahrhundert gehört die Stadt zum Königreich Böhmen. Zittau war Mitglied im Oberlausitzer Sechsstädtebund, wodurch der Übergang der Stadt und ihrer Umgebung von Böhmen an die Oberlausitz eingeleitet wurde. Durch den Handel über die von Kaiser Karl IV. privilegierte Straße durch das Neißetal wird Zittau eine reiche Stadt. 1424 erobern die Hussiten die Stadt. 1538 setzt sich die Reformation in Zittau durch. Nach der Niederlage der böhmischen Stände in der Schlacht am Weißen Berg (1620) emigrierten zahlreiche böhmische Protestanten nach Zittau. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es deshalb eine tschechischsprachige evangelische Gemeinde in der Stadt. 1635 kam Zittau zu Sachsen. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Stadt von österreichischen Truppen 1757 in Brand geschossen. Dabei wurden die Johanniskirche und das Rathaus sowie 80 % der Wohnhäuser völlig zerstört.


Mitte des 19. Jh. werden wichtige zentrale Gebäude am Zittauer Markt im klassizistischen Stil neu errichtet, wobei der Berliner Architekt Karl Friedrich Schinkel entscheidend an der Ausarbeitung der Baupläne beteiligt wird. Das so im Stile der italienischen Renaissance erschaffene Rathaus und die gleichfalls klassizistische Johanneskirche sind noch heute die interessantesten Bauten im Zittauer Stadtkern.


Interessanter als die Stadt ist die Umgebung des kleinen zerklüfteten Zittauer Sandsteingebirges, zu welchem der berühmte Burg- und Klosterberg Oybin gehört. Der Oybin ist 519 m hoch und trägt die Ruinen einer Raubritterburg, die Kaiser Karl IV. im 14. Jh. nach ihrer Zerstörung durch die Stadt Zittau zu seinem Alterssitz neu ausbauen ließ, sowie eines Cölestiner-Klosters, welches der Kaiser stiftete. 1577 fiel die kaum noch benutzte Anlage einem Blitzschlag zum Opfer. Die malerischen Ruinen mit dem gleichfalls auf dem Berg befindlichen Friedhof des Dorfes Oybin wurden im 19. Jh. ein beliebtes Motiv zahlreicher Maler der Romantik, wie z.B. Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus.
Heute sind sie Pflichtziel jedes Besuchers der Region, welcher nur durch die schaurige Raubritterschlucht den Gipfel erreichen kann.


Manchmal lohnt es sich, ab und zu nach oben zu schauen. Hier wurden schon Faultiere entdeckt. :-))


Weiter hinauf führt der Weg zur Burg und zum ersten Tor.


Am beeindruckendsten wirken die Ruinen der Klosterkirche (Bild 1-4) und des Kreuzganges (Bild 5-6).


Modelle in den historischen Räumen der Burgruine zeigen den Zustand der Gesamtanlage zum Ende des 14. Jh.

 
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 Elbsandsteingebirge / Königstein


Das Naturwunder Elbsandsteingebirge (auch Sächsische Schweiz genannt) beginnt südlich von Dresden. Hier schneidet sich die Elbe ihren Weg durch ehemaligen Meeresboden, von dem die nicht erodierten Sandablagerungen heute als wildzerklüftete Canyons emporragen.
Der schönste Teil des Elbsandsteingebirges konzentriert sich hier um die Bastei - eine 305 m (ü.NN) hohe Felsformation auf dem rechten Ufer der Elbe zwischen Rathen und Wehlen. Sie zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen der Sächsischen Schweiz. Von der Bastei fällt das schmale Felsriff über 194 m steil zur Elbe ab. Sie bietet eine weite Aussicht ins Elbtal und über das Elbsandsteingebirge.


Die Festung Königstein ist Europas größte Bergfestung und liegt inmitten des Elbsandsteingebirges auf einem Tafelberg oberhalb des Ortes Königstein. Das 9,5 ha große Felsplateau erhebt sich 240 m über die Elbe. Die Mauer der Festung ist 2200 m lang und hat bis zu 40 m hohe Sandstein-Steilwände. Im Innenhof befindet sich der mit 152,5 m zweittiefste Brunnen Europas (nach dem der Reichsburg Kyffhausen mit 176 m), der von Freiberger Bergleuten in den Fels geschlagen wurde.
Die erste Erwähnung des Königsteins als Burganlage datiert aus dem Jahre 1241. Damals wurde zwischen dem Königreich Böhmen und dem Bistum Meißen "in lapide regis", also auf dem Stein des Königs, eine Grenzurkunde unterzeichnet, die den Verlauf der Grenze zwischen beiden Gebieten regelte. Der Königstein gehörte damals zu Böhmen, auch Kaiser Karl IV. urkundete im Jahr 1359 als böhmischer König auf dem Königstein. 1406/08 eroberte der Markgraf von Meißen aus dem Hause der Wettiner die Burg. Aber erst 1459 wurde mit dem Vertrag von Eger endgültig die sächsisch-böhmische Grenze und damit die Übergabe des Königsteins an Sachsen festgelegt.
Die ältesten Bauten der Burg stammen aus dem 13. Jh. Zwischen 1589 und 1594 ließ Kurfürst Christian I. von Sachsen die Burg zu einer der größten Festungsanlagen Deutschlands ausbauen, die niemals eingenommen wurde. Der bis dahin immer noch recht zerklüftete Tafelberg wurde rundherum mit hohen Mauern versehen und das bebaute Gelände stetig erweitert. Die sächsischen Herzöge und Kurfürsten nutzten die Festung vor allem als sicheren Hort in Kriegszeiten, als Jagd- und Lustschloss - so vor allem August der Starke - aber auch als gefürchtetes Staatsgefängnis (z.B. 1706/07 für Johann Friedrich Böttger). Die militärische Bedeutung der Anlage blieb dagegen eher gering. So konnte Kurfürst Friedrich August II. im Siebenjährigen Krieg nur hilflos vom Königstein zusehen, wie gleich zu Beginn des Krieges im Jahr 1756 seine Armee zu Füßen des auf der anderen Elbseite liegenden Liliensteins vor der preußischen Armee kampflos kapitulieren musste. Vor ihren Toren fand im August 1813 die Schlacht bei Krietzschwitz statt, eine wichtige Vorentscheidung der Völkerschlacht bei Leipzig. Die militärische Bedeutung ging mit der Entwicklung weitreichender Geschütze zum Ausgang des 19. Jahrhunderts weiter verloren. Die Festung wurde jedoch in Kriegszeiten zur Lagerung wichtiger Kulturgüter und Schätze genutzt - so wurden z.B. 1866 die Kunstsammlung des Grünen Gewölbes des Dresdner Schlosses im Königstein eingelagert. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden die ausdehnten Keller und Kasematten der Festung für solche Zwecke genutzt.


Im gesamten Elbsandsteingebirge kann man wunderbare Wanderungen und Klettertouren unternehmen und hat dabei wie hier im Wandergebiet der Schrammsteine immer wieder herrliche Ausblicke.

 
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 Dresden

Der Name Dresden geht auf das slawische Wort drežga ("Sumpfwald") zurück. Nachdem König Heinrich I. um 929 die Slawen unterworfen hatte und Meißen Sitz eines Markgrafen und eines Bischofs geworden war, wurde auch das Dresdner Gebiet germanisiert und christianisiert. Im jetzigen Stadtteil Briesnitz entstand dafür ein Burgward. Die eigentliche Gründung von Dresden wird um das Jahr 1173 vermutet und mit den Silberfunden im Erzgebirge in Verbindung gebracht. Es wird angenommen, dass die erste Burg auf Dresdner Gebiet von einem kaiserlichen Beauftragten erbaut und später durch die Burggrafen von Dohna besetzt wurde, die die Gerichtsbarkeit ausübten und den dritten Teil des Elbbrückenzolls erhielten. Wohl im 13. Jh. wurde Dresden und ihre älteste Kirche Zu Unserer Lieben Frauen mit ihrem wundertätigen Marienbild zum Wallfahrtsort. Dietrich "der Bedrängte", 1198 bis 1221 Markgraf von Meißen, hatte in Dresden bereits zeitweilig seine Residenz - aus seiner Zeit stammen die ältesten Urkunden von 1206, 1215 und 1216, in welchen Dresden zuerst und zugleich als zeitweilige Residenz des Markgrafen und besonders als Stadt (civitas) erwähnt wird. Der Ausbau der Stadt und die gewerbliche Entwicklung ging zunächst zögerlich voran, Ende des 13. Jahrhunderts gab es ein Franziskanerkloster, zum Ende des 14. Jahrhunderts zwei Spitäler. 1403 erhielt Dresden das Stadtrecht. Ende des 15.Jh. hatte die Stadt Dresden samt ihrer Vororte 6.000 Einwohner.
Bei der Teilung Sachsens (Leipziger Teilung) zwischen den Herzögen Ernst und Albrecht 1485 kam Dresden an letzteren und wurde damit zur dauerhaften Residenz der albertinischen Herzöge und Markgrafen. 1491 wurde der größte Teil der Stadt ein Raub der Flammen. Albrechts Sohn, Herzog Georg der Bärtige, ließ von 1521 bis 1528 die Befestigungen der Stadt verstärken und 1534–1537 das Georgenschloss erbauen. Sein Nachfolger Heinrich der Fromme führte 1539 die Reformation ein. Im Ergebnis des Schmalkaldischen Krieges erhielt der albertinische Fürst Moritz als Belohnung für die Unterstützung Kaiser Karls V. 1547 die bis dahin ernestinische Kurwürde von Sachsen. Somit war Dresden Hauptstadt des bedeutendsten protestantischen deutschen Landes und Kursachen nach Österreich und Bayern der mächtigste deutsche Staat. Kurfürst Moritz gab den Festungswerken der Altstadt eine andere Gestalt, legte die Moritzstraße an und sorgte für eine zweckmäßige Verwaltung der Stadt. Sein Bruder und Nachfolger August ließ die Straßen pflastern, die Kreuzschule, die Annenkirche, das Zeughaus, den Jägerhof nebst vielen anderen öffentlichen Gebäuden erbauen und wurde Gründer der Bibliothek und der meisten wissenschaftlichen und Kunstsammlungen. 1548 wurde die Hofcantorey, Vorläuferin der Sächsischen Staatskapelle, gegründet und im gleichen Jahr wurde auch der Grundstein für die höfischen, später sächsischen Kunstsammlungen gelegt.
Ab 1620 beteiligte sich Kursachsen abwechselnd auf kaiserlicher und schwedischer Seite an den Kampfhandlungen des Dreißigjährigen Krieges. Obwohl die Stadt selber nicht erobert wurde, führten Hunger, Pest und wirtschaftlicher Niedergang durch Pflichtversorgung landeseigner und ausländischer Besatzungsheere zu einem schweren Rückschlag in der städtischen Entwicklung. In den nachfolgenden Jahrzehnten gelang es der Stadt aber dennoch schnell, wieder an alten Glanz anzuknüpfen, besonders durch die rasche kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des kurfürstlichen Hofes. In der 1670 gegründeten Friedrichstadt entstanden erste Manufakturen. Der Große Garten als höfisches Festgelände wurde angelegt, erste barocke Prunkbauten errichtet und mit dem Wirken von Heinrich Schütz, der 1614 nach Dresden kam und 1672 hier starb, erreichte das musikalische Leben der Stadt einen Höhepunkt.
Die glänzendste Periode der Stadt begann mit der Regierung des Kurfürsten Friedrich Augusts I. (genannt der "Starke"), der wieder zur katholische Religion übergetreten und seit 1698 auch als Augusts II. König von Polen war. Das 1685 abgebrannte nordelbische Dresden wurde nach einem großartigen Plan wieder aufgebaut und von da an Dresden-Neustadt genannt. In dieser Zeit entstanden auch viele bedeutende Bauwerke wie das Blockhaus, die Ritterakademie, die Kaserne, das Japanische Palais, die Zwingergebäude, die Dreikönigskirche, die jetzige Frauenkirche und andere hervorragende Bauwerke. Auch die Kunstsammlungen sowie die Bibliothek erhielten wertvolle Bereicherungen. Friedrich August II. (als August III. König von Polen 1733–1763) vollendete mehrere von seinem Vater angefangene Bauwerke und ließ 1739–1754 die prächtige katholische Hofkirche errichten. Im Zuge dieses Aufschwungs und durch die großen Bedürfnisse des Hoflebens verdreifachte sich auch die Einwohnerzahl zwischen 1700 und 1755 auf 63.000 Menschen.
Nachdem die Preußen im österreichischen Erbfolgekrieg Dresden erobert hatten, wurde hier der Friede zwischen Österreich, Preußen und Sachsen am 25. Dezember 1745 geschlossen. Der folgende Siebenjährige Krieg zwischen Preußen und Österreich brach Dresdens Blüte auf längere Zeit. Friedrich II. nahm bei Pirna die sächsische Armee "gefangen" und rückte am 9. September 1756 in Dresden ein. Nach der Schlacht bei Kunersdorf erschienen die Österreicher 1759 vor Dresden, drängten die Preußen zunächst aus der Neustadt und nahmen nach der preußischen Gesamt-Kapitulation Besitz von der ganzen Stadt. Die härtesten Leiden aber trafen die Stadt bei der erfolglosen Belagerung und dem Bombardement durch die Preußen unter Friedrich dem Großen selbst im Juli 1760.
1806 besetzte nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt der französische General Thiard Dresden. Noch im selben Jahr trat Sachsen dem Rheinbund beigetreten bei und wurde Dresden königlich-sächsische Residenzstadt. 1813 war die Stadt ein Stützpunkt der Operationen Napoleons, der sich hier an beiden Ufern des Elbstroms mit seinem ganzen Heer aufgestellt und Pirna, den Lilienstein, den Königstein und Stolpen in seine taktischen Überlegungen mit einbezogen hatte, so dass die Gegend einem großen verschanzten Heerlager glich. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig gaben die Franzosen Dresden auf und die Stadt wurde vorübergehend russisch und preußisch verwaltet. 1815 kehrte Königs Friedrich August in die Stadt zurück.
1817 wurde die Stadt weiter verschönert und die Stadtbefestigung geschliffen. König Friedrich August II. (1836–1854) wurde klassizistischer Bauherr der Stadt - es entstanden das neue Theater von Gottfried Semper, die Sempersche Gemäldegalerie (Alte Meister), die nun den Zwingerhof anstelle der alten Befestigungsmauer gegen das Theater abschloss, das königliche Orangeriegebäude und das Belvedere auf der Brühlschen Terrasse. Nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 beherbergte die Stadt eine der größten Garnisonen Deutschlands. Umfangreiche Verkehrsbauten veränderten das Gesicht der Stadt: zusätzliche Elbbrücken, weitere Bahnlinien und Bahnhöfe wurden gebaut und ein Elbhafen errichtet. Dresden erhielt ein neues Rathaus (1910), Opernhaus (1878, erneut von Semper entworfen, nachdem sein erster Bau durch Brand zerstört war) und eine Vielzahl kommunaler Bauten. Zur Jahrhundertwende war Dresden dank vieler Eingemeindungen mit 500.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Deutschland.
Die Novemberrevolution von 1918 zwang König Friedrich August III., der seit 1904 regierte, zum Abdanken. Der Freistaat Sachsen wurde gegründet. Zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war Dresden mit 640.000 Einwohnern die siebtgrößte deutsche Stadt. Der Raum Dresden blieb bis zum August 1944 von Luftangriffen verschont, weil er außerhalb der Reichweite alliierter Bomber lag. Im Herbst 1944 war Dresden der letzte unbeschädigte größere Industriestandort und Verkehrsknotenpunkt Deutschlands - und letzte intakte Garnisonsstadt im Rücken der Ostfront. Von August 1944 bis April 1945 gab es mehrere Luftangriffe auf Dresden und Umgebung, die meist den Industrie- und Verkehrsanlagen der Garnisonsstadt und des industriell entwickelten Elbtals galten. Bei den Angriffen vom 13. und 14. Februar 1945 wurde allerdings die Altstadt zum größten Teil vollständig zerstört. Die DDR baute repräsentative Teile der barocken Bebauung später wieder auf, z.B. Zwinger und Semperoper.
Mit der deutschen Wiedervereinigung hat der Wiederaufbau einen neuen Höhepunkt erreicht, ist aber noch längst nicht abgeschlossen. Heute (2005) gleicht die Altstadt Dresdens eher einer umzäunten Baustelle als einer romantischen Innenstadt. Der Altmarkt harrt noch seiner gänzlichen Neugestaltung, ebenso zahlreiche wichtige historische Gebäude wie das Residenzschloss oder der Zwinger, die zumindest der Restauration und einer Reinigung bedürfen. Es werden noch einige Jahre ins Land gehen, bis Dresden wieder zum glänzenden Elbflorenz wird.


Die Augustusbrücke (historisches Photo um 1900) verbindet die barocke Neustadt nördlich der Elbe mit der Altstadt am Südufer. Von hier aus hat man den schönsten Blick auf die 3 bedeutenden Kirchen der Stadt (v.l.n.r.): Frauenkirche, Kreuzkirche und Hofkirche.


Die Kreuzkirche am Altmarkt ist nach der Frauenkirche die zweitälteste Kirche der Stadt (evangelisch seit 1539). Der Weihename St. Nikolai wurde kaum noch verwendet, seit im Jahre 1388 der Bischof zu Meißen Splitter des heiligen Kreuzes weihte und die Menschen zur Wallfahrt herbeiströmten. Beim Wiederaufbau 1764 (nach der Zerstörung durch eine preußische Kanonenkugel) erhielt der ursprünglich gotische Bau ein barockes Aussehen. 1897 brannte die Kirche zum vierten Mal in ihrer Geschichte ab und wurde mit Jugendstilelementen wieder aufgebaut. Beim Luftangriff am 13. Februar 1945 wurde sie erneut zerstört. In den 50er Jahren wurde sie im reinen Barockstil neu errichtet.
An der Kreuzkirche ist der weltbekannte Kreuzchor (Capella sanctae crucis), einer der weltweit ältesten Chöre (vermutlich seit 13. Jh.), beheimatet. Von ihrem Turm schaut man in Richtung Elbe direkt auf die Frauenkirche (ganz links auch der Turm der Hofkirche).


Schon im 11. Jahrhundert wurde die Frauenkirche ("Zu unserer lieben Frauen") als kleiner romanischer Bau errichtet und im späteren Mittelalter mehrfach umgestaltet. Im 16. Jh. fiel das Kirchengebäude an die nun lutherische Gemeinde der Stadt. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude baufällig und reichte für die wachsende Zahl der Gottesdienstbesucher nicht mehr aus. Daraufhin beschloss der Stadtrat 1722, eine neue Kirche zu bauen. Er beauftragte den Architekten und Ratszimmermeister George Bähr mit der Planung. Am 26. August 1726 wurde der Grundstein gelegt, und bis 1743 entstand ein barocker Neubau, der vorwiegend aus Spenden der Dresdner Bürger finanziert wurde. 1743 war die neue Kirche vollendet. Die Dresdner Frauenkirche war damit der einzige protestantische Sakralbau des deutschen Barock von europäischer Bedeutung. Der Zentralbau von Bähr trug eine komplett steinerne Kuppel, wie sie sonst nur noch beim Dom zu Florenz und einem weiteren Kirchenbau in Europa zu finden war. Die Dresdner Kuppel faszinierte zudem durch ihre konkave Form im unteren Teil; dies war einzigartig auf der Welt und wurde als "Steinerne Glocke" berühmt. Der ganze Bau mit seinen Proportionen, den sehr hohen Pfeiler und hohen, schmalen Fenstern erinnerten fast an eine gotische Kathedrale.
Nach dem Luftangriff auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 brannte die Frauenkirche vollständig aus. Sie war durch keine Sprengbombe getroffen worden, befand sich aber mitten im Stadtzentrum, wo der Feuersturm und die Brandhitze am stärksten wüteten. Am 15. Februar brach das Gebäude in sich zusammen. Die Innenpfeiler waren ausgeglüht und konnten die Last der gewaltigen Gewölbekonstruktion nicht mehr tragen. Nur die Umfassungsmauern des Chors bis zum Hauptgesims und ein Rest des nordwestlichen Eckturms blieben noch stehen. In der DDR blieb der Trümmerberg mitten im Stadtzentrum von Dresden über 40 Jahre lang als Mahnmal erhalten, ähnlich der Ruine der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Ein Versuch der Behörden, den Trümmerberg zu Gunsten einer Parkfläche zu beseitigen, wurde durch Protest vieler Dresdner verhindert. 1994 wurde der Grundstein zur neuen Frauenkirche gelegt, 2005 wurde die Wiederherstellung vollendet. Für den Wiederaufbau wurde der Trümmerhaufen Stein für Stein abgetragen und alle noch brauchbaren Steine vermessen, katalogisiert und eingelagert. Aus der Lage im Trümmerberg und mit teilweise extra für diese Aufgabe erstellten Computerprogrammen konnte bei vielen Steinen der ursprüngliche Platz im Gemäuer ermittelt und diese an alten Stelle wieder eingesetzt werden (erkennbar an den "dunklen Flecken" an der Fassade).


Die Brühlsche Terrasse ist ein architektonisches Ensemble und touristisches Highlight in Dresden. Die Freianlage erstreckt sich entlang der Elbe auf der Altstädter Seite von Dresden, gegenüber dem sächsischen Finanzministerium (3. Bild). Der Name geht zurück auf Heinrich Graf von Brühl, der ab 1719 unter August dem Starken einen kometenhaften Aufstieg als Minister und Diplomat erlebte, dessen Nachfolger 1733 die polnische Königskrone erneut sicherte und als Erster Minister mit praktisch unumschränkter Gewalt den Staat leitete, bis der Siebenjährige Krieg seiner Macht ein Ende setzte und Brühl mit dem Kurfürsten nach Polen fliehen musste. Schon 1737 ließ Brühl ein Palais am Elbufer errichten, bis 1747 wurde ihm vom Kurfürsten Stück um Stück die gesamte heutige Terrasse geschenkt und hieß fortan Brühlscher Garten.


Die Akademie der Künste in Dresden wurde 1764 unter Friedrich August III. als Königlich Sächsische Kunstakademie zu Dresden gegründet. An exponiertester Stelle der Stadt, an der Brühlschen Terrasse, erhielt sie 1887-1893 ihr repräsentatives Gebäude. Sie gehörte zu den ältesten Kunstakademien im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche bekannte Künstlerprofessoren wie Canaletto, Caspar David Friedrich und Gottfried Semper bescherten der Akademie ein internationales Ansehen.


Das benachbarte Albertinum wurde zwischen 1884 und 1887 nach Entwürfen Carl Adolf Canzlers als neues Zeughaus erbaut. Dabei wurden auch Teile des zuvor abgetragenen Renaissance-Zeughauses wiederverwendet. Ab 1889 diente das Albertinum als Skulpturenmuseum. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Albertinum zerstört und bis 1953 wiederaufgebaut. Seitdem beherbergte es wesentliche Teile der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: die Skulpturensammlung, das Münzkabinett sowie vor allem die Galerie Neue Meister.


Der Zwinger ist das vielleicht berühmteste barocke Bauwerk in Dresden, das zwischen 1711 - 1722 nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann und Balthasar Permoser auf den Resten der Festungsmauern einer alten Bastion entstand. Er befindet sich zwischen der Semperoper (im Hintergrund des 3. Bildes)und dem Postplatz. Der in aller Welt bekannte und wohl meistfotografierte Teil des Zwingers ist das Kronentor, das tatsächlich als einstiges Stadttor Dresden nach Südwesten abschloss, wovon noch der davor befindliche Burggraben zeugt. Die Spitze des Tores wird von einer Nachbildung der polnischen Königskrone geziert.
Das Gelände wurde noch um 1700 als (später namensgebender) Tierhatzzwinger verwendet, nach dem ersten Ausbau durch eine Orangerie unter August dem Starken wandelte sich die Nutzung zu einem Lustschloss mit Kunstsammlung. Nach der Zerstörung in der Bombennacht von 1945 wurde der Zwinger 1945-1963 rekonstruiert. Heute sind hier im Zwinger der Mathematisch-Physikalische Salon, das Museum für Tierkunde, die Porzellansammlung, die Rüstkammer sowie die weltberühmte Gemäldegalerie Alte Meister mit der Sixtinischen Madonna da Vincis untergebracht. Die Galerie Alte Meister residiert in einem im 19. Jh. durch Semper ergänzten Flügel, der eine bis dahin bestehende alte Mauer ersetzte (4. Bild: Eingang von der Theaterplatzseite, mit Blick auf die Frauenkirche).


Der Stallhof wurde Ende des 16. Jh. als herzoglicher Tunierplatz errichtet und ist heute die einzige erhaltene europäische Ringstechbahn.

 
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 Dresdener Umgebung


Wenige Kilometer nördlich von Dresden gelegen, ist das Jagdschloss Moritzburg eine Hauptattraktion des Umlandes. Inmitten des wildreichen Friedewaldes ließ Herzog Moritz von Sachsen von 1542 bis 1546 auf einer Granitkuppe ein Jagdschloss im Stile der Renaissance errichten, welches stets zu den beliebtesten Jagdaufenthalten der sächsischen Kurfürsten und Könige gehörte. Die Schlosskapelle aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zählt zu den eindrucksvollen Bauten des Frühbarocks in Sachsen. Hier fanden vor dem Bau der katholischen Hofkirche in Dresden ab 1699 die ersten katholischen Gottesdienste in Sachsen seit der Reformation statt. August der Starke ließ das Schloss von 1723 bis 1733 nach Plänen von Oberlandbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann unter Einbeziehung der umliegenden Landschaft zu einem repräsentativen Jagd- und Lustschloss umbauen. Das Schloss wurde weiter verändert, neue Teiche und Tiergehege angelegt. Um 1800 wird die Umgebung des Schlosses weiter in die Gestaltung der Landschaft einbezogen. Das Fasanenschlösschen, der Hafen und der Leuchtturm entstehen. Noch bis 1945 ist die Moritzburg Wohnsitz des Wettiner Herzoggeschlechtes.


Geradezu ein Geheimtipp ist dagegen der Barockgarten Großsedlitz mit dem Friedrichschlößchen südöstlich von Dresden (bei Heidenau). Das Friedrichschlößchen wurde 1719 vom Reichsgrafen von Wackerbarth als Ruhesitz mit schönem frühbarocken Garten erbaut. 1723 kam das Anwesen in den Besitz von Kurfürst August dem Starken, der es bis 1732 vergrößern und umgestalten ließ. Als Lustgarten wurde die Anlage bis 1763 für glanzvolle Feste des Dresdener Hofes genutzt. Der Garten blieb unvollendet und wurde in den folgenden Jahrhunderten kaum verändert. Den Garten, der z. T. mit kunstvoll beschnittenen Winterlinden und Hainbuchen bepflanzt ist, zieren zahlreiche Statuen aus der römischen und griechischen Mythologie. Im Friedrichschlößchen, das nicht besichtigt werden kann, ist u.a. ein Café eingerichtet . Die Obere Orangerie (im 1. Bild links) wird für Ausstellungen genutzt.


Zwanzig Kilometer südöstlich von Dresden liegt die Stadt Pirna, das "Tor zur Sächsischen Schweiz". Pirna besitzt einen hübschen Markt mit z.T. unveränderter Renaissance- und Barockbebauung. Das 1396 erstmals erwähnte Rathaus mit gotischen Fenster- und Türbögen im Erdgeschoss ist vom ersten Stock bis zu den Volutengiebeln vom Renaissance-Stil geprägt (Umbau 1555/56). Der zierliche, 1718 ersetzte barocke Turm mit seiner Doppellaterne steht in reizvollem Kontrast zu dem massigen Turm der nahen Marienkirche (16. Jh., mit barocker Turmhaube).


Berühmter noch ist die nahegelegene Burg Stolpen. Sie wurde um 1100 im Zuge der Eroberung der slawischen Gebiete auf einem alten Vulkankegel aus Granit (1. Bild) erbaut. Die erste größere Belagerung, welche 8 Wochen dauerte, erfuhr die Burg 1429 - die Hussiten konnten abgeschlagen werden. Während der Reformation war die Burg für einige Jahrzehnte Sitz der Bischöfe von Meißen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von den kaiserlichen Kroaten erobert und in Brand gesteckt. Durch einen schnellen Wiederaufbau der Burg konnte sie einer Belagerung der Schweden 1639 standhalten. 1675 wurden die Wehranlagen erneuert und den aktuellen bautechnischen Erkenntnissen angepasst (Vorwerke). 1716-1765 war die Gräfin Cosel in der Burg inhaftiert - die ehrgeizige Mätresse August des Starken, deren er sich (vor allem auf Grund eines schriftlichen Eheversprechens, das sie von ihm besaß) nicht anders zu entledigen wusste.
Nach Übergabe der Burg an die preußische Armee im Jahre 1756 wurde sie nur ein Jahr später geschleift. Zwei Jahre später konnte die Burg von Sachsen zurückerobert werden. 1813 besetzten napoleonische Truppen die Burg und richteten sie teilweise wieder auf. Die Vorwerke und einige andere Gebäude in der Burg wurden gesprengt, auch durch nachrückende Truppen. Schon Mitte des 19. Jh. wird die Burg restauriert und später ein Touristenmagnet.


Die Reichsgräfin Cosel wurde nach ihrem Tode in aller Stille in einer nicht gekennzeichneten Gruft der Burgkapelle beigesetzt. Später wurde das Grab gesucht und würdig ausgestaltet.


In der Folterkammer kann man sich "am eigenen Leibe" ein Bild von den damaligen Zuständen auf der Burg machen. Diese chiropraktische Behandlung ist trotz ärztlicher Aufsicht (der Arzt als Kerkermeister) kein Zuckerschlecken!


Schloss Pillnitz wurde von August dem Starken der Gräfin Cosel geschenkt und markiert den Höhepunkt ihres Einflusses. Schon im 16. Jh. stand hier in wunderschöner Lage an der Elbe unweit Dresdens ein Schloss. Später erwarb es August der Starke, der es nach der Verhaftung Gräfin Cosels wieder an sich nahm und im barocken Stil um- und ausbauen ließ. Die Anlage (nach Entwürfen von Matthäus Daniel Pöppelmann und Zacharias Longuelune) besteht aus 2 Hauptgebäuden: dem Wasserpalais (1720-1721, Bild 1-6) mit seiner großen Freitreppe zur Elbe und dem Bergpalais (1722-1723, Bild 7-8); zwischen beiden Schlösser befindet sich ein wundervoller Garten. In einer zweiten Bauphase wurden ab 1788 die hölzernen Seitenflügel der Palais durch Steinbauten ersetzt, entworfen von Christian Friedrich Exner und Christian Traugott Weinlig.
Schloss Pillnitz ist ein hervorragendes Beispiel für die Chinamode des 18. Jahrhunderts (besonders auffällig durch die Dachkonstruktionen der beiden Schlösser). Die reizvolle landschaftliche Umgebung, die auf der Nordseite der Elbe durch ausgedehnte Weinanbauhänge (etwa 100 m Höhenstufe) geprägt ist, trägt maßgeblich zur Attraktivität des Ensembles bei. Attraktionen im seitlich gelegenen großen Park sind eine historische Elbgondel Friedrich Augusts des Gerechten, die Orangerie und die über 200 Jahre alte und 8,6 Meter hohe Pillnitzer Kamelie. Diese dendrologische Rarität wird im Winter von einem fahrbaren Kamelienhaus geschützt. In der wärmeren Jahreszeit steht die Pflanze im Freien.
In dieser Schlossanlage trafen sich auf Einladung des sächsischen Kurfürsten 1791 Kaiser Leopold II., König Friedrich Wilhelm II. von Preußen und Graf von Artois (der später König Karl X. von Frankreich) und beschlossen mit der Pillnitzer Deklaration die französische Gegenrevolution, was zum Auslöser der Kriege Napoleons ("Ich wurde in Pillnitz geboren") wurde.

 
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 Meißen

Während eines Feldzugs gegen die Slawen ließ König Heinrich I. 928/929 auf einem Hügel an der Elbe eine Burg erbauen, die ihren Namen nach dem unterhalb fließenden Bach Meisa erhielt. Zu Füßen der Burg entwickelte sich noch im gleichen Jahrhundert die Stadt gleichen Namens (Meißen). Erstmals 968 ist ein hier eingesetzter Markgraf bezeugt. Der Burgberg wurde noch im gleichen Jahr Sitz für den Bischof des neuen Bistums Meißen. Seit 1068 ist außerdem ein Burggraf nachweisbar, so dass hier auf engstem Raume königliche, markgräfliche und bischöfliche Gewalt nebeneinander herrschten und miteinander auskommen mussten. Der Herrschaftsbereich der Markgrafen von Meißen dehnte sich im Laufe des 11. Jahrhunderts bis an die Neiße aus, später auch in südlicher Richtung bis ins Erzgebirge. Im Jahre 1089 wird Graf Heinrich I. von Eilenburg aus der Familie der Wettiner von Kaiser Heinrich IV. mit der Mark Meißen belehnt, unter deren Herrschaft Meißen von nun an bis 1918 verbleiben sollte.
Ende des 15. Jahrhunderts erstreckte sich das gewaltige Herrschaftsgebiet der Wettiner über mehr oder weniger zusammenhängende große Gebiete zwischen Werra, Oder und Neiße. Die Leipziger Teilung 1485 zwischen den Brüdern Ernst und Albrecht beendet schließlich die zentrale Bedeutung von Meißen - die ernestinischen Kurfürsten von Sachsen-Wittenberg und Landgrafen von Thüringen residieren von nun an in Wittenberg, die albertinischen Herzöge und Markgrafen von Meißen dagegen in Dresden. Als ca. 100 Jahre später durch die Reformation auch das Bistum Meißen aufgelöst (und erst im 20. Jh. in Bautzen und in Dresden neu gegründet) wird, versinkt Meißen in Bedeutungslosigkeit, bevor 1710 die Gründung der schnell weltberühmten Porzellanmanufaktur auf der Albrechtsburg der Stadt wieder zu Bekanntheit und Wohlstand verhilft.


Noch heute beherrscht und überthront der Burgberg weithin sichtbar die Stadt Meißen. Im Modell erhält man einen guten Überblick über Lage der Gebäude auf dem Burgberg; im Torbereich saß einst der königliche Burggraf, vorne links befindet sich das markgräfliche Schloss, und schließlich in der Mitte und hinten: der Dom und die bischöfliche Residenz.


Auf dem Höhepunkt wettinischen Macht im 15. Jh. als Kurfürsten und Herzöge von Sachsen, Landgrafen zu Thüringen und Markgrafen von Meißen beschlossen die gemeinsam von Dresden aus regierenden Brüder Ernst und Albrecht eine neue repräsentative Residenz in Meißen zu errichten, die Platz für zwei Hofhaltungen und das Verwaltungszentrum des wettinischen Reiches bieten sollte. Mit dem Bau beauftragt wurde 1470 der geniale Baumeister Arnold von Westfalen. Es entstand die schönste und vermutlich erste europäische (spät)gotische Schlossanlage (ohne Wehrcharakter), die erst 1676 nachträglich den Namen Albrechtsburg erhielt. Das Schloss verfügt aufgrund der Lage am steilen Elbhang teilweise über zwei Etagen Kellergeschosse, ein Erdgeschoss sowie drei Obergeschosse. Einzigartige architektonische Bauleistungen wurden an diesem Schloss verwirklicht, wie die so genannten Vorhangbogenfenster (siehe 1. Bild) oder die neuartigen Zellengewölbe, die vom Spiel mit Licht und Schatten leben. Als ein Meisterwerk des Treppenbaus gilt der Große Wendelstein (2. Bild), eine breite Treppe mit aufgelöster Spindel im Innern und konkav und konvex geschwungenen Stufen, die in einem Turm, der vor die Fassade gelegt ist, untergebracht wurde.


Trotzdem das Schloss so einzigartig war, wurde es nie bewohnt, denn kurz nach der Fertigstellung entschlossen sich die beiden Bauherren zur Landesteilung. Nach der Verlegung der wettinischen Residenzen im Jahr 1485 nach Wittenberg bzw. Dresden gab es vorerst keine Nutzung und keinen wesentlichen Umbau der Burg mehr, so dass sie ihren spätgotischen Charakter bis heute nahezu unverfälscht bewahrte, was sie architekturhistorisch besonders wertvoll macht. Das leerstehende Schloss ließ August der Starke (nach der Erfindung des europäischen Porzellans durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus 1707-1709) im Jahre 1710 zur ersten europäischen Porzellanmanufaktur unter der Leitung von Johann Friedrich Böttger einrichten, die bis 1863 in sämtlichen Räumen des Schlosses untergebracht war. Die Nutzung als Manufaktur (unter Verwendung von Stoßwerken und Dampfmaschinen) fügte dem Bauwerk schweren Schaden zu. 1863 wurde die Fabrik von der Burg in die Stadt Meißen verlegt. Das Schloss wurde baulich instand gesetzt und die Innenräume zwischen 1875-1885 spätgotisch erneuert und mit einem Wandbilderprogramm zur sächsischen Geschichte ausgestattet. Schon 1881 wurde die Albrechtsburg als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


In diesen Ausschnitten des Bildprogramms sieht man die Belehnung der Brüder Ernst und Albrecht mit dem Herzogtum und Kurfürstentum Sachsen durch Kaiser Friedrich III. (1.+2 Bild; an der Säule: König Heinrich I., der Gründer Meißens) sowie eine Vorführung für August der Starke durch Tschirnhaus und Böttger in der Porzellanmanufaktur (3. Bild).


Der Meißner Dom, bis 1581 Kathedrale und Sitz des Bischofs von Meißen (heute: Hofkirche zu Dresden), ist einer der stilreinsten deutschen Dome und verfügt über eine der reichsten und wertvollsten Ausstattungen sächsischer Kirchen. Der Bau des Doms St. Johannis und St. Donatus begann zwischen 1240 und 1260 - zunächst als Umbau einer Basilika. Der Vorgängerbau an diesem Ort war schon im Jahr 968 anlässlich der Gründung des Bistums Meißen durch Kaiser Otto I. als kleine Kapelle errichtet und in den Jahren 1006 bis 1073 in eine viertürmige romanische Basilika umgebaut worden, die man zur bischöflichen Kathedralkirche erhob. Um 1260 begann der eigentliche Bau des Doms als gotische Hallenkirche. Ab 1268 waren Chor und Kreuzgang nutzbar. Um 1270 entstand das große Chorfenster mit dem prächtigen Maßwerk und Glasgemälde. Die Maria-Magdalenen-Kapelle an der Ostseite des Doms wurde um 1280 fertiggestellt (heute als Lapidarium eingerichtet), die achteckige Johanneskapelle im Jahr 1291 und der schöne Kapitelsaal im Jahr 1297. Danach verlief der Dombau nur noch schleppend. Das Langhaus wurde erst um 1410 fertig. Kurz darauf, im Jahre 1413, brachte ein Blitzschlag die Westfront mit ihren zwei ab 1315 gebauten Türmen zum Einsturz. Für lange Zeit blieb nun der "Höckrige Turm" an der Ostseite der einzige Turm des Doms. (Die beiden heutigen 81 m hohen neogotischen Türme an der hohen Westfassade wurden zusammen mit dem vierten Geschoss des Doms erst zwischen 1903 und 1909 nach Entwürfen des Karlsruher Architekten Karl Schäfer errichtet.)


Der Kreuzgang von 1470/71 besitzt ein kunstvolles Zellengewölbe.


Markgraf Friedrich der Streitbare (reg. 1381-1428, ab 1423 Kurfürst) ließ im Jahr 1425 die Fürstenkapelle als neue Begräbniskapelle der Wettiner (zuvor seit 1190 im Kloster Altzella) an die Westfront des Doms anbauen. (Allerdings wurde schon hundert Jahre später mit der Reformation der Freiberger Dom - und später [nach der Rekatholisierung] die Hofkirche zu Dresden - zur Wettiner Grablege bestimmt.) Seine bronzene Grabtumba bildet zugleich den räumlichen Mittelpunkt und künstlerischen Höhepunkt der Grablege dar. Das alte Westportal aus dem Jahr 1400 wurde durch den Umbau zum Innenportal und blieb - vor Witterung geschützt - bis heute wundervoll erhalten.


Zur wertvollen Innenausstattung des Doms gehören u.a. die um 1260 geschaffenen überlebensgroßen Stifter- und Patronatsfiguren (Steinskulpturen) aus der Naumburger Dombauwerkstatt, wie z.B. die Bildnisse von Kaiser Otto I. (reg. 936-973) und seiner Gemahlin Adelheid (die Gründer des Bistums Meißen) an der Chor-Nordwand, sowie der Lettner (13. Jh.). Das Gemälde am Laienaltar vor dem Lettner stammt aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. (1526 oder wahrscheinlicher um 1540 geschaffen; Mittelteil: Kreuzigung, Flügel: Kreuzauffindung).

 
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 Freiberg

Das Gebiet von Freiberg lag im Miriquidi, einem Urwald, der sich über große Teile Sachsens erstreckte. Hier wurde um 1168 in Christiansdorf auf dem Gebiet des Klosters Altzella an der Handelsstraße Halle-Leipzig nach Prag gediegenes Silber im Bleiglanz gefunden. Es handelte sich hierbei um die berühmteste Ganglagerstätte von Edel- und Buntmetallen der Erde, welche Reichtum und Macht der Markgrafen von Meißen begründete. Um 1170/80 wurde der markgräfliche Herrenhof als Burg, die Markgraf Otto der Reiche erbauen ließ, erweitert (seit dem 16. Jh. Schloss "Freudenstein"). 1180 bis 1185 wurde die Marienkirche, der spätere (protestantische) Dom begründet und als romanischer Bau errichtet. Im Hoch- und Spätmittelalter war Freiberg die größte Stadt in der Mark Meißen, bis sie im 15. Jahrhundert von Leipzig übertroffen wurde. Der Name "Freiberg" läßt sich erstmals 1201 belegen.
Nach der Leipziger Teilung von 1485 war Freiberg mit seinen Erzgruben in Besitz beider wettinischer Linien. Zur Zeit der Reformation wurde es 1505 Fürstensitz und damit sächsische Residenz, hier herrschte der Wettiner Heinrich der Fromme. Seine Frau Katharina von Mecklenburg förderte den protestantischen Glauben. In dieser Zeit nach dem letzten großen Stadtbrand von 1484 entstanden bis 1512 der gotische Teil des Doms (mit der Tulpenkanzel von Hans Witten um 1505), der Domherrenhof 1484/88, das spätgotische Rathaus 1470/74, die spätgotische Nikolaikirche (Anfang 16. Jh.) sowie Bürgerhäuser im Stil von Spätgotik und Renaissance. Der Dom war von 1541 bis 1694 (Übertritt Augusts des Starken zum katholischen Glauben) Begräbnisstätte der Wettiner. Im 15. Jahrhundert verlor Freiberg wegen der Abwanderung von Kapital seine führende wirtschaftliche Stellung innerhalb Sachsens an Leipzig. Im 16. Jahrhundert blühte der Silberbergbau erneut auf, es wurden neue Bergbauanlagen und Hüttenwerke angelegt (und z.T. bis 1913 betrieben).
In der Schlacht bei Freiberg, dem letzten Gefecht des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763), besiegte Heinrich von Preußen, ein Bruder Friedrichs des Großen, am 29. Oktober 1762 die Österreicher. 1765 wurde die Bergakademie als erste deutsche montanwissenschaftliche Hochschule gegründet. Nordische Kriege, Schlesischer Krieg und Siebenjähriger Krieg fügten der Stadt und dem Bergbau beträchtliche Schäden zu. Doch erst 1969 wurde der Betrieb in den letzten (völlig unergiebigen) Zinngruben eingestellt, da die DDR selbst auf geringste Erzvorkommen aus den seit langem eigentlich unwirtschaftlichen Bergwerken angewiesen war.


Den reizvollen Obermarkt von Freiberg beherrschen eine Bronzestatue des Stadtgründers Markgraf Otto des Reichen, das langgestreckte spätgotische Rathaus (15 Jh.) und hübsche Patrizierhäuser.


Bedeutendstes Bauwerk des Obermarkts und der ganzen Stadt ist jedoch der Mariendom. Das zunächst als romanische Pfarrkirche errichtete Gebäude erhielt mit der Triumphkreuzgruppe (um 1225) und der Goldenen Pforte (1230; gilt als schönstes Kirchenportal der deutschen Spätromanik; siehe 2. Bild) schon frühzeitig zwei sehr bedeutende, noch heute erhaltene Kunstwerke. Im Jahre 1480 erhob Papst Sixtus IV. die Pfarrkirche zum Kollegiatstift und damit zum Dom. Die Kirche wurde während eines großen Stadtbrandes 1484 fast völlig zerstört. Triumphkreuzgruppe, Goldene Pforte und Teile des Chores blieben erhalten. An gleicher Stelle erfolgte bis 1501 der Neuaufbau des Domes St. Marien als dreischiffige spätgotische Hallenkirche.


Bemerkenswert ist das Vorhandensein von zwei nebeneinanderstehenden Kanzeln im Mittelschiff: zum einen der berühmten freistehenden Tulpenkanzel von 1505 (Bild 1-3), zum anderen der Bergmannskanzel von 1638 auf dem 4. Bild, welches auch die Orgel von Gottfried Silbermann zeigt.


Der Chor fungierte von 1541 - 1694 als Fürstengrablege der 9 albertinischen protestantischen Herrscher von Heinrich dem Frommen bis Johann Friedrich IV., verlor jedoch mit dem Übertritt August des Starken (begraben in Warschau, seine Nachfolger in der Dresdner Hofkirche) zur Katholischen Konfession diese Funktion. Zentrum der Grablege ist das mächtige Renaissance-Hochgrab für Moritz von Sachsen, der trotz seines protestantischen Bekenntnisses Kaiser Karl V. im Krieg gegen den Schmalkaldischen Fürstenbund unterstützte und damit für die albertinischen Wettiner die Kurwürde Sachsens gewann.


In und um Freiberg kann man eines der zahlreichen Schaubergwerke unter Tage besichtigen und sich von der bis zum Schluss gefährlichen und schweren Arbeit der Bergleute berichten lassen...


... und den Tag mit einer kleinen Wanderung durch die Höhen des Erzgebirges beschließen.

 


Die Texte wurden teilweise der freien Internet-Enzyklopädie WIKIPEDIA entnommen, an welcher der Autor selbst mitarbeitet.
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