Keine Zeit zum Lesen??? Gleich weiter zu den Bildern...

Süd-Korea (12.-26.5.2001)

Flagge

Die koreanische Flagge (siehe oben rechts) symbolisiert das Wechselspiel und die ständige Harmonie der kosmischen Kräfte des (negativen, blauen) Yin und (positiven, roten) Yang, umgeben von den 4 Universalelementen (v.l.o. im Uhrzeigersinn: Himmel, Wasser, Erde, Feuer).

Überblick

Das folgende sich öffnende Bild zeigt eine sehr kurze Übersicht über Land, Klima, Volk und Sprache von Südkorea aus dem Reiseführer des koreanischen Fremdenverkehrsamts.
Überblick öffnen

Geschichte

Die koreanische Halbinsel wurde vor etwa 500.000 Jahren von sibirisch-mongolischen Nomaden-Stämmen besiedelt. Die koreanische Sprache gehört (wie die mongolische, ungarische und finnische Sprache) zur ural-altaischen Familie.
In der koreanischen Prähistorie formieren sich die koreanischen Stämme zu verschiedenen Bündnissen, auch unter dem Druck verschiedener chinesischer Unterwerfungsversuche. In der Bronzezeit bilden sich aus diesen Stammesbünden 3 Großreiche (nachweisbar etwa ab dem 10 Jh. v. Chr.), die von schamanischen Königen geführt werden. (Im Glauben des Schamanismus, einer bis heute noch lebendigen Natur-Religion der mongolisch-indianischen Völker, sind bestimmte Menschen, die Schamanen oder Medizinmänner, fähig [vor allem in Trance], mit den Naturgeistern Verbindung aufzunehmen und deren Willen zu beeinflussen.) Das älteste und größte Reich war das kriegerische Koguryo, welches sich über das heutige Nordkorea sowie praktisch die gesamte Mandschurei erstreckte und zeitweilig China bedrohte. Das heutige Südkorea wurde - bis auf die südwestlichen Povinzen - vom mächtigen Silla-Reich beherrscht, während im Südwesten das Reich der Paekche entstanden war, berühmt für seinen hohen Standard in Handel, Diplomatie und Kultur. In dieser Zeit der Drei Reiche (10. Jh. v. Chr. - 7. Jh. n. Chr.) blüht die koreanische Kultur erstmals auf und entwickelt ihre unverwechselbare Eigenart - unabhängig vom bleibenden tiefgreifenden kulturellen Einfluß Chinas, von welchem die Koreaner auch die Schrift übernommen hatten und bis ins 16. Jh. benutzten. Das Können koreanischer Künstler und Architekten wird auch im frühen Japan, zu dem vielfältige Beziehungen bestehen (besonders durch Paekche), sehr geschätzt. Hunderte dort wirkende Koreaner nehmen wesentlichen Einfluß auf zentrale Elemente der entstehenden japanischen Kultur, vor allem in der Baukunst und Religion. Koreaner bauen die ersten buddhistischen Klöster Japans, Paekche-Gelehrte unterrichten sogar den jap. Kronprinzen.
Ungefähr um das Jahr 400 ersetzt der aus China importierte Buddhismus sehr schnell (z.g.T.) den schamanischen Glauben, fast gleichzeitig beginnt für 300 Jahre eine Epoche ununterbrochener Kriege und wechselnder Machtverhältnisse und Bündnisse in Korea (damals: Choson = Land der Morgenstille). Gemeinsame Abwehr von chinesischen Eroberungstruppen wechselt sich ab mit Kriegen unter den Drei Reichen um die Vorherrschaft auf der Halbinsel, wobei nach Gutdünken durchaus auch die Chinesen als Bündnispartner benutzt werden. Nachdem es im 7. Jh. China wiederum fast geglückt war, Koguryo und Paekche zu besiegen, gelingt es Ende des 7. Jh. den Silla-Truppen in einem 10jährigen Krieg nicht nur, die Chinesen endgültig zu vertreiben, sondern auch Koguryo und Paekche dauerhaft zu unterwerfen und unter die Macht des Königs von Silla zu zwingen und damit erstmals einen koreanischen Nationalstaat zu erschaffen. Diese Zeit des Vereinigten Silla-Reiches (676-935) ist gekennzeichnet von innerer Ruhe und dem absoluten Höhepunkt der klassischen koreanischen Kunst, besonders der buddhistischen (Entstehung von Pulguk-sa und Sokkuram-Grottenschrein). In der Hauptstadt Kyongju leben fast eine Million Menschen. Die Stadt ist berühmt für ihre unvergleichlich schönen Paläste und Klöster sowie die monumentalen Hügelgräber ihrer Könige.

Die Ablösung der Dynastie der antiken, von einer Krieger-Aristokratie gestützten Silla-Könige durch die Koryo-Dynastie (935-1392), von welcher sich bis heute der Landesname ableitet, bedeutet den Aufbruch Koreas in ein neues religiös-spirituelles Zeitalter, vergleichbar dem europäischen Mittelalter. Strenge buddhistische Traditionen und Regeln bestimmten nun den Staat, der von einer geistigen Aristokratie und einer Beamtenschaft nach chinesischem Vorbild geleitet wird. Hauptstadt ist Kaesong in Nordkorea.
Im 13. Jh. wird Korea - nach kurzem Bündnis mit ihnen - von den Mongolen überrannt. Im Verlaufe von 25 Jahren werden alle großen Städte geplündert, dann das Land für fast ein Jahrhundert besetzt und tributpflichtig gemacht - ein schweres, unerträgliches Joch für die Koreaner. Unter diesen Verhältnissen kündigt sich ein Umbau der Gesellschaft an. Aufstände gegen die Koryo-Könige finden statt, und mit einem Staatsstreich erobert die neue Choson-Dynastie (1392-1910) die Macht und überführt den Staat ins "Spätmittelalter". Hauptstadt wird das neugegründete Seoul. Die neue Zeit ist vor allem geprägt von pragmatischem konfuzianischem Gedankengut (das als neue Staatsideologie den Buddhismus in den Hintergrund treten läßt und zu vielen Tempelschließungen führt), vom Ende der Mongolenherrschaft und der Aufnahme guter Beziehungen zur neuen Ming-Dynastie in China. Kultur und Literatur erleben eine neue Blüte. Im Jahre 1443 entwickeln Schriftgelehrte auf Anordnung König Sejongs das Hangul als bis heute gültige koreanische Schrift; durch den sehr logischen Aufbau ist es schnell zu erlernen: Hangul besteht aus Silbenzeichen, welche ihrerseits aus im Uhrzeigersinn zu lesenden Buchstaben (Vokalen und Konsonanten) gebildet werden.
Am Ende des 16. Jh. beginnt die historische, 350 Jahre andauernde und bis heute stark nachwirkende Feindschaft mit Japan, welches Korea schon immer als Bestandteil Japans und Aufmarschgebiet gegen China und die Mandschurei ansah. In der shogunlosen Zeit von 1573-1603 kämpfen in Japan einige mächtige Fürsten für die Erneuerung der Macht des Tennos, andere um ein neues, erbliches Shogunat. Profilierungen und Heldentaten sind gefragt. Der christliche (!) Fürst und geniale General Hideyoshi fällt 1592 in Korea ein und verwüstet das gesamte Land mit allen Palästen und Klöstern, kann jedoch die Invasion nicht aufrechterhalten und zum endgültigen Sieg führen, weil es ihm nicht gelingt, den Nachschub über See zu sichern. Schuld daran ist der korean. Volksheld Admiral Yi, der mit genialer Taktik und den von ihm erfundenen Schildkötenschiffen (schwergepanzerte, mit Eisenplatten und -spießen bedeckte Kanonenboote, die weder versenkt noch geentert werden konnten) trotz zum Teil zehn- bis zwanzigfacher gegnerischer Übermacht alle wichtigen Seeschlachten gewinnt und die japan. Versorgungsschiffe zuverlässig abfängt. Auch ein japanischer Straf- und Plünderungsfeldzug im Jahre 1597 verläuft ähnlich: Die winzige Flotte von Admiral Yi hält die Invasoren in Atem, welche mit dem Tode Hideyoshis (1598) abziehen, jedoch ein völlig zerstörtes Land hinterlassen.
Nur wenige Jahrzehnte später wird Korea durch die Mandschu erobert (die später auch Peking einnehmen und als neue Kaiser-Dynastie die Ming ablösen) und deren Vasallenstaat. Die innere Entwicklung stagniert, das Land bleibt von der Welt abgeschottet.

Nachdem sich im 18. Jh. der koreanische Staat wieder etwas erholt und eine gewisse Unabhängigkeit von China erreicht hat, bricht im 19. Jh. die Feindschaft mit dem aggressiven Japan erneut aus. Korea wird im Folgenden als Spielball zwischen den Großmächten China und Japan vollkommen aufgerieben. 1875 sichert sich Japan politische und wirtschaftliche Macht in Korea mit einem aufgezwungenen "Freundschafts- und Handelsvertrag"; 1882 rebellieren koreanische Soldaten gegen japanische Offiziere, woraufhin der König China als Schutzmacht ins Land holt, welches nun wiederum den maßgeblichen Einfluß ausübt. Nach weiteren Unruhen im Land strömen erneut japanische Soldaten nach Korea, besetzen die Japaner den Kyongbok-Palast (1894) und besiegen die chinesische Schutzmacht genauso wie später im japanisch-russischen Krieg (1905) die neue Schutzmacht Rußland, die auf Wunsch von König Kojong (der sich selbstbewußt wie der jap. Herrscher "Kaiser" nennt) den koreanischen König gegen Japan unterstützen. Für 40 Jahre (die vielleicht schrecklichsten der koreanischen Geschichte) verlassen die Japaner nun Korea nicht mehr. Korea wird zu einem "Schutzvertrag" gezwungen und der König völlig entmachtet. 1910 dankt der letzte koreanische König ab, Korea wird ins japanische Reich integriert und fortan wirtschaftlich unerträglich ausgebeutet. Aufstände werden gnadenlos mit äußerster Brutalität niedergeworfen. Ziel ist eine komplette Auslöschung der koreanischen Kultur, was seinen Höhepunkt 1937 in verschiedenen Japanisierungsgesetzen findet, die Japanisch zur Staatssprache erheben und die Koreaner zum Shintoismus und zur Annahme jap. Namen zwingen.

Schnell stirbt die neue Hoffnung der Koreaner auf Unabhängigkeit nach und trotz dem Unterliegen Japans im 2. Weltkrieg: die Siegermächte - uneinig über die zukünftige Staatsform Koreas - beschließen, das regierungslose Korea im Norden durch eine sowjetische, im Süden durch eine amerikanische Besatzungsmacht zu verwalten. Korea teilt somit das schwere Schicksal des deutschen Volkes. Während sich die USA im Süden um die Bildung eines demokratischen Staates bemühen, rufen die Sowjets im Norden die "Volksrepublik Korea" (1948) unter Kim Il Sung aus und bereiten mit einer Hochrüstung der nordkorean. Armee die miltitärische "Wiedervereinigung" der Halbinsel vor. Zwei Jahre später beginnt mit der Invasion Nordkoreas der Koreakrieg (1950/51), in welchem die USA-Armee vom UN-Sicherheitsrat die Vollmacht erhält, Südkoreas Freiheit zu verteidigen. Der grausame Krieg, von den UN-Truppen zeitweise sehr erfolgreich geführt, endet nach dem Eingreifen von kommunistischen chinesischen Freiwilligen-Armeen in einem Patt und der Wiederherstellung der alten Demarkationslinie am 38. Breitengrad. Im Süden waren 37000 UNO-Soldaten (fast alles Amerikaner) gefallen, im Norden fanden 1-2 Mill. Koreaner und Chinesen den Tod. Die Hoffnung auf eine schnelle Wiedervereinigung war begraben - und die innerkoreanische Grenze ist bis heute eine der bestbewachten der Welt.

Weiter zu den Fotos!