Paris 2009

2. Arrondissement (Arrondissement de la Bourse)

1. Arrondissement (Arrondissement du Louvre)

18. Arrondissement (Arrondissement de la Butte-Montmartre)

7. Arrondissement (Arrondissement du Palais Bourbon)

Saint-Denis

Das Kloster 11 km nördlich des Pariser Stadtzentrums ist dem heiligen Dionysius, dem Schutzpatron und ersten Bischof von Paris geweiht, der – gemäß der Legende – in der Zeit der Christenverfolgungen um das Jahr 249 nach Christus auf dem Montmartre enthauptet wurde, seinen Kopf aufnahm und bis zu dem Standort der heutigen Kirche wanderte, wo er tot zusammenbrach und bestattet wurde. Die Merowinger widmeten diesem Kloster ihre ganze Aufmerksamkeit, insbesondere Chlothar I. (König des gesamten Frankenreiches von 558–561) – dessen Gattin Arnegunde († um 565) dort in einem überaus reichen Grab bestattet wurde, das erst 1959 wiederentdeckt wurde – Chlothar II. (König der Franken von 584–629) und Dagobert I. (König von 629–638). Letzterer beschenkte das Kloster so reich – unter anderem ließ er einen kostbaren neuen Schrein für die Reliquien schaffen – dass er von den Mönchen späterer Zeiten als Klostergründer angesehen wurde. Vor allem aber brach er mit der Tradition und bestimmte nicht die bisherige königliche Nekropole, die Abtei Saint-Vincent-Sainte-Croix (künftig Abtei Saint-Germain-des-Prés, zu seinem Bestattungsort, sondern die Abtei St-Denis. Seine Witwe Nanthild und sein Sohn Chlodwig II. († 657) taten es ihm gleich und ebenso der Hausmeier Karl Martell († 741), der damit seine Macht demonstrieren wollte. Mit dem Bau eines neuen Altarraumes (um 750–775), der es den Pilgern gestattete, die Gräber der Heiligen zu umrunden, begann der erste Karolinger, Karl Martells Sohn Pippin der Jüngere (König von 751–768). Pippin konnte sich Dank der Unterstützung des einflussreichen Abtes Fulrad von St-Denis, der sich in Rom für ihn eingesetzt hatte, im Chor der Abteikirche von Papst Stephan II. zum König krönen lassen. Dort wurde er auch bestattet, bevor die von ihm begonnenen Arbeiten unter Karl dem Großen vollendet wurden. Dessen neue Hauptstadt wurde Aachen, die Abtei verlor ihren Einfluss und erst Karl der Kahle († 877) fand seine letzte Ruhestätte wieder in St-Denis. Mit der Machtergreifung des Begründers der Dynastie der Kapetinger, Hugo Capet (König von Frankreich von 987–996), festigte St-Denis endgültig seine Rolle als Grablege der französischen Herrscher, die – mit Ausnahme von Philipp I., Ludwig VII., Ludwig XI., Karl X. und Ludwig Philipp I. sowie der Napoleoniden – alle dort bestattet wurden.

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