Kuba 2007

Geschichte

Die Besiedlung der größten Antilleninsel erfolgte wahrscheinlich vor ca. 4000 Jahren in mehreren Wellen durch die Mongolen/Indianer des amerikanischen Festlandes. Viele Ortsnamen auf Kuba gehen auf indianische Wörter zurück. Christoph Kolumbus entdeckte die Insel auf seiner ersten Reise an der Bucht von Bariay im Nordosten der Insel am 27./28. Oktober 1492 und nahm sie für Spanien in Besitz. Von 1511 bis 1515 wurde die Insel im Auftrag des Königs Ferdinand durch Diego Velázquez de Cuéllar erobert. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die indigenen Völker durch Gewalt und Krankheit praktisch komplett ausgerottet. Für den sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbau kauften sich die spanischen Pflanzer im 17. und 18. Jahrhundert daher zehntausende Negersklaven aus Afrika ein, die heute die Bevölkerung genetisch bestimmen. Ab 1868 begannen die Kämpfe der Kubaner gegen die Kolonialherren und dauerten mit Unterbrechungen bis zum Abzug der Spanier im Jahr 1898 an, als die USA intervenierten (Spanisch-Amerikanischer Krieg). Am 10. Dezember 1898 erklärte Spanien im Friedensvertrag von Paris den Verzicht auf Kuba und die Philippinen. Nach dem Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges besetzten die USA die Insel, bis sie schließlich 1902 endgültig die formale Unabhängigkeit erlangte. Die Souveränität war bis 1934 jedoch durch das Platt Amendment eingeschränkt, das den USA bei Beeinträchtigung US-amerikanischer Interessen ein jederzeitiges Interventionsrecht in Kuba gab. Ein Überrest dieser US-amerikanischen Sonderrechte ist der Marinestützpunkt Bahía de Guantánamo (Guantánamo Bay). 1959 stürzten die kubanischen Revolutionäre unter der Führung von Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Che Guevara den kubanischen Diktator Fulgencio Batista und errichteten ab 1961 (Deklaration von Havanna) einen kommunistischen Staat. Die damit verbundenen Enteignungen von US-Firmen und US-Bürgern führten zu einem dauerhaften Embargo gegen Kuba. In mehreren Flüchtlingswellen verließen tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida ansiedelte. Bis heute bestimmt der Kommunismus (wenn auch in gemäßigter Form) das Leben auf Kuba, dessen Haupteinnahmequelle für Devisen längst der (vor allem kanadische und europäische) Touristenstrom ist.

Bilder

 Varadero

Varadero ist eine Stadt an der Nordküste Kubas auf der Halbinsel Hicacos in der Provinz Matanzas, gut 120 Kilometer östlich von Havanna, und heute DIE Urlaubsmetropole Kubas. Die ursprünglich von Indianern besiedelte und bewaldete Halbinsel wurde von den Spaniern für den Schiffbau abgeholzt, ihre Höhlen dienten als Unterschlupf für Piraten. Kapitäne ließen ihre Schiffe zur Ausbesserung an diesen Ufern vor Anker gehen, daher der Name Varadero (Reparaturdock). Im 19. Jahrhundert begannen kubanische Haciendabesitzer am Traumstrand von Varadero Sommervillen zu errichten. Die ersten Parzellen für Ferienwohnungen wurden 1887 im Bereich der heutigen Straßen 42 bis 48 genehmigt. An dieser Stelle nahm ebenfalls der Tourismus in Varadero seinen Anfang. In den 20er Jahren folgten ihnen reiche US-Amerikaner. Auch Al Capone besaß eine Villa in Varadero (die er allerdings nicht selbst bewohnte, sondern als Depot für Schmuggelware nutzte), ebenso der kubanische Präsident Fulgencio Batista. Ab 1950 setzte ein erster Boom des Massentourismus ein, eine Reihe von Hotels wurde gebaut. Nach der Revolution von 1959 wurden die Grundstücke enteignet sowie der etwa 20 Kilometer lange, weiße, feinsandige Strand Varaderos zur öffentlichen Nutzung freigegeben. Seit Kubas Öffnung für den internationalen Tourismus hat sich Varadero zum beliebtesten Reiseziel in Kuba entwickelt. Besonders 4 und 5 Sterne Hotels wurden seit 1990 gebaut. In der Nähe der Stadt befindet sich der neben Havanna wichtigste internationale Flughafen Kubas.

Die Hauptattraktion von Varadero sind seine schicken Hotels (incl. salsahaltiger Abendunterhaltung), ...

... die traumhaften (im November jedoch sturmumtobten) Strände, ...

... Fahrradausflüge auf der Halbinsel Hicacos zu Indianerkarsthöhlen und Mangrovensümpfen, ...

... Katamaranausflüge aufs Meer zu Delfinarien und Delfinküssen, ...

... 4-Wheel-/Speedboat-Ausflüge in die Provinz Matanzas, ...

... aber auch die kleine reizvolle "Altstadt" mit Kirche, obligatorischem Platz der Revolution, Hauptstraße, öffentlichem Strandzugang, alten Königspalmen (Palma Real), Minizoo (mit Minipfau) und spanischem Wachturm ist nicht völlig verachtenswert.

 Havanna

Havanna (spanisch La Habana, vollständige Bezeichnung San Cristóbal de La Habana), ist die Hauptstadt von Kuba und zugleich eigenständige Provinz. Havanna ist mit 2 Mill. Einwohnern nach Caracas und Maracaibo (Venezuela) sowie Santo Domingo (Dominikanische Republik) die viertgrößte Stadt in der Karibik. Seit dem Jahr 1982 gehört die Altstadt von Havanna zum Weltkulturerbe. Ursprünglich wurde Havanna im Jahr 1515 von dem Konquistador Diego Velázquez de Cuéllar in der Nähe der heutigen Stadt Batabanó gegründet. Im Jahr 1519 wurde Havanna an den heutigen Standort verlegt. Die Stadt entwickelte sich aufgrund der überaus günstigen Lage zu einem wichtigen Handels- und Militärhafen. Die Stadt litt sehr unter Angriffen von Piraten, die von den wertvoll beladenen spanischen Schiffen angezogen wurden: 1538 wurde sie niedergebrannt und 1553/1555 geplündert. 1607 wurde Havanna Hauptstadt der spanischen Kolonie Kuba. Großbritannien nahm 1762 während des Siebenjährigen Krieges die Stadt ein und tauschte sie im Pariser Frieden gegen Florida. Nachdem sie wieder in spanischem Besitz war, wurde sie zur am stärksten befestigten Stadt Amerikas ausgebaut. In kommunistischer Zeit wurde aus Havanna eine Ruinenstadt; erst seit kurzem bringen die Touristen so viel Geld ins Land, dass einige wenige Straßenzüge und Plätze renoviert wurden und heute ansehnlich sind. Von Varadero aus ist Havanna in knapp 3 Stunden mit dem Charterbus erreichbar und allemal einen Ausflug wert.

Anfahrt mit dem Bus aus Richtung Mantanzas

hübsch restaurierte Plaza de San Francisco in der Altstadt ("La Habana Vieja") mit dem ehemaligen Kloster (heute natürlich Museum)

Plaza de Armas in der Altstadt

Altstadt-Gassengewirr und -Villen (meist marode, auf wenigen 100 m aber bereits hübsch erneuert) auf dem Weg zur Kathedrale bzw. um diese herum

Plaza de la Catedral in der Altstadt mit dem eher bescheiden wirkenden barocken Kirchenbau aus dem späten 18. Jh.

Weiterfahrt mit dem Bus von der Plaza de Armas in der Altstadt zur Neustadt ("Centro")

Plaza de la Revolucíón in der Neustadt mit Obelisken (142 Meter hoch, vorstellbar als zukünftiges Castrograb) und wunderschönen naturbelassenenen kommunistischen Regierungsgebäude (darunter das Innenministerium mit einem Wandbild Ché Guevaras aus Stahl)

Kolumbusfriedhof (Cementerio Cristóbal Colón) in der Neustadt (hier liegt zwar nicht Kolumbus, dafür aber die im 19. Jh. zu unermesslichem Reichtum gekommenen sog. Zuckerbarone in prunkvollen klassizistischen Mausoleen; mit einer Fläche von etwa 56 Hektar und etwa einer Millionen Bestattungen der größte Friedhof Amerikas und der drittgrößte der Welt)

Der Parque Central mit dem Capitolio (1929, heute nicht mehr Parlament, sondern Museum) ist der absolute Prunkplatz und architektonische Höhepunkt im Centro, ...

... gleich dahinter beginnt der Prado, die gut 1 km lange Prachtstraße Kubas zwischen Parque Central und Küste.

weitere Straßenzüge im Centro rund um den Parque Central, u.a. mit dem absurd legoartig anmutenden Revolutionsmuseum

 Cárdenas

Cárdenas liegt nur 18 km südöstlich von Varadero und eignet sich daher perfekt für einen Mopedtagesausflug ins "echte" Kuba, fernab der Touristenzentren. Die einstige "Stadt der Kutschen" (diese sind noch häufig im ÖPNV anzutreffen) besticht heute vor allem mit morbidem Charme. Der einstige prächtige Zuckerverladebahnhof am Hafen (erste 3 Bilder) ist fast ganz zu Staub zerfallen. Trotzdem gibt es noch 1-2 hübsche Straßen, wo zumindest ein paar bunte Villen Karibikflair verbreiten.


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